Thurella AG: ist im ersten Semester 2014 auf Kurs und plant Investitionen

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Mit einer frechen Kampagne wirbt Biotta für seine "Veggies". Bild: biotta.ch
Mit einer frechen Kampagne wirbt Biotta für seine „Veggies“. Bild: biotta.ch

An den Aktienmärkten hat die von vielen Marktbeobachtern erwartete Korrektur begonnen. Auch im ausserbörslichen Bereich war der Verkaufsdruck spürbar. Zu den Verlierern der letzten Wochen gehört auch die Aktie des Fruchtsaftherstellers Thurella AG. Der Aktienkurs hat seit dem Hoch von 98 CHF um rund 10% verloren. Dass dieser Kursrückgang vor allen Dingen vom Marktumfeld bestimmt und weniger auf die operative Leistung zurückzuführen ist, zeigt ein Blick auf die Ende September publizierten Zahlen für das erste Semester 2014. Bei einem Umsatz von 16 Mio. CHF erwirtschaftete die Gesellschaft einen operativen Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) von 2.0 Mio. CHF. Das Konzernergebnis lag für die ersten sechs Monate bei 881’000 CHF und damit unter den Vorjahreswerten. CEO Clemens Rüttimann weist allerdings darauf hin, dass die Zahlen nicht mit denjenigen des 1. Semesters 2013 vergleichbar seien. Denn Ende letzten Jahres wurde das Mostereigeschäft verkauft, was zu einem Rückgang bei Umsatz und Ertrag geführt habe. Seither fokussiert Thurella auf die Marken Biotta, Traktor und Gesa Gemüsesaft (siehe auch Interview vom 5. August). „Es wird bis Ende 2015 dauern, bis wir wieder Jahreszahlen ausweisen werden, die mit der Vorjahresperiode vergleichbar sind“, so Rüttimann.

Das erste Semester 2014 war daher auch geprägt von der Lancierung der Getränkeserie „Biotta Veggies“, die mit einer Plakatkampagne in Genf und Zürich (siehe Bild) beworben und im Kühlregal eingeführt wurde. Nach ersten Angaben ist Rüttimann sehr zufrieden mit der Lancierung, betont aber, dass es einige Zeit brauche, bis die Erfolge messbar seien. Im Exportgeschäft konnte Thurella mit Biotta in Nordamerika und Asien Fortschritte erzielen und so einen Teil der wegbrechenden Umsätze in Russland kompensieren. Mit zweistelligen Wachstumsraten ist nach Angaben von Thurella das Geschäft bei der deutschen Tochter GESA Gemüsesaft gewachsen, was insbesondere auf den Gewinn neuer Kunden zurückzuführen sei. Zudem gab Thurella bekannt, dass die im Juli fällig gewordene Anleihe in Höhe von 16.9 Mio. CHF fristgerecht zurückbezahlt wurde.

Für das Gesamtjahr gibt sich die Gesellschaft zuversichtlich und spricht von einem „soliden Resultat“. Konkrete Zahlen möchte Rüttimann allerdings noch nicht bestätigen, da bis zum Jahresende auch noch Investitionen geplant seien, die einen Einfluss auf das Jahresergebnis haben könnten. Zu diesen Investitionen gehören nicht nur höhere Marketingaufwendungen für die Marke „Biotta“ sowie Ersatz- und Ausbauinvestitionen in die Technik in Tägerwilen. Auch bei der GESA Gemüsesaft GmbH wurde in den Ausbau der Tankkapazität investiert, um die Voraussetzungen für weiteres Wachstum zu schaffen. Diese Investitionen ebenso wie der Rückbau in Egnach könnten die Jahresrechnung noch beeinflussen, so Clemens Rüttimann.

Nachdem der Kurs der Thurella-Aktie seit Jahresbeginn um gut 30% zugelegt hatte, konsolidiert dieser aktuell auf hohem Niveau. Wie bereits in unserem letzten Kommentar geschrieben, wird es nach dem gelungenen Turnaround noch ein bis zwei Jahren dauern, bis sich die Investitionen in die neuen Produkte und Marken auszahlen werden. Für das laufende Geschäftsjahr ist daher mit einem Umsatz im Bereich von 32 bis 34 Mio. CHF zu rechnen. Bei einer EBIT-Marge von um die 9%, welche in 2014 durchaus erreichbar sein dürfte, sollte das EBIT dann bei etwa 3 Mio. CHF liegen. Wie hoch schlussendlich der Gewinn ausfallen wird, ist angesichts der angekündigten Investitionen noch nicht abschätzbar. Positiv dürfte sich in jedem Fall der Wegfall der Zinszahlungen für die Anleihe auf die Jahresrechnung auswirken. Sofern wieder eine Dividende in Vorjahreshöhe ausgeschüttet wird, würde de Rendite bei Kursen um die 86 CHF auf der OTC-X Plattform eher durchschnittliche 2.3% erreichen. Kurzfristig ist daher mit keinen Kursavancen zu rechnen. Langfristig orientierte Anleger sollten den Titel allerdings weiterhin im Auge behalten und bei Kursschwächen Käufe prüfen. Denn neben einer erfreulichen Entwicklung des Fruchtsaftgeschäfts könnte auch das geplante Immobilienprojekt in Egnach mittelfristig zu einem positiven Effekt führen.

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