Mobilezone: Umsatzverdopplung aus dem Stand – die Aktie hat noch Potenzial

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Der Telefondienstleister verzeichnet deutliches Wachstum. Bild: Mobilezone

Noch vor einigen Monaten schien die Aktie von Mobilezone bei Kursen um 12 CHF ziemlich ausgereizt. Zwar schaffte der Telefondienstleister wegen erhöhter Kundenfrequenz bei ungefähr gleicher Anzahl Filialen im vergangenen Jahr ein Umsatzplus um 18.4% auf 388.6 Mio. CHF und konnte auch den Gewinn um 14.5% von 0.62 auf 0.71 CHF je Aktie steigern. Obendrein wurde auch die gute Dividendenhistorie mit einer hohen Zahlung von 0.60 CHF je Aktie fortgeschrieben – doch mit 16er-KGV und einer Dividendenrendite von rund 5.0% war die Aktie Anfang März schon so hoch bewertet wie zu den Hochzeiten in den Jahren zuvor. Die Kursfantasie war damit eher ausgereizt.

Trotz der Anfang März für Mobilezone eigentlich schon recht ambitionierten Bewertung gab es bei der Aktie des Konzerns aus Regensdorf bei Zürich trotz der inzwischen erfolgten Generalversammlung und dem folgenden Dividendenabschlag alleine in den letzten zwei Wochen weitere Kurssteigerungen um rund 10%. Auslöser dafür war nicht nur die Herabsetzung des Aktienkapitals um 10% im April, sondern vor allem auch die Ende März gemeldete Übernahme des deutschen Telekommunikationsunternehmens einsAmobile zu 100% per 1. April.

Übernahme von einsAmobile – Umsatzsprung und Synergieeffekte

Zwar legt Mobilezone für das Unternehmen voraussichtlich 70 Mio. CHF auf den Tisch. Doch immerhin findet dafür keine Kapitalerhöhung statt, und es gibt somit keine Verwässerung. Dafür sind aber deutliche Ergebniseffekte zu erwarten. Im vergangenen Jahr erzielte der Telekomspezialist aus Obertshausen in Hessen einen Umsatz von mehr als 400 Mio. EUR und einen operativen Gewinn von rund 14 Mio. EUR. Beim genannten Kaufpreis von 70 Mio. CHF für einsAmobile dürfte der Jahresüberschuss der neuen Tochter irgendwo im Bereich von 10 Mio. CHF liegen.

Mobilezone macht damit beim Umsatz aus dem Stand einen Sprung um 100%. Das Ergebnis der neuen Tochter liegt zwar nur in etwa halb so hoch wie bei den Regensdorfern – 2014 waren das 23.6 Mio. CHF. Da Mobilezone jedoch Synergien beispielsweise im Einkauf, aber auch im operativen Geschäft erwartet und auch einsAmobile positive Effekte in Aussicht stellt, dürften in den nächsten Jahren nicht nur die Umsätze im Konzern zulegen, sondern vor allem das Ergebnis überproportional steigen. Insgesamt sind bei Mobilezone deutlich höhere Gewinne drin.

Nach der reduzierten Aktienanzahl infolge Kapitalherabsetzung und der Konsolidierung von einsAmobile für neun Monate im 2015 ist bei Mobilezone in diesem Jahr ein Ergebnisanstieg auf über 0.90 CHF je Aktie vorstellbar. Bei erstmaliger Konsolidierung in einem Gesamtjahr im 2016 ist dann mit einem Gewinn im Bereich von 1.10 CHF je Aktie zu rechnen. Grössere Synergieeffekte sind da noch gar nicht  einkalkuliert. Da Mobilezone seine attraktive Dividendenpolitik auch nach der Übernahme beibehalten will, scheint ein Anstieg der Dividende in den nächsten Jahren – möglicherweise schon für 2016 – in Richtung 1.0 CHF je Aktie möglich. Mit 14er-KGV und einer Rendite von über 6.4% auf Basis 2016 besitzt Mobilezone auf jeden Fall noch weiteres Potenzial.

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