Saanen Bank: Zinsindifferentes Geschäft floriert trotz Börsenflaute – höhere Dividende

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Die Postfiliale am Hauptsitz wird neuen Bankräumen weichen. Quelle: Saanen Bank AG

Die Saanen Bank AG konnte 2018 ein deutliches Wachstum der Bilanzsumme von 6,4% auf 1.4 Mrd. CHF verbuchen. Getragen wurde das Plus von der anhaltend hohen Nachfrage nach Ausleihungen, die um 3,2% avancierten. Noch deutlicher legten indessen die Kundengelder mit plus 5,1% zu. Profitieren konnte die Oberländer Regionalbank unter anderem vom überdurchschnittlichen Zinssatz auf ihr Spezialkonto Aktivsparanlage mit einem Zinssatz von 0,21% bis zum Betrag von 250’000 CHF und von 0,1% für höhere Beträge. Dies führt zu einer weiteren Steigerung des Deckungsgrads der Kundenausleihungen durch eigene Gelder von 95,2% auf 96,9%. Die Saanen Bank ist in der komfortablen Lage, nahezu alle Kredite durch eigene Kundengelder refinanzieren zu können.

Zinsindifferentes Geschäft legt stark zu

Die Saanen Bank konnte den Bruttozinserfolg mit einem Plus von 3,1% nahezu im gleichen Umfang wie die Ausleihungen steigern. Der Wegfall von negativen Wertkorrekturen zulasten des Zinsertrags liess den Nettozinserfolg sogar um 4,8% auf 15 Mio. CHF anschwellen. Trotz der negativen Stimmung an den Finanzmärkten legten die Kommissions- und Dienstleistungserträge um beachtliche 12,1% auf 2.8 Mio. CHF zu. Auch beim Handelserfolg konnte ein Plus von 6,9% auf 1.2 Mio. CHF verbucht werden. Federn lassen musste die Regionalbank lediglich beim übrigen ordentlichen Erfolg, der um 42,7% auf 0.2 Mio. CHF einbrach. Allerdings musste das Finanzhaus auch bei den Ausgaben einen deutlichen Anstieg um 3,8% auf 10.4 Mio. CHF verzeichnen. Ebenfalls höher fielen die Sachabschreibungen und Wertberichtigungen zulasten der Erfolgsrechnung aus. In der Gesamtsumme von 2 Mio. CHF nach 1.7 Mio. CHF ist ein nicht unerheblicher Anteil an nicht betriebswirtschaftlich notwendigen freiwilligen Wertberichtigungen enthalten. Im Ergebnis resultiert dank der höheren Einnahmen ein Plus des Geschäftserfolgs von 3,2% auf 6.8 Mio. CHF. In gleichem Umfang stieg der Reingewinn auf 2.5 Mio. CHF an. Die Aktionäre partizipieren am Gewinnplus mit einer um 3 CHF auf 29 CHF pro Aktie erhöhten Dividende.

Filialausbau geplant

Neben dem Bau eines weiteren Geldautomaten, für den aktuell noch ein Standort gesucht wird, will die Saanen Bank das Postgebäude übernehmen. Sobald für die Postverteilung in Saanen ein Ersatz gefunden wird, soll das gesamte Erdgeschoss zum neuen Schalterraum umgestaltet werden. Dies soll helfen, die Bank auch weiterhin als attraktiven Finanzierungspartner in der Region wahrzunehmen. Insgesamt sieht sich die Bankleitung gut gerüstet, um den zukünftigen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können.

Fazit

Die bis dato erhältlichen Geschäftszahlen der Saanen Bank für 2018 fallen erfreulich aus. Insbesondere ist es dem Oberländer Finanzhaus offenbar gelungen, sich dem anhaltenden Zinsmargendruck, der, wie die bisherigen Bankenabschlüsse für 2018 zeigen, die Branche nach wie vor prägt, zu entziehen. Es ist zudem zu vermuten, dass der Geschäftserfolg tiefer ausgewiesen wird als der wirtschaftlich dem Finanzhaus zuzurechnende Wert. Ein Indiz liefert die Aussage «freiwillige» Pauschalwertberichtigungen. Als grundsolide angesehen werden können auch die Bilanzkennzahlen, auch wenn diese bis dato nicht en detail vorliegen.

Die Aktien der Saanen Bank werden über die Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 2’850 CHF lässt sich auch nach der Erhöhung der Ausschüttung nur eine tiefe Dividendenrendite von 1,0% auf der Basis der Ausschüttung für 2018 errechnen. Als günstig angesehen werden können die Papiere hingegen auf der Basis des Substanzwerts. Gegenüber dem ausgewiesenen Buchwert per 30. Juni 2018 beträgt der Discount knapp 30%. Bis zum Jahresende 2018 dürfte dieser noch weiter angestiegen sein. Noch deutlich höher liegen dürfte der Substanzwert, wie die Aussagen der Bank zu den Abschreibungen und der Bildung von Wertberichtigungen indizieren. Als keinesfalls überbewertet können die Titel auch auf der Basis des Geschäftserfolgs angesehen werden. Auch wenn unsere Schätzung eines Geschäftserfolgs von 320 CHF pro Aktie aus dem Sommer 2018 etwas zu optimistisch ausgefallen ist, ist der ausgewiesene Wert von 285 CHF ansehnlich, und es resultiert ein KGV von rund 10.

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