
Wenn sich in den Frühlingswochen Ende Mai und Anfang Juni die Luzerner Seepromenade jeweils zusätzlich zu den flanierenden Touristen auch noch mit mehreren hundert Personen rund um das Casino füllt, steht die Generalversammlung der Kursaal-Casino AG Luzern bevor. Ein Ereignis, das seit Jahrzehnten als Fixpunkt in der Agenda der vielen Aktionärinnen und Aktionäre eingetragen ist – an der Ausgabe 2026 nahmen fast 1000 Personen teil. Doch in diesem Jahr war dem Traditionsanlass das Wetter nicht hold – es regnete unaufhörlich, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch tat.
Effizient und profitabel bleiben
Verwaltungsratspräsident Philipp Gmür eröffnete die 130. Generalversammlung mit dem Hinweis auf die drei strategischen Entwicklungsachsen, welche die Grand Casino Luzern Gruppe für die kommenden Jahre verfolgt: «Wir wollen erstens unsere führende Position im Online-Geschäft stärken. Wir wollen zweitens unser landbasiertes Casino hier in Luzern modernisieren und wir wollen drittens unsere Gastronomie und die vielfältigen Veranstaltungen effizient und profitabel weiterentwickeln.» Die strukturellen Veränderungen im Freizeitverhalten hätten sich seit der Pandemie akzentuiert, was die Gruppe nun verstärkt spüre. Mit dem landbasierten Casino liessen sich in der Schweiz die früher erzielten Umsätze nicht mehr erreichen. Zusätzlich wird nun auch im bisher boomenden Onlinemarkt eine Konsolidierung sichtbar. Und schliesslich geben die Gäste tendenziell weniger Geld aus, so konnte das Casino Im letzten Jahr zwar mehr Gäste begrüssen, doch der Umsatz erhöhte sich nicht.

Das Jahr 2025 begann im Spielbereich in den ersten Monaten unter den Erwartungen, während sich der Gastronomiebereich rund um Events und Veranstaltungen erfreulich entwickelte. Das führte zu einem verhaltenen Start ins Jahr 2025. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung lancierten deshalb früh ein Effizienzprogramm: Prozesse wurden verschlankt, Kostenstrukturen optimiert und der Personalbestand an die Geschäftsentwicklung angepasst. Das Effizienzprogramm wirkte rasch: es führte in Verbindung mit der steigenden Nachfrage im zweiten Halbjahr 2025 zu einem positiven Abschluss des Geschäftsjahres. Die Gruppe erarbeitete 2025 ein Betriebsergebnis (EBITDA) von 3.8 Mio. CHF. Im Vorjahr waren es noch 4.3 Mio. CHF. Das Konzernergebnis erreichte 0.4 Mio. CHF. Der Jahresgewinn der Kursaal-Casino AG Luzern betrug 0.3 Mio. CHF (Vorjahr 1.0 Mio. CHF). Dank diesem am Schluss dennoch befriedigenden Jahresergebnis kann die investorenfreundliche Dividendenpolitik weitergeführt werden. Es wird eine Ausschüttung von 12 CHF pro Namenaktie und Genussschein vorgenommen.
Immer mehr illegale Anbieter
Philipp Gmür wies in seiner Ansprache auf eine politisch heikle Situation hin. Geldspiel sei in der Schweiz zu Recht streng reguliert, Betrug und Spielsucht sollen vermieden werden. Allerdings drängten immer mehr illegale Anbieter in den Schweizer Markt. Der Bundesrat will deshalb ein neues Bundesgesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen schaffen. Die Grand Casino Luzern Gruppe habe sich an der Vernehmlassung für dieses geplante Gesetz aktiv beteiligt. «Mit einem konkreten Vorschlag wollen wir die verbotenen Onlinecasinos in der Schweiz zurückdrängen.

Diese ausländischen Casinos schützen nicht vor Betrug und Spielsucht, und sie zahlen keinen einzigen Rappen an die AHV, im Gegensatz zu den Schweizer Casinos.» Die AHV verliere deshalb Jahr für Jahr mindestens 75 Mio. CHF. Illegale Casinos kämpften vom Ausland aus mit aggressiver Werbung um Spielende aus der Schweiz. Werbung für nicht-bewilligte Onlinecasinos sei zwar ebenso strafbar wie ein Spielbetrieb ohne Konzession, doch das Schweizer Recht lasse sich leider oft nicht durchsetzen. Denn sowohl illegale Casinos wie auch Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen haben ihre Geschäftssitze im Ausland. «Deshalb fordern wir in unserer Vernehmlassung, dass das Meldeverfahren für rechtswidrige Inhalte und für illegale Spiele, sowie die Werbung für solche Angebote, ergänzt wird» hielt er unmissverständlich fest. Zudem soll neu jeder ausländische Anbieter von Online-Werbung eine Rechtsvertretung in der Schweiz haben. Nur mit einem korrekten Standort in unserem Land können Twitter, Instagram, Google und andere Anbieter rechtlich zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie illegale Werbung für verbotene Glücksspiele veröffentlichen. «Wir hoffen sehr, dass der Bundesrat unseren Vorschlag wohlwollend prüft», hielt Gmür fest.
Myrta Lütolf neu im Verwaltungsrat
Im statutarischen Teil genehmigten die Aktionärinnen und Aktionäre der Kursaal-Casino AG Luzern den Lagebericht, die Jahresrechnung und die Konzernrechnung 2025, die ihnen erstmals online zur Verfügung standen. Die Wirtschaftsprüferin Myrta Lütolf wurde neu in den Verwaltungsrat gewählt. Sie arbeitet im Stab der Finanzdirektion Luzern und ersetzt den zurücktretenden Peter Weber als Vertreterin der Stadt Luzern im Verwaltungsrat. Nationalrat Peter Schilliger wurde für eine weitere, dreijährige Amtsdauer wiedergewählt. Ein Aktionär verglich die Ausgaben im Bereich Marketing mit denjenigen von anderen Casinos. CEO Wolfgang Bliem verwies darauf, dass sich die Schweizer Casinos hinsichtlich Geschäftsmodell, Infrastruktur und Gastronomieangebot deutlich unterscheiden würden. «Direkte Vergleiche sind deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig», betonte er.
Der Start ins neue Geschäftsjahr sei erfolgreich verlaufen. Die Verantwortlichen der Grand Casino Luzern Gruppe sind deshalb zuversichtlich, im Geschäftsjahr 2026 das Ergebnis des Vorjahres übertreffen zu können. Nach der Generalversammlung genossen die rund 1000 Gäste im Grand Casino Luzern einen Abend mit kulinarischen Höhepunkten und vielen Gesprächen.





