
Das finanzielle Ergebnis der Lienhardt & Partner Privatbank war im ersten Halbjahr primär vom Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft getrieben. Dank eines stark gestiegenen Kundenvermögens verbesserten sich die Einnahmen deutlich. Zusammen mit den Erträgen aus dem Immobilien- und dem schwächeren Zinsengeschäft erhöhte sich der Geschäftsertrag moderat um 1,0% auf 26.45 Mio. CHF. Aufgrund gestiegener Kosten verblieb unter dem Strich ein um 1,5% tieferer Gewinn von 6.19 Mio. CHF.
Schwächeres Zinsengeschäft
Wie erwartet entwickelte sich das Zinsengeschäft im ersten Halbjahr schwächer. Das tiefe Leitzinsniveau der SNB, das aktuell bei 0,0% liegt, und ein «leicht rückläufiges Kreditvolumen» waren die Gründe für den Rückgang. Im zweiten Halbjahr rechnet die Bank damit, dass sich das Zinsengeschäft nicht gross verändern und weiterhin von niedrigeren Leitzinsen beeinträchtigt sein wird. Mit einem Anteil von 19,0% an den gesamten Erträgen bleibt es nach dem Anlagegeschäft (50,0%) das zweitwichtigste Standbein der Privatbank, noch vor dem Immobilien- (18,0%) und Handelsgeschäft (13,0%).
Das Anlagegeschäft selbst profitierte derweil von den gestiegenen Kundenvermögen: Die verwalteten Vermögen (Assets under Management) der Bank stiegen im ersten Halbjahr um 18,0% auf 14.75 Mrd. CHF.
Während das Zinsgeschäft bremste, profitierte das kleinere Handelsgeschäft von der höheren Marktvolatilität und konnte sich mit einem Anstieg von 31,7% deutlich verbessern. Der übrige ordentliche Erfolg lag hingegen unter dem Vorjahresniveau.
Leicht höherer Ertrag, Geschäftsaufwand drückt auf Gewinn
Im ersten Halbjahr lag der Geschäftsertrag des Unternehmens bei 26.4 Mio. CHF – eine leichte Verbesserung um 1,0% gegenüber dem 1. Halbjahr 2025. Der Geschäftsaufwand erhöhte sich zudem um 4,0% auf 16.06 Mio. CHF. Trotz des höheren Ertrages ging der operative Geschäftserfolg um 3,1% auf 10.13 Mio. CHF zurück, was sich auch im Gewinn niederschlug: Dieser sank um 1,5% auf 6.19 Mio. CHF.
Die Bilanzsumme der Privatbank wuchs um 10,4% auf 1.52 Mrd. CHF. Das Eigenkapital liegt mit 199.5 Mio. CHF um 7,8% höher als im Vorjahr. Die Tier-1 Kernkapitalquote – der Anteil harten Eigenkapitals zu risikogewichteten Aktiven – blieb mit 24,7% (Vorjahr: 24,6%) stabil, und liegt deutlich über dem regulatorisch geforderten Minimum.
Fazit
Die stabile Geschäftsentwicklung ist ein positives Zeichen für Anleger. Trotz der tiefen Leitzinsen der SNB konnte die Privatbank den Rückgang im Zinsengeschäft mit ihren anderen Geschäftsfeldern kompensieren.

In den letzten zehn Jahren profitierten die Aktionärinnen und Aktionäre der Privatbank von einem langfristigen Aufwärtstrend. Das KGV liegt heute bei 17.8 und das Preis/Buch-Verhältnis bei 1.10. Der Titel ist damit nicht zu hoch bewertet, und die Aktien legten seit Juli 2016 um 136,6% zu. Heute notiert die Aktie bei 4’200 CHF und damit leicht über ihrem Buchwert von 3’803 CHF.
Trotz dieser attraktiven Bewertung bleibt die Dividendenrendite mit 1,31% unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen OTC-X kotierten und börsenkotierten Banken. Mit einem Deckungsgrad von 121% (stand 2025) und einer Tier-1-Quote von 24,7% ist die Privatbank solide kapitalisiert und könnte ihren Anlegern auch eine höhere Dividende ermöglichen.
Lienhardt & Partner präsentiert sich damit als solide kapitalisierte und diversifizierte Privatbank, deren stabile Entwicklung sich langfristig für Aktionäre positiv ausgezahlt hat. Bei der Dividende gibt es im Branchenvergleich allerdings Spielraum.



