Sunstar Holding: Hotelgruppe startet mit Rekordzahlen ins neue Geschäftsjahr

Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie noch nicht abschätzbar

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Die Sunstar Holding AG erzielte im Sommer 2019 Rekordzahlen. Wie das Unternehmen kürzlich mitteilte, geht der Sommer als Rekord in die 50-jährige Unternehmensgeschichte ein. Erstmals seit über 20 Jahren wurde im Sommerhalbjahr, das bei Sunstar von Mai bis Oktober dauert, ein Gewinn erzielt. Dieser fiel mit 0.5 Mio. CHF deutlich aus. Noch im Vorjahr hatte ein Verlust von 0.9 Mio. CHF resultiert. Dem kontinuierlichen Anstieg der Logiernächte folgte im letzten Sommer «endlich» auch das finanzielle Gesamtergebnis.

In Saas-Fee ist auch in warmen Wintern immer Schneesicherheit gewährleistet. Quelle: zvg
Straffes Kostenmanagement lässt Margen steigen

Die Logiernächte legten im Vorjahresvergleich um 5,1% auf 167’800 zu. Wie in den Vorjahren entwickelten sich die beiden Betriebe im Berner Oberland erfreulich. Dank des anhaltenden Zustroms an asiatischen und arabischen Gästen stieg deren Auslastung weiter an. Auch die beiden Walliser Betriebe steigerten die Zahlen. Weiterhin rückläufig waren die Gästezahlen in den Graubündner Häusern. In der Summe stiegen die Umsätze um 4.7% auf 24.6 Mio. CHF an. Ein unterproportionales Kostenplus liess den Bruttobetriebsgewinn (GOP) um 38% auf 4.7 Mio. CHF anschwellen. Die GOP-Marge betrug 19,1% nach 14,5% im Vorjahr. Noch stärker legte das Nettoergebnis wegen eines «kleinen Verkaufsgewinns» aus dem veräusserten Hotel in Flims zu.

Chinesische Gäste stornieren erste Reisen

Der Start in die Wintersaison verlief erfreulich, obwohl in den Betrieben in Grindelwald, Klosters und Wengen wegen des Schneemangels keine Winterstimmung aufkam. Zum aktuellen Zeitpunkt sind die Buchungen für die gesamte Wintersaison leicht höher als im Vorjahr. Dies lässt die Geschäftsleitung auf ein positives Ergebnis für das Gesamtjahr hoffen. Noch nicht möglich sei es, die genauen Auswirkungen des Coronavirus auf die Sunstar Gruppe zu bestimmen. Für den Zeitraum bis Ende April wurden schon vereinzelte Reisen storniert. Die Hauptreisezeit für chinesische Touristen fällt in die Sommerperiode von Mai bis Oktober. Von möglichen Ausfällen betroffen wären vor allem die Betriebe im Berner Oberland und in Zermatt. Ein Risikomanagement wurde installiert.

Regionalleiter fallen weg

Ab dem 1. Mai 2020, d.h. mit dem Start des neuen Geschäftsjahres, fallen die Positionen der bisherigen Regionalleiter weg. Die operative Führung der Hotels wird vom CEO Silvio Schoch übernommen. Schoch gibt das Amt als Finanzchef ab, dieses wird von Florian Hofer übernommen. Während sich der bisherige Regionalleiter für die Betriebe im Berner Oberland und Wallis Yves P. Timonin wieder vollumfänglich dem Hotel in Grindelwald widmet, wird die Familie Zürcher, die bisher für die Graubündner Häuser und das Tessin zuständig waren, das Unternehmen verlassen.

Fazit

Die Geschäftszahlen für das Sommerhalbjahr 2019 fallen sehr erfreulich aus. Erstmals seit über 20 Jahren ist es Sunstar gelungen, im chronisch defizitären Sommergeschäft schwarze Zahlen zu erzielen. Die aktuelle Buchungssituation und der bisherige Geschäftsverlauf des Winters 2019/20 lässt für das Gesamtjahr schwarze Zahlen als nahezu sicher erscheinen. Mögliche negative Auswirkungen durch das Coronavirus sollten im laufenden Jahr allenfalls in einem sehr überschaubaren Rahmen ausfallen. Für das nächste Geschäftsjahr könnte sich allerdings das Virus für die in den letzten Jahren florierenden Betriebe im Berner Oberland negativ niederschlagen. Es kann allerdings keinesfalls ausgeschlossen werden, dass ein allfälliger Wegfall asiatischer Gäste durch Besucher aus dem Inland und dem europäischen Ausland kompensiert wird. Fernreisen von Europäern in die asiatischen Länder könnten durch den Virus ebenfalls wegfallen.

Die Aktien der Hotelgruppe werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 850 CHF notieren die Titel mit einem Discount von rund 12% auf den Buchwert per Ende des Geschäftsjahres 2018/19. Noch weitaus höher liegen dürfte indessen der Substanzwert der Papiere. Dieser ist für den aussenstehenden Aktionär indessen nur von theoretischer Natur und kaum je zu realisieren. Angesichts des zu erwartenden Gewinnausweises für das Geschäftsjahr 2019/20 kann eine Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen zwar nicht ausgeschlossen werden, erscheint aber nicht zuletzt wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus eher unwahrscheinlich.

Festgehalten wird an der Naturaldividende in der Form von Aktionärsbons. Deren Höhe dürfte den Vorjahreswert von 50 CHF wieder erreichen. Die Bons können zur Bezahlung von Übernachtungen bis zu 50% respektive für Aktionäre, die eine Treuekarte besitzen, bis zu 60% auf den Listenpreis von Übernachtungen mit Frühstück ausserhalb der Hauptsaison im Winter und des Jahreswechsels eingesetzt werden. Für diejenigen Anleger, welche die Vergünstigungen nutzen können, bieten die Titel eine attraktive Rendite, die alleine auf der Basis der Bons bei stattlichen 5,9% liegt. Oftmals bietet Sunstar den Aktionären noch weitere Sonderkonditionen an buchungsschwachen Tagen an. Für Investoren, die diese Angebote nutzen können, eignen sich die Titel zur Depotbeimischung.

Transparenzhinweis: Der Autor ist Aktionär des Unternehmens.

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