Valora: Solide Resultate im Übergangsjahr 2019

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Der Kioskkonzern Valora blickt auf ein bewegtes Jahr 2019 zurück. Mit dem Gewinn der SBB-Ausschreibung für 262 Standorte zementierte der Konzern seine Führungsposition an den lukrativen Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs. Das Unternehmen hatte aber steigende Mieten und hohe Investitionen zu stemmen.

Bereits 2019 fielen im Zusammenhang mit der SBB-Ausschreibung Kosten in Höhe von 9 Mio. CHF an, die auf dem operativen Gewinn lasteten. So ging das EBIT auf vergleichbarer Basis und nach der neuen Rechnungslegung IFRS 16 um 5% auf 91.5 Mio. CHF zurück. Die eigenen Prognosen hat Valora damit jedoch übertroffen.

CEO Michael Mueller zeigte sich am Mittwoch vor den Medien in Zürich denn auch zufrieden mit dem „ereignis- und erfolgreichen Übergangsjahr“, wie er sich ausdrückte. Die operative Gewinnmarge von 4,5% bleibe „sehr solide“. Auch dank Sondereffekten resultierte unter dem Strich sogar ein um 35% höherer Gewinn von 73.7 Mio. CHF.

Leichter Umsatzrückgang

Dem schwierigen Marktumfeld konnte sich der Kioskbetreiber aber nicht ganz entziehen. So ging der Umsatz im Schweizer Detailhandel um 2,2% auf 1.2 Mrd. zurück, was Valora unter anderem mit rückläufigen Verkäufen von Tabak- und Presseprodukten erklärt. Auf Gruppenebene hielt sich der Umsatzrückgang mit -0,8% auf 2.0 Mrd. aber in engen Grenzen.

Kompensieren konnten dabei teilweise die Märkte Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie Zuwächse bei „Foodvenience“. In dieser Kategorie fasst Valora Esswaren zum Sofortverzehr, Dienstleistungen und andere Non-Food-Produkte mit Ausnahme von Presse, Bücher und Tabakwaren zusammen. „Hier sind wir um 2,9% gewachsen, und wir werden diesen Bereich weiter ausbauen“, erklärte der CEO.

Diese Fokussierung soll auch mit einer Verbesserung der Profitabilität in Zukunft einhergehen. So erreichte der Bereich „Food Service“ im vergangenen Jahr eine EBIT-Marge von 12,2%, gegenüber 3,2% im Detailhandel.

Hohe Investitionen

Weiteren Schub verspricht sich Valora vom erfolgten Ausbau der Produktionskapazitäten bei der Laugenbäckerei, der im vergangenen Jahr mit 42 Mio. knapp die Hälfte der Gesamtinvestitionen von 95 Mio. CHF verschlang.

Im laufenden Jahr richtet sich das Augenmerkt auf den Umbau der SBB-Standorte, wobei die Gesamtinvestitionen mit 110 Mio. CHF noch höher ausfallen sollen als im Vorjahr. Den Investitionsbedarf in einem „normalen“ Geschäftsjahr beziffert das Unternehmen auf 50 bis 70 Mio. CHF.

Auch die höheren Mietkosten für die SBB-Standorte lasten dabei auf der Rechnung. „Diese Mehrkosten in Höhe von 20 Mio. CHF wollen wir mit operativen Verbesserungen aber weitgehend ausgleichen“, so Mueller. Es könne für 2020 mit einem operativen Gewinn von 85 bis 91 Mio. CHF und damit einem Ergebnis im Rahmen des Vorjahres gerechnet werden.

Börse applaudiert

Weiter bestätigte der CEO die geltenden Mittelfristziele, wonach die EBIT-Marge bis 2025 durchschnittlich pro Jahr um 0,2 Prozentpunkte steigen soll. Auch an der Dividendenpolitik soll mit einer Ausschüttung mindestens auf Vorjahresniveau festgehalten werden. So wurde den Aktionären auch für 2019 eine unveränderte Dividende von 12.50 CHF je Aktie vorgeschlagen.

An der Schweizer Börse wurden die Resultate erfreut aufgenommen. Bis Handelsschluss kletterten die Titel um 4,3% auf 280 CHF. Analysten sprachen in Kommentaren von soliden Resultaten, die insbesondere bezüglich Rentabilität positiv überrascht hätten.

an/kw/jb

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