Eniwa Holding: Margeneinbruch wegen Verzicht auf Gaspreiserhöhung

Gruppengewinn im 1. Semester 2023 bei 1.8 Mio. CHF

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Eniwa betreibt in Aarau ein Laufwasserkraftwerk, das Bandenergie produziert. Bild: zvg

Das Aargauer Versorgungsunternehmen Eniwa konnte im 1. Semester 2023 nicht von der Entspannung an den Energiemärkten profitieren. Wie das Unternehmen erklärte, führte das milde Klima zu einem Rückgang der abgesetzten Energiemenge. Gleichzeitig verzichtete Eniwa auf eine Erhöhung der Gaspreise, was zu einem schwachen Betriebsergebnis (EBIT) von nur 1.5 Mio. CHF (Vorjahr: 6.2 Mio. CHF) führte. Nur dank eines positiven Finanzergebnisses lag der Gruppengewinn mit 1.8 Mio. CHF leicht über dem Vorjahreswert.

Weniger Energie verkauft

Im 1. Semester 2023 beeinflussten der milde Winter und der überdurchschnittlich warme Frühling den Absatz von Gas und Strom. So wurden mit 171 GWh um 5,7% weniger Strom verkauft. Der Absatz im Eniwa-Gasnetz ging sogar um 12,8% auf 206 GWh zurück. Trotz der rückläufigen Volumina bei der Netznutzung und Energiemenge stieg die betriebliche Gesamtleistung um 16,6% auf 116.9 Mio. CHF. Dies ist vor allem auf die höheren Preise für Energie zurückzuführen. Der Entscheid von Eniwa, die höheren Beschaffungskosten beim Gas nicht durch Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben, drückte allerdings auf die Marge. So ist die EBIT-Marge gegenüber dem Vorjahr von 6,1% auf 1,3% gesunken.

Positiv entwickelte sich nach Unternehmensangaben jedoch die Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen. Der Bereich EnerCom gewinne mit dem Ausbau des Glasfasernetzes, dem immer grösser werdenden Datacenter in Buchs sowie mit Internet- und Cloudlösungen laufend neue Kundinnen und Kunden, heisst es in einer Medienmitteilung. Auch der Bereich Elektrodienstleistungen und erneuerbare Energien entwickle sich gut.

Finanzergebnis wieder positiv

Nach einem negativen Finanzergebnis von 6.0 Mio. CHF im 1. Semester 2022 drehte das Ergebnis in den ersten sechs Monaten 2023 wieder in die schwarzen Zahlen und wurde mit 0.9 Mio. CHF ausgewiesen. Mit 1.8 Mio. CHF bleibt das Gruppenergebnis dennoch weit hinter früheren Semesterzahlen zurück. Für das Gesamtjahr 2023 rechnet Eniwa nur mit einem «befriedigenden Ergebnis». Positiver sieht CEO Hans-Kaspar Scherrer das kommende Jahr: «Ich bin überzeugt, dass die Eniwa im Jahr 2024 wieder an frühere Jahresergebnisse anknüpfen wird und wir nächstes Jahr wieder mit einem besseren Ergebnis abschliessen werden.»

Scherrer betont auch die Bedeutung des von Eniwa betriebenen Laufwasserkraftwerks in Aarau im Zusammenhang mit der Energiestrategie 2050. Nach dem Kernenergieausstieg werde die Laufwasserkraft die einzige Bandenergie sein, was gerade im sonnenschwachen Winter von zentraler Bedeutung für die Stromversorgung der Schweiz sein werde. Daher sei die Kraftwerkserneuerung von strategischer Bedeutung.

Der Aktienkurs ging in den letzten Monaten zurück. Chart: otc-x.ch

Die Aktien der Eniwa Holding AG werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Zuletzt wurden 1’150 CHF für eine Aktie bezahlt. Seit Jahresbeginn hat der Aktienkurs rund 7% verloren.

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