Zur Rose AG: Deutlicher Umsatz- und Ergebniseffekt bei Parität Euro-Franken

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Walter Oberhänsli, CEO der Zur Rose-Gruppe. Bild: zvg
Walter Oberhänsli, CEO der Zur Rose-Gruppe. Bild: zvg

Gab es nach einem Verlustjahr 2013 im vergangenen Jahr wieder Gewinnhoffnung bei Zur Rose, so trüben sich die Perspektiven jetzt erneut ein. Wie wir schon im November berichtete hatten, kündigte Verwaltungsratspräsident Stefan Feuerstein damals auf einem Aktionärstreffen für 2014 nicht nur einen Umsatz von rund 920 Mio. CHF an, sondern auch eine deutliche Ergebnisverbesserung. Auf Basis EBITDA stellte der Manager ein Ergebnis von mindestens 15 Mio. CHF und die Rückkehr in die Dividendenfähigkeit in Aussicht.

Vielversprechend war auch noch die Mitte Januar gemeldete Straffung der Organisationsstruktur der Online-Apotheke ab März und die damit verbundene Erschliessung von Synergien. Jetzt allerdings bekommt der Spezialist für die Distribution von Arzneimitteln in der Schweiz, Österreich und Deutschland wahrscheinlich einen Dämpfer. Konkret wegen der Aufhebung des Euro-Mindestkurs durch die Schweizerische Nationalbank.

Parität Euro-Franken belastet Umsatz und Ergebnis

„Ein Euro-Franken-Durchschnittskurs von 1:1 würde den budgetierten Umsatz in 2015 um rund 85 Mio. CHF reduzieren“, erklärt uns Firmenchef Walter Oberhänsli. Bei einem erwarteten Umsatz im Euro-Raum in diesem Jahr von knapp 500 Mio. CHF entspräche dieser Rückgang ziemlich exakt der anfänglichen Änderung des Wechselkurses nach dem SNB-Entscheid. Die Parität zwischen Franken und Euro dürfte auch auf das Ergebnis durchschlagen. „Auf Basis EBITDA würden die negativen Auswirkungen eines Durchschnittskurses von 1:1 bei rund 1.3 Mio. CHF liegen“, vermutet der Manager.

Immerhin: Wie der Zur Rose-CEO erklärt, soll der SNB-Entscheid auf den 2014er-Jahresabschluss keinen Einfluss haben und das 2014er-Jahresergebnis soll nach wie vor eine Dividendenausschüttung ermöglichen.

Mögliche Optimierungsmassnahmen

Inwieweit sich die Frankenstärke auf die Unternehmensstruktur und operativen Abläufe bei Zur Rose auswirken wird, lässt sich im Moment schwer sagen. „Wir prüfen Optimierungsmassnahmen und beobachten die weitere Kursentwicklung aufmerksam“, sagt Oberhänsli. Inzwischen hat sich der Franken im Vergleich zum Euro bereits wieder deutlich von der Parität gelöst und auf 1,06 abgeschwächt. Möglicherweise ist das erst der Beginn einer weiteren Erholung des Euro und das Management der Online-Apotheke müsste dann vielleicht überhaupt nicht mehr gegen steuern. Die genannten Umsatz- und Ergebniseffekte könnten am Ende deutlich geringer ausfallen und der aktuelle Kursdruck bei der Aktie würde sich im Nachhinein als eine gute Gelegenheit zum Einstieg erweisen.

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