Rigi Bahnen: Ehrgeizige Ziele bis 2019 und Wechsel in der Direktion

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052415_0631_RigiBahnenE1.jpgDass die Rigi Bahnen AG in Bewegung ist, haben wir in unserem letzten Blog-Beitrag vom 20. Mai bereits geschrieben. Wie stark sie in Bewegung geraten ist, wurde an der jüngsten Generalversammlung deutlich. Verwaltungsratspräsident Karl Bucher verdeutlichte vor 380 Aktionären im Eventzelt auf Rigi-Staffel, dass sich die Gesellschaft im Wandel vom Bergbahn- zum Tourismusunternehmen befinde. „Unsere Gäste sollen sich vom ersten Moment an, den Tag hindurch, bis sie die RIGI verlassen, rundum wohl fühlen“, so beschrieb er das wichtigste Ziel der Rigi Bahnen AG und ihrer Partner am Berg.

22 bis 24 Mio. CHF Umsatz bis 2019 und mind. 6 Mio. CHF EBITDA

Im Zusammenhang mit der neuen Strategie gab Bucher auch konkrete finanzielle Zielsetzungen bekannt: Bis 2019 will die Rigi Bahnen AG ihren Umsatz auf 22 bis 24 Mio. CHF steigern. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) soll mindestens 6 Mio. CHF betragen. Angesichts eines aktuellen Umsatzes von 18.2 Mio. CHF und eines EBITDA von 4.4 Mio. CHF im letzten Geschäftsjahr erscheint diese Zielsetzung sehr ehrgeizig, denn gemessen an den Zahlen des letzten Jahres wäre das ein Zuwachs von über 30%.

Neuer Direktor ab Mitte 2016

380 Aktionäre verfolgten die Generalversammlung der Rigi Bahnen AG. Bild: zvg
380 Aktionäre verfolgten die Generalversammlung der Rigi Bahnen AG. Bild: zvg

Doch die Ausführungen von Direktor Peter Pfenniger zeigten anschliessend, dass sich die Rigi Bahnen AG schon im laufenden Geschäftsjahr 2015 auf dem Weg in diese Richtung befindet. Er bezeichnete den Start in das Jahr 2015 als „erfolgversprechend“ und untermauerte diese Aussage auch mit entsprechenden Zahlen: „Wir budgetierten in der Planung 2015 den Betriebsertrag auf 19 Mio. CHF.“ Nach dem ersten Trimester zeichne sich in der Hochrechnung ein Ertrag in der Höhe von mindestens 20 Mio. CHF ab. „Dementsprechend wird sich ein EBITDA in der Gegend von 6 Mio. CHF einstellen“, gab Pfenniger erfreut bekannt. Allerdings wies er darauf hin, dass der Gewinn in dieser Grössenordnung auch benötigt werde, um die mit der Strategie 2015 bis 2019 verbundenden Projekte schrittweise umsetzen zu können. Allein 2015 seien Investitionen in der Grössenordnung von 9.85 Mio. CHF geplant.

Pfenniger gab auch bekannt, dass die Rigi Bahnen AG im Zuge der Umsetzung der neuen Strategie die Stelle des Direktors in der 2. Hälfte 2016 neu besetzen werde (siehe Medienmitteilungen). Dies, obwohl Peter Pfenniger erst zum 1. September 2018 offiziell pensioniert wird. „Damit gewährleiste ich, dass die operative Führung stufenweise und in einem optimalen Timing erneuert wird und zum richtigen Zeitpunkt in jüngere Hände kommt“, schloss der langjährige Direktor der Rigi Bahnen AG.

Die Aussagen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung an der Generalversammlung stimmen sehr zuversichtlich. Dies insbesondere, da Verwaltungsratspräsident Bucher auch ankündigte, dass die Bahn im kommenden Jahr – also 2016 für das Geschäftsjahr 2015 – erstmals eine Bardividende ausschütten könnte. Dem müssen allerdings noch die kantonalen Stellen von Schwyz und Luzern zustimmen, da die Rigi Bahnen ein Darlehen aus dem Programm der Neuen Regionalpolitik (NRP) erhalten hat. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor bleiben die hohen Investitionen im Zusammenhang mit dem Hochperron in Goldau, dessen Komplexität und damit auch die Kosten für den Bau bisher unterschätzt wurden. Zur Finanzierung dieser und künftiger Investitionen will Bucher allerdings nicht nur den Cashflow heranziehen. Auch Bankkredite und alternative Finanzierungsmöglichkeiten werden geprüft. Aus Unternehmens- und Aktionärssicht wichtig ist, dass eine Priorisierung bei den Investitionen erfolgt: Welche Investitionen bringen Gästen wie Kapitalgebern gleichermassen einen echten Mehrwert und Nutzen?

Klar machte Bucher auch, dass er die Finanzierung über den freien Kapital- und Finanzmarkt sicherstellen will. Positiv daran ist, dass sich die Rigi Bahnen AG so in den kommenden Jahren aus der Abhängigkeit der öffentlichen Hand befreien und als privatwirtschaftliches Unternehmen am Markt bestehen will. Die Aussagen von der Generalversammlung bestätigen die positiven Einschätzungen unseres letzten Blogbeitrages. Allerdings wollen wir an dieser Stelle die Euphorie mit Blick auf die Zeitachse etwas bremsen: Es wird vermutlich drei bis fünf Jahre dauern, bis der Verwaltungsrat mit einem neuen Direktor die neue Strategie auch umgesetzt hat und die Früchte der neuen Strategie im Erfolgsfall ernten kann. Bis dahin wartet über das Tagesgeschäft hinaus viel Arbeit auf das Team, und es dürften auch noch einige Hürden – politisch, finanziell und auch organisatorisch – zu überwinden sein. Trotz des raschen Anstiegs des Rigi Bahn-Aktienkurses auf der Handelsplattform OTC-X der BEKB in den letzten Tagen auf bis zu 5.30 CHF sollten Anleger Geduld mitbringen, um nachhaltig vom Erfolg der Bahn in einer neuen strategischen Positionierung profitieren zu können. Die Aussichten auf eine langfristig deutliche Wertsteigerung erscheinen uns aus heutiger Sicht unter den genannten Prämissen intakt.

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