Titlis Bergbahnen: Belegschaft geht wegen Corona-Krise zu 100% in Kurzarbeit

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Die Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis haben wegen den Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Krise den Betrieb schliessen müssen. Das Unternehmen hat deshalb am 16. März für die gesamte Belegschaft 100% Kurzarbeit eingereicht, wie es in einer Mitteilung anlässlich der Generalversammlung hiess.

Das Unternehmen sieht sich finanziell für die Krise gerüstet: „Wir sind grundsolide finanziert, und die Liquidität ist auch für diese grössere Krise gesichert“, hiess es in der Information zuhanden der Aktionäre vom Freitag. Man habe die Ausgangslage analysiert und der „berechtigten Zuversicht“ folgend beschlossen, an der Ausschüttung der bereits beantragten Dividende für das Geschäftsjahr 2018/19 festzuhalten.

Die Aktionäre, die wegen der Coronavirus-Krise nicht anwesend sein durften und über die Stimmrechtsvertreterin abstimmen mussten, stimmten der Ausschüttung zu. Dazu genehmigten sie auch einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 5.

Guter Start gefolgt von Einbruch

Bis Ende Januar 2020 seien die Bergbahnen gut in das neue Geschäftsjahr gestartet, hiess es weiter. In der Wintersaison bis Ende Januar sei die Gästezahl um 10,1% gestiegen. Auch Anfang Februar hätte sich das Segment Schneesport und Individualgäste vorerst im gleichen positiven Trend entwickelt, bis die Coronakrise ihre ersten Zeichen gesetzt habe.

Bereits im Februar hätten die Einbussen bei den internationalen Reisegruppen über 50% betragen und die Einbussen von chinesischen Reisegruppen 95%. Die Ersteintritte würden per Ende März gegenüber dem Vorjahr bereits um 70’000 im Rückstand sein.

Die Hoffnung, durchgängig ein Minimalangebot am Titlis aufrechtzuerhalten, zerschlug sich bald: Die Titlis-Bergbahnen hatten zu denjenigen Betreiberin gehört, die auch nach der Ausrufung des Notstands durch den Bundesrat am Freitag, 13. März, zuerst den Betrieb noch offen hatten. Dabei habe man sich auf die Verordnung des Bundesrates gestützt, schrieb das Unternehmen. Am Samstagnachmittag sei jedoch eine „Verschärfung und Klarstellung“ erfolgt, und man habe den Betrieb geschlossen.

Vorbereitet auf Wiedereröffnung

Die Titlis Bergbahnen haben nun verschiedene Szenarien entwickelt und sehen sich „bestens vorbereitet“, um den Betrieb nach dem Shutdown wieder geordnet und angepasst hochzufahren. „Damit wir schnell einsatzfähig sind, werden die grossen Revisionsarbeiten der Anlagen auf der Hauptachse Engelberg-Titlis, die im Herbst geplant waren, in den Frühling vorverschoben“, hiess es im Bericht.

Das Unternehmen geht davon aus, dass sich der Schweizer Markt und das nahe Europa am schnellsten erholen würden. Dazu bereitet es eine Kampagne vor. Da der heimische Markt von allen Destinationen hart umkämpft sein werde, müsse man hier überproportional investieren.

In einer weiteren und späteren Phase gehe es darum, den internationalen Tourismus wiederum zu starten. „Dennoch gehen wir davon aus, dass das internationale Reisegeschäft im laufenden Jahr nur zögerlich starten wird.“

Die Erfahrungen der früheren Krisen zeigten, dass sich der Tourismus wiederum auf das vorherige Niveau erholen werde. Die Coronakrise sei jedoch um eine Dimension einschneidender, und man hoffe, dieselben Entwicklungen wie nach den vergangenen Krisen zu haben.

Die Aktien der Titlis Bahnen sind an der SIX Swiss Exchange kotiert. Zuletzt wurden 262 CHF für eine Aktie bezahlt.

tt/ra

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