Musterdepot 2015: Parkresort Rheinfelden plant weitere Erhöhung der Ausschüttungen

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Die neue Saunalandschaft im Parkresort Rheinfelden. Bild: zvg
Die neue Saunalandschaft im Parkresort Rheinfelden. Bild: zvg

Die Parkresort Rheinfelden Holding AG ist ein Unternehmen der Gesundheits- und Wellnessbranche. Weit über die Region hinaus bekannt ist das Thermalbad sole uno, welches in den frequenzstarken Monaten ausserhalb der Sommersaison von täglich rund 1’300 bis 1’400 Gästen besucht wird. An den traditionell schwächeren Sommertagen zählt das Bad immer noch rund 800 Besucher. Die Zahlen zeigen den deutlich geringeren Einfluss des Sommergeschäfts auf die Gesamtzahlen auf. Dies erklärt, warum die Gesellschaft vom verregneten Sommer 2014 nur wenig profitieren konnte. Zwar sind die Besucherzahlen in diesen Monaten deutlich höher ausgefallen, wie uns der CEO Dr. Thomas Kirchhofer, bestätigte, aber gleichzeitig habe sich das gute Wetter im Frühjahr und im Herbst 2014 ungünstig auf die Frequenzen ausgewirkt. Insgesamt rechnet er für das Gesamtjahr 2014 mit einem leichten Rückgang der Erlöse aus dem Bäderbereich von 1% bei rund 1.5% tieferen Besucherzahlen.

Allerdings haben sich auch einige bauliche Optimierungs- und Erweiterungsmassnahmen leicht negativ auf die Frequenzen ausgewirkt. Zu erwähnen ist hierbei in erster Linie der Bau einer neuen Biosauna und einer Massage-Lounge, die beide am 25. Oktober 2014 in Betrieb genommen wurden. Auch wurde ein erster Schritt der geplanten Garderobenerweiterung gestartet, was dazu führte, das mitunter weniger Plätze zur Verfügung standen. Die Gesellschaft verfolgt die Philosophie, bei Um-, Aus- und Neubauten, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Dies führt zwar dazu, dass die Gäste unter temporären Beeinträchtigungen leiden, aber gleichzeitig auch den Fortschritt live miterleben können. So müssen die Gäste während der Bauphasen nicht auf andere Bäder ausweichen. Der Firmenchef hofft, auf diese Weise keine Gäste zu verlieren, die nur schwer wieder zurückgewonnen werden können.

Ebenfalls zum Portfolio der Gesellschaft gehört das Park-Hotel am Rhein und die Rehaklinik Salina. Für das Hotel strebt die Gesellschaft Kirchhofer zufolge in den nächsten Jahren eine deutliche Steigerung der Auslastung von 60% auf 80% an. Mit einer Verbesserung der Auslastung auf 65% im 2014 befindet sich die Gesellschaft auf gutem Weg. Ebenfalls positiv entwickelt hat sich das Geschäftsfeld Medizin mit der Rehaklinik Salina und Therapieeinrichtungen für ambulante Patienten an insgesamt sieben Standorten. Die Gesellschaft profitiert hier von der abnehmenden Verweildauer der Patienten in Akutspitälern nach Operationen. Diese führen dazu, dass die Patienten bis zur vollständigen Genesung länger in der Rehabiliationsklinik bleiben müssen. Dies stellt Kirchhofer zufolge eine Win-Win-Situation dar. Der Aufenthalt in der Rehaklinik ist für die Patienten bzw. die Krankenkassen deutlich kostengünstiger als in einem Akutspital und gleichzeitig können die Kliniken so mehr Patienten behandeln.

Die Gesellschaft verfügt zudem über eine 50%ige Beteiligung an der Carasana Bäderbetriebe GmbH, die im deutschen Baden-Baden die Caracalla Therme und das Friedrichsbad betreibt. Flankiert wird das Angebot durch ein Fitnesscenter und ein Angebot an Massagen und Physiotherapien. Hier wirkt sich das Ausbleiben von Gästen aus Russland leicht negativ aus. Insgesamt seien die Besucherfrequenzen um rund 5% hinter den Vorjahreswerten zurückgeblieben. Ein Teil des Rückgangs dürfte auch den aus dem französischen Elsass stammenden Gäste zuzuschreiben sein. Denn Frankreich befindet sich in einer Art wirtschaftlicher Schockstarre.

Insgesamt wird auf Konzernstufe bei insgesamt leicht gestiegenen Erlösen ein Ergebnis in Vorjahreshöhe erwartet. Der Abbau der Verschuldung wurde weiter vorangetrieben, was sich neben den aktuell sehr tiefen Zinsen positiv auf die Finanzaufwendungen auswirkte, liess Kirchhofer durchblicken. Demgegenüber stehen höhere Sachabschreibungen infolge der Investitionen, welches die Gesellschaft tätigte. Im 2014 wurden in die Erweiterung der Sauna-Landschaft 3.5 Mio. CHF investiert. Für das laufende Jahr sind Investitionen von rund 1.5 Mio. CHF budgetiert. Ein erklärtes Ziel der Gesellschaft sei es, die Ausschüttungen an die Aktionäre weiter zu erhöhen (siehe auch Interview vom 15.11.13). Ein erst in den nächsten Jahren anstehendes grösseres Investitionsprojekt ist der Bau von Altersresidenzen. Hierfür wird im laufenden Jahr ein Architekturwettbewerb lanciert.

Bei der Parkresort Rheinfelden-Gruppe handelt es sich um ein breit diversifiziertes Unternehmen in der boomenden Wellness- und Gesundheitsbranche. In den vergangenen Jahren setzte die Gesellschaft auf den Abbau der investitionsbedingt hohen Fremdverschuldung. Dieser Abbau der verzinslichen Verbindlichkeiten wird auch weiterhin fortgeführt. Die weiteren aus dem laufenden Geschäftsbetrieb generierten Mittel werden grossteils den Aktionären in der Form von Dividenden, die je zur Hälfte als steuerfreie Ausschüttungen aus Kapitaleinlagereserven und einer ordentlichen Dividende bestehen, ausgeschüttet. Zumindest für das Jahr 2014 verfügt die Gesellschaft noch über hinreichende Kapitaleinlagereserven, die ausgeschüttet werden können. Nach Abzug der im 2014 für das Vorjahr erfolgten Ausschüttung in Höhe von 12.50 CHF pro Aktie respektive 625’000 CHF lässt sich eine Gesamtsumme per Jahresende 2014 von knapp 800’000 CHF ermitteln.

Mit der sich abzeichnenden weiteren Reduktion der Verschuldung im 2014 sollte die Eigenmittelquote per Jahresende 2014 wieder auf rund ein Drittel der Bilanzsumme ansteigen. Damit ist die Gesellschaft zwar nicht üppig, aber keinesfalls schwach finanziert. Berücksichtigt werden sollte bei der Bewertung auch, dass die Gesellschaft selbst kein Land besitzt, sondern sämtliche Sachanlagen auf einem in Baurecht gepachteten Areal stehen. Das Baurecht dauert noch über das laufende Jahrhundert hinaus und bietet der Gesellschaft sehr weitreichende Gestaltungsmöglichkeiten. Die Stellung der Parkresort Rheinfelden Holding AG kann mit derjenigen eines Grundstückseigentümers verglichen werden, ohne dass sie entsprechende Steuern auf den Besitz oder sonstige Abgaben zahlen muss. Zugleich wird so die Bilanz der Gesellschaft verkürzt, was zu einem vergleichsweise hohen Anteil an Fremdmitteln führt.

Wie sich für den noch zu erstellenden Jahresabschluss 2014 andeutet, ist bei der Parkresort Rheinfelden nicht mit grossen Gewinnsprüngen zu rechnen. Stattdessen kann eine stabile Entwicklung zumindest beim Reingewinn erwartet werden. Positiv auf das Ergebnis wird sich der weiter sinkende Finanzierungsaufwand auswirken. Die Aktionäre sollten daran durch die Erhöhung der Ausschüttungen profitieren. Wir erwarten bereits für 2014 einen weiteren Anstieg der Ausschüttung um etwa 4 CHF auf insgesamt 29 CHF pro Aktie. Sollte sich diese Annahme bestätigen, weisen die Papiere auf der Basis der letztbezahlten Aktienkurse von 650 CHF auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X eine Ausschüttungsrendite in Höhe von über 4% auf. Wegen der kontinuierlichen hohen Ausschüttung, die in den kommenden Jahren durchaus auf über 50% des ausgewiesenen Reingewinns, der im 2013 bei gut 3.1 Mio. CHF lag, steigen kann, eignen sich die Papiere als Renditepapier zur Anlage. Angesichts der von grossen Unsicherheiten geprägten Aussichten der Finanzmärkte gepaart mit einer teilweise bereits sehr hohen Bewertung von Aktien bietet ein Unternehmen, welches eine solide Dividende auszahlt, gute Chancen, von möglichen negativen Finanzmarktentwicklungen verschont zu bleiben. Das damit einhergehende, von einem deutlichen Aufschwung an den Finanzmärkten nicht profitieren zu können, betrachten wir als vertretbar.

Transparenzhinweis: Der Autor ist Aktionär der Gesellschaft.

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