Kursaal Bern: gelungener Start nach Investitionsphase

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Seit zwei Jahren zeigt der Aktienkurs der Kongress + Kursaal Bern AG nach unten. Allein in diesem Jahr mussten die Titel rund 15% abgeben und notieren derzeit bei 405 CHF. Zwei Gründe dürften für den Abgabedruck gesorgt haben: einerseits die generell schwierige Entwicklung in einem gesättigten Casinomarkt, die auch vor anderen Casinoaktien nicht Halt macht (siehe Blog-Beitrag vom 10. Juli), andererseits der im Geschäftsjahr 2012 eingefahrene Verlust in Höhe von 2.8 Mio. CHF, der auch zu einem Dividendenausfall führte. An der Generalversammlung betonte Kursaal-Verwaltungsratspräsident Daniel Frei, dass diese Situation aufgrund der hohen Investitionen in den Umbau des Kursaals und der Neueröffnung des Casinos in Neuenburg entstanden sei. Er wies gleichzeitig darauf hin, dass sich schon in 2013 eine erfreuliche Entwicklung abzeichne.

Auf Nachfrage bestätigte Daniel Frei nun, dass die „Anlaufphase nach der langen Bauzeit gelungen ist“. Die Geschäftsentwicklung im 1. Semester des laufenden Geschäftsjahres entspreche den Erwartungen, so Frei. Konkrete Halbjahreszahlen publiziert die Kongress + Kursaal Bern AG allerdings nicht. Das Grand Casino sei zwar wie alle Casinobetriebe in der Schweiz mit rückläufigen Brutto-Spielerträgen (BSE) konfrontiert. „Dieser Trend wirkt sich zum Glück in Bern nicht so stark aus wie in anderen Casinos“, erklärt Frei. Im Geschäftsjahr 2012 betrug der BSE-Rückgang gerade einmal 1.5%, während andere Spielstätten Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen hatten. Erfreulich entwickeln sich nach Angaben von Frei auch die Umsätze im Kursaal, der Gastronomie und im Hotel Allegro. Auch das im November 2012 eröffnete Casino in Neuenburg soll gut angelaufen sein. Frei ist zuversichtlich, dass dort im gesamten ersten Geschäftsjahr bereits ein BSE von über 20 Mio. CHF eingespielt wird und das Casino auch eine ausgeglichene Rechnung vorlegen kann. In Bezug auf den Dividendenausfall betont Frei, dass die Gesellschaft an die bewährte Dividendenpolitik der früheren Jahre anknüpfen werde. Konkret bedeutet dies, dass für 2013 wieder eine Dividendenzahlung in Form einer steuerfreien Rückzahlung aus den Reserven für Kapitaleinlagen möglich sein wird.

Die Aussagen von Frei verströmen Zuversicht und deuten an, dass der Start nach der Investitionsphase gelungen ist. Durch den Wegfall der mit den Umbau- und den Eröffnungsmassnahmen verbundenen Sonderkosten dürfte die Kongress + Kursaal Bern AG im laufenden Geschäftsjahr wieder den Weg in die Profitabilität finden. Der konsolidierte Gewinn sollte mit 4 bis 5 Mio. CHF (ca. 49 bis 61 CHF je Aktie) mindestens das Niveau der Jahre vor dem Umbau erreichen. In diesem Fall könnte sich die Ausschüttung, vielleicht schrittweise, wieder bei 12.50 CHF je Aktie einpendeln. Mit einer Dividendenrendite von 3.1%, einem Kurs/Gewinnverhältnis von 8 und einem Verhältnis vom Kurs zum Buchwert von 0.6 sind die Aktien bei Kursen um 405 CHF nicht zu teuer. Weiteres Kurspotenzial ergibt sich, wenn sich die in den letzten Jahren getätigten Investitionen in Form von höheren Umsätzen und insbesondere einer kräftigen Steigerung des Betriebsgewinns in der Erfolgsrechnung zeigen. Die Voraussetzungen dafür sind mit dem neuen Kursaal, den optimierten Küchenanlagen und dem Casino in Neuenburg jedenfalls gegeben. Jetzt müssen sie nur noch genutzt werden.

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