BVZ Holding AG: Bleibt an der SIX kotiert – positiver Geschäftsverlauf in 2014

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Die Matterhorn Gotthard Bahn am Oberalppass. Bild: www.matterhorngotthardbahn.ch
Die Matterhorn Gotthard Bahn am Oberalppass. Bild: www.matterhorngotthardbahn.ch

Die im Wallis ansässige Bahngesellschaft BVZ Holding AG präsentierte am 21. November 2014 die Zahlen für die Monate Januar bis Oktober 2014. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Erträge um 5.8% auf 81.1 Mio. CHF an. Wie Verwaltungsratspräsident Jean-Pierre Schmid in einer Medienkonferenz mitteilte, befinde sich der Regionalverkehr in einem starken Aufschwung. Dies spiegle sich in einem Anstieg der Erträge um 12.2% auf 39.1 Mio. CHF bei einem gleichzeitigen Anstieg des Anteils an den Gesamterlösen von 45% auf 48% wider. Seit 2007 verzeichnet die Gesellschaft einen stetigen Zuwachs in diesem Geschäftsbereich, was Schmid auf die Eröffnung des neuen Lötschbergtunnels zurückführt. Einen Teil zum Plus beigetragen haben dürfte auch der Ausbau des Angebots, der mit der Einführung eines Halbstundentaktes zwischen Fiesch und Zermatt ab dem 14. Dezember 2014 fortgeführt wird.

Im Geschäftsbereich Erlebnisreisen mit den Angeboten Glacier Express und Gornergrat Bahn musste die BVZ einen leichten Rückgang um 0.6% auf 30.8 Mio. CHF verbuchen. Angesichts des ungünstigen Wetters bezeichnete Schmid dieses Minus als sehr klein. Geschäftsführer Fernando Lehner ergänzte, dass das Sommergeschäft ein Flop gewesen war, dem allerdings ein sehr guter Herbst folgte. Zukünftig rechnet der Firmenchef mit einem weiteren Anstieg des Erlebnisreisengeschäfts. So soll denn auch der Gornergrat neu positioniert werden, um zusätzliche Gäste anzuziehen. Das neue Angebot beinhaltet eine Schlechtwettervariante, die den Ausflug zum Gornergrat auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen  zum Erlebnis werden lässt.

Quelle: Präsentation BVZ Holding AG
Quelle: Präsentation BVZ Holding AG

Sowohl im Bereich Erlebnisreisen als auch im Regionalverkehr will die Gesellschaft vom Ausbau in Andermatt profitieren. Es sei nicht nur bei den Investitionen in die neuen Hotels und die Erweiterung des Skigebiets, sondern im gesamten Dorf Andermatt eine Aufbruchsstimmung zu spüren, ergänzte der CEO. Die gesamte Investitionssumme bis Jahresende 2014 in der Destination beträgt 457 Mio. CHF. Der Bahnhof Andermatt liegt inmitten der Bauten und stellt das Bindeglied zwischen dem alten Dorf und den neuen Tourismusbauten dar. Im Oktober ist die neue Fussgängerunterführung unter den Bahngleisen hindurchgeschoben worden. Doch auch der Bahnhof selber wird ausgebaut, wofür alleine für die Bahnanlagen 50.7 Mio. CHF budgetiert sind. Das Baugesuch wird noch im Dezember 2014 eingereicht. Mit der Bewilligung wird für den Herbst 2015 gerechnet. Neben einer Überdachung des Gleisbereichs wird das gesamte Areal behindertengerecht ausgestaltet.

Bis inklusive November, der sich dem CEO zufolge bisher erfreulich entwickelte, hat die Gesellschaft die eigenen Ziele erreicht. Bis Jahresende rechnet Lehner mit einer Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung in einer ähnlichen Grössenordnung wie in den ersten zehn Monaten. Auch beim EBITDA (Betriebsgewinn vor Abschreibungen) rechnet der Firmenchef mit einem Anstieg. Für den Start in die neue Wintersaison zeichnet sich eine gute Situation ab. Dank der Südstaulage habe es bereits jetzt hervorragende Schneeverhältnisse. Sofern diese anhalten, was das Entscheidende für den Geschäftsgang sei, erwartet er eine sehr positive Entwicklung.

Auf Nachfrage von schweizeraktien.net teilte uns der CEO mit, dass die Aufgabe der Börsenkotierung nicht erfolgen werde. Die im Zusammenhang mit der Minder-Initiative notwendigen zusätzlichen Anforderungen an eine börsenkotierte Firma wird die Gesellschaft bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung im Jahr 2015 komplett erfüllen. Den Mehraufwand bezifferte Lehner auf 150’000 CHF. Es sei innerhalb des Verwaltungsrats zu einer Diskussion gekommen, bei der sowohl eine Dekotierung als auch das Festhalten an der Kotierung ins Auge gefasst wurde, ergänzte Schmid. Zum Schluss sei der Entscheid gefällt worden, an der Kotierung festzuhalten und die zusätzlichen Erfordernisse zu erfüllen.

Die BVZ Holding kann von der stetig steigenden Nachfrage nach Regionalverkehrsangeboten profitieren. Ebenfalls positiv auf das Unternehmen dürfte sich die sich langsam abzeichnende Verbesserung des Tourismusgeschäfts auswirken. Mit der Erweiterung des Angebots und dem neuen Rollmaterial, das die Gesellschaft beschafft hat, ist sie in der Lage, den erhofften Mehrverkehr zu bewältigen. Bei den Investitionen ist zu beachten, dass die Ausbauten der Bahnhöfe nicht zulasten der Gesellschaft gehen. Diese werden vollumfänglich von der Infrastrukturfirma, die ausschliesslich der öffentlichen Hand gehört, getragen. Die BVZ profitiert hingegen von der Verbesserung des Angebots.

Die Aktien der BVZ sind an der SIX Swiss Exchange kotiert. Auf der Basis der letztbezahlten Kurse von 300.75 CHF sind die Aktien mit einem KGV von knapp 10 für 2013 bewertet. Die Gesellschaft zahlte für das vergangene Jahr eine Dividende von 10 CHF pro Aktie aus, woraus sich eine Rendite von 3.3% errechnen lässt. Unter der Annahme eines Umsatz- und Gewinnanstiegs für 2014 kann davon ausgegangen werden, dass zumindest eine Dividende in Vorjahreshöhe ausgeschüttet werden wird. Unter der unserer Ansicht nach realistischen Annahme eines Gewinnanstiegs um 5% beträgt das KGV für 2014 tiefe 9. Damit erscheinen die Aktien keinesfalls überteuert. Dennoch dürfte nicht nur aufgrund der geringen Liquidität der Papiere, die nicht im Fokus der Anleger stehen, das Kurspotenzial tief ausfallen. Als sehr gering einzustufen ist auch das Rückschlagrisiko. Bei einer nicht unattraktiven Rendite von 3.3% eignen sich die Papiere für Investoren mit einem Bezug zur Gesellschaft als Ersatz für eine Obligation zur Anlage.

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