Télé-Villars-Gryon-Diablerets: Magicpass weiter sehr erfolgreich

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Die Télé-Villars-Gryon-Diablerets SA (TVGD) setzte im Geschäftsjahr 2018/19 den Erfolgskurs des Vorjahres fort. So legten die Gesamtumsätze deutlich um 7,1% auf 16.4 Mio. CHF zu. Massgeblich zu diesem Erfolg beigetragen hat wiederum der MagicPass. Bis Ende November 2018 wurden 104’800 neue Abonnemente verkauft, was einem Plus von 30% gegenüber dem Vorjahr entspreche, informiert die TVGD ihre Aktionäre im neuesten Geschäftsbericht. Auch im laufenden Jahr wurden die Verkaufszahlen nochmals deutlich gesteigert. Bis Ende November 2019 seien 135’000 Abonnemente verkauft worden. Die TVGD zeigt sich überzeugt, dass der MagicPass eine deutliche Frequenzsteigerung in ihrem Gebiet mit sich brachte. Gleichzeitig konnten so auch zahlreiche Gäste zum Wiedereinstieg in den Skisport motiviert werden.

Ebenfalls erfolgreich entwickelte sich im Bereich des MagicPass das Sommergeschäft, informiert die TVGD weiter. Hier konnte allerdings das Waadtländer Unternehmen nur zu einem sehr geringen Teil profitieren: So besuchten weniger Sommergäste das Gebiet, und die aus dem Magicpass resultierenden Sommereinnahmen seien mit 93’000 CHF bescheiden ausgefallen. Insgesamt habe sich aber auch das Sommergeschäft dank angepasster Tarifstrukturen für die Gäste, die keinen Magicpass besitzen, besser als in den Vorjahren entwickelt. Es sei allerdings zusammen mit den Partnern der Region ein weiterer Effort nötig, um das Sommergeschäft anzukurbeln.

Umsätze legen weiter zu

Trotz eines harzigen Saisonauftakts mit fehlendem Schnee und Regen bis über Weihnachten 2018 konnten die Nettoverkehrseinnahmen um 9% auf 14.8 Mio. CHF gesteigert werden. Ab Januar 2019 herrschten bis Saisonende ideale Bedingungen mit viel Schnee und sonnigen Wochenenden, was zu einem weiteren Umsatzwachstum beitrug. Die TVGD profitierte auch von der neuen Gondelbahn in Diablerets, was sich in einem Anstieg der Frequenzen um 20% niederschlug.

Wo Licht ist, ist auch Schatten – fehlende Hotelkapazitäten belasteten den Geschäftsgang. Ein detaillierter Blick auf die Geschäftszahlen offenbart Rückgänge im Bereich der Nebenerträge um 4,5% auf knapp 1.6 Mio. CHF. Während die hauptsächlich aus den Restaurants resultierenden Mieterträge stabil gehalten werden konnten, gingen die sonstigen Einnahmen zurück. Dies erklärt das im Vergleich zu den Verkehrseinnahmen geringere Umsatzplus von 7,1%.

Auf der Kostenseite stiegen die Aufwendungen nicht zuletzt wegen der hohen Fixkostenlastigkeit des Bahnbetriebs nur unterproportional um 3,1% auf 10.5 Mio. CHF an. Während die Personalaufwendungen auf dem Vorjahresniveau von 4.7 Mio. CHF gehalten werden konnten, legten die Unterhaltsaufwendungen um 0.2 Mio. CHF auf 2.2 CHF zu. Ebenfalls leicht höher fielen die Marketingausgaben und die Energiekosten aus. In der Summe führte dies zu einem deutlichen Plus des Betriebsgewinns vor Abschreibungen (EBITDA) von 15,2% auf 5.9 Mio. CHF. Die Sachabschreibungen wurden um gut 0.5 Mio. CHF auf 5.4 Mio. CHF erhöht. Dennoch konnte das EBIT von 0.3 Mio. CHF im Vorjahr auf 0.5 Mio. CHF massiv gesteigert werden. Der Wegfall einer im Vorjahr erhaltenen Versicherungsleistung im Umfang von 120’000 CHF auf der einen und ausserordentliche Kosten in gleicher Höhe im Berichtsjahr auf der anderen Seite führten dazu, dass der Reingewinn nur leicht um 18’000 CHF auf 196’000 CHF avancierte. Die Aktionäre erhalten auch weiterhin keine Dividende.

Fazit

Die bereits im Vorjahr zu beobachtende Verbesserung der Geschäftszahlen setzte sich auch im Berichtsjahr 2018/19 fort. Eine nur sehr bescheidene Aussagekraft hat der ausgewiesene Reingewinn der TVGD. Zur Ermittlung der Ertragskraft kommen in erster Linie das EBITDA und der Cashflow in Betracht. Mit einer EBITDA-Marge von 36% der Umsätze weist die Gesellschaft einen erfreulich hohen Wert aus. Auch der Cashflow von 5.6 Mio. CHF bei einem Gesamtinvestitionsvolumen der Anlagen in der Grössenordnung von 132 Mio. CHF attestiert der TVGD eine gute Ertragsstärke. So kann die Finanzierung der Erneuerung aller Anlagen in 24 Jahren aus eigener Kraft finanziert werden. Die durchschnittliche Betriebsdauer liegt im Bereich zwischen 25 und 30 Jahren.

Nicht vollkommen zu überzeugen vermögen die Bilanzkennzahlen mit einer Eigenmittelquote von lediglich knapp 31%. Hierbei nicht übersehen werden dürfen indessen die Investitionen in den letzten Jahren, die zu einer Erneuerung der Anlagen führte. So wurden die Bahnanlagen auf den „State of the Art“ gebracht, um den hohen Anforderungen der aktuell laufenden Spiele der Jugendolympiade gerecht zu werden. Der Grossteil der Schulden der TVGD besteht aus Darlehen der öffentlichen Hand, während die Bankkredite im Berichtsjahr vollkommen zurückbezahlt wurden. Diese Finanzierungen erfolgten im Zusammenhang mit der Jugendolympiade.

Die Aktien der TVGD werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis der letztbezahlten Kurse von 26.15 CHF notieren die Aktien mit einem massiven Abschlag zum Buchwert von 167 CHF. Als keinesfalls überhöht angesehen werden kann auch das KGV von knapp 11 für das Berichtsjahr. Hierbei sind insbesondere die hohen Sachabschreibungen, welche die betrieblich notwendigen Werte nicht unerheblich überschreiten dürften, zu berücksichtigen.

Wenig aussagekräftig ist wegen der hohen Abschreibungen und den daraus resultierenden stillen Reserven auch das Verhältnis des Unternehmenswerts zum EBITDA. Die TVGD dürfte über einige Reserven in den Sachanlagen verfügen, die allerdings von den aussenstehenden Aktionären kaum je realisiert werden können. Die Aktien werden zudem von den meisten Anlegern nicht beachtet, was den auffallend tiefen Kurs erklären könnte. Der Grossteil der Papiere ist bei lokalen Anlegern breit gestreut. Diese erhalten, sofern sie an der GV teilnehmen, eine ansprechende Naturaldividende in der Form einer Ski-Tageskarte im Wert von über 50 CHF und einen ansehnlichen Apéro.

Transparenzhinweis: Der Autor ist Aktionär des Unternehmens.

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