Ferien- und Sportzentrum Hoch-Ybrig: Durchwachsenes Geschäftsjahr 2014/15 – Bergbahn mit attraktiver Dividendenrendite

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Winter im Hoch-Ybrig-Gebiet. Bild: schweizeraktien.net
Winter im Hoch-Ybrig-Gebiet. Bild: schweizeraktien.net

Die auf OTC-X im ausserbörslichen Segment gehandelte Ferien- und Sportzentrum Hoch-Ybrig AG ist Betreiberin verschiedener touristischer Anlagen – insbesondere Transportanlagen (Luftseilbahn, Skilifte, Sesselbahnen) – in der Ganzjahres-Ferienregion Hoch-Ybrig im Kanton Schwyz.

Das am 31. Oktober 2015 beendete Geschäftsjahr 2014/2015 war für die Gesellschaft ein eher durchwachsenes Geschäftsjahr mit Licht und Schatten. Mit einem erneut schwächeren Wintergeschäft (Abbildung 1) als wichtigster Säule im Unternehmen ist die Gesellschaft hinter den Vorjahren zurückgeblieben. Der Grund für das schwache Wintergeschäft war insbesondere die bis Ende Dezember 2014 wetterbedingt verzögerte Betriebsaufnahme und eine damit einhergehende, deutlich geringere Anzahl an Winter-Betriebstagen. Die Verkehrseinnahmen reduzierten sich so im Wintergeschäft bei nur noch 109 Betriebstagen (2013/2014: 141 Betriebstage; 2012/2013: 128 Betriebstage) um 5% auf 5.9 Mio. CHF. Mit Blick auf die deutlich rückläufige Zahl an Betriebstagen kann dieses rückläufige Ergebnis in einem sehr kompetitiven und auch von der CHF-Aufwertung geprägten touristischen Marktumfeld gleichwohl noch als „gut“ bezeichnet werden.

Spätherbst rettet das Sommergeschäft 2015

Im Sommergeschäft rettete erst der Spätherbst die Saison. Mit 0.55 Mio. CHF blieben die Verkehrseinnahmen dennoch um etwa 9% unter Vorjahr. Insgesamt reduzierte sich der Verkehrsertrag im Geschäftsjahr 2014/2015 von 6.8 Mio. CHF um gut 5.4% oder 0.4 Mio. CHF auf 6.4 Mio. CHF. Auf das Wintergeschäft entfielen 2014/2015 – wie schon im Vorjahr – etwa 91% des Verkehrsertrags. Das Sommergeschäft stand für 8.6% der Verkehrserträge und blieb damit von untergeordneter Bedeutung für das Unternehmen. Die Verkehrserträge machten 2014/2015 87.3% (Vj. 88.0%) des gesamten Betriebsertrags von 7.4 Mio. CHF aus. Die Nebenerträge, die auch Mieterträge umfassen, blieben mit 933’963 CHF sowohl prozentual (12.7% vs. Vj. 12.0%) als auch absolut weitestgehend stabil.

Durch die verzögerte Betriebsaufnahme reduzierte sich der Personalaufwand moderat um etwa 3% auf 2.9 Mio. CHF. Allerdings erhöhte sich der weitere Betriebsaufwand deutlich um mehr als 5% auf 2.8 Mio. CHF. Der Unterhalt der Sachanlagen schlägt hier „überdurchschnittlich“ zu Buche: Nach dem Geschäftsbericht 2014/2015 wurden rund 30% bei den Gebäuden und Grundstücken aufgewendet, 55% bei den Transportanlagen und 15% bei den mobilen Sachanlagen.

Das „Betriebsergebnis 1“ – entsprechend dem EBITDA – reduzierte sich mit den tieferen Umsätzen bei gleichzeitig höheren Betriebsaufwendungen (inkl. Personalaufwand) um optisch hohe 20.0% auf zuletzt 1.6 Mio. CHF (Vj. 2.02 Mio. CHF). Allerdings geht die Gesellschaft selbst davon aus, dass „mit den hohen Unterhaltskosten“ im Jahr 2015 überdurchschnittlich viel in den Erhalt der betrieblichen Infrastruktur gesteckt wurde, was sich so nicht wiederholen sollte. Sehr erfreulich entwickelte sich dagegen – und das ist für eine Bergbahngesellschaft in jeder Hinsicht ungewöhnlich und ein „Unikum“ – erneut der Finanzerfolg aus den gehaltenen Wertschriften. Wertschriftenerfolge gingen 2014/2015 mit über 0.4 Mio. CHF (+129%) in die Erfolgsrechnung ein, davon entfielen alleine 240’000 CHF auf realisierte Verkaufsgewinne.

Komfortable Eigenkapitalquote von 91.5%

Zum 31. Oktober 2015 machten „Flüssige Mittel und Wertschriften“ gut 6.5 Mio. CHF in der Bilanz aus, entsprechend etwa 35.0% der Bilanzsumme. Die Ferien- und Sportzentrum Hoch-Ybrig AG verfügt mit diesem Liquiditätspolster von 6.5 Mio. CHF per 31. Oktober 2015 auch über eine positive, komfortable Nettoliquidität. Die Fremdkapitalquote hat sich zuletzt von 16.4% auf nur noch 8.5% (1.6 Mio. CHF) reduziert. Entsprechend hat sich die Eigenkapitalquote von bereits sehr komfortablen 83.6% auf noch komfortablere 91.5% (17.3 Mio. CHF) erhöht. Ein Signal der bilanziellen Stärke!

Nach leicht tieferen Abschreibungen in Höhe von 1.55 Mio. CHF, stabilen Erträgen aus Wasserversorgung und der Veräusserung mobiler Sachanlagen (0.06 Mio. CHF) sowie Steuern (-0.08 Mio. CHF) ergibt sich für die Gesellschaft ein auf dem Papier reduziertes Jahresergebnis in Höhe von 0.46 Mio. CHF nach 0.57 Mio. CHF im Vorjahr (-19.3%). Bei 500’000 ausstehenden Aktien entspricht dies einem Gewinn von 0.92 CHF/Aktie (KGV 28 zum OTC-X-Geldkurs von 26,00 Euro; 15.03.2016) nach 1.14 CHF/Aktie im Vorjahr.

Die Bilanz der Ferien- und Sportzentrum Hoch-Ybrig AG präsentiert sich auch 2014/2015 trotz der rückläufigen Erträge im Kerngeschäft „grundsolide“. Die höheren Finanzerfolge konnten die schwächeren Verkehrserträge teilweise kompensieren. Die Eigenkapitalquote hat sich zuletzt von 84% auf knapp 92% erhöht und liegt damit weit oberhalb des Niveaus vergleichbarer Wettbewerber der Branche.

In absoluten Grössen liegt das ausgewiesene Eigenkapital per Ende Oktober 2015 bei 17.3 Mio. CHF oder 34.58 CHF/Aktie. In den Sachanlagen, darunter neben den Betriebsliegenschaften auch Gastronomiebetriebe und Grundstücke, dürften weitere (hohe) stille Reserven vorhanden sein. Am Bergrestaurant Sternen AG, Oberiberg, ist die Gesellschaft unverändert mit 21% beteiligt. Der Brandversicherungswert der Sachanlagen (Immobilien) lag per Ende Oktober 2015 bei knapp 44 Mio. CHF (88 CHF/Aktie), während die immobilen Sachanlagen insgesamt nur mit 6.7 Mio. CHF (ca. 13.35 CHF/Aktie) bilanziert sind.

Das Aktienkapital von 2.5 Mio. CHF ist in 500’000 Namenaktien à 5 CHF nominal eingeteilt. Auf Basis der zuletzt bezahlten OTC-X-Kurse von 26.10 CHF (14.03.2016) ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 13.0 Mio. CHF. Abzüglich der Nettoliquidität liegt der Unternehmenswert („Enterprise Value„) im Bereich von lediglich 8 Mio. CHF oder 5x EV/EBITDA, womit die Gesellschaft im Quervergleich zu den sehr günstigen Bergbahngesellschaften gehört. Die Gesellschaft hält trotz der rückläufigen Erträge aufgrund der „Zuversicht für eine erfolgreiche Zukunft“ (Geschäftsbericht 2014/2015, S. 3), der soliden Finanzierung des Betriebs und der modernen Anlagen an der bisherigen Dividendenpolitik fest und beantragt der Generalversammlung am 5. April 2016 im Restaurant Bärghus (15.30 Uhr), wie schon in den zurückliegenden sieben Jahren, eine Ausschüttung von 1.00 CHF je Aktie. Auf Basis der letzten OTC-X-Kurse (14.03.2016; 26.10 CHF) ergibt sich somit eine für Bergbahngesellschaften überdurchschnittliche Barrendite im Bereich um 3.8%. Aufgrund beschränkter Wachstumsperspektiven, der soliden Bilanz bei gleichzeitig hohen stillen Reserven und intakten Erwartungen an das Kerngeschäft rechnen wir – wie schon im Vorjahr – damit, dass die Gesellschaft, vorbehaltlich grösserer Investitionen in den Betrieb, auch in den Folgejahren attraktive Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten wird.

Die vergleichsweise selten gehandelte, illiquide Hoch-Ybrig-Aktie ist zwar sehr substanzstark und überzeugt auch mit einer im Marktvergleich sehr attraktiven Dividendenrendite, eignet sich strukturell aber nicht zuletzt aus Liquiditätsüberlegungen vor allem für Anleger mit einem Bezug zur Region. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt: Am Tag der Generalversammlung können die im Aktienregister eingetragenen Aktionäre – zusätzlich zur Bardividende – alle Hoch-Ybrig-Transportanlagen kostenfrei nutzen.

Transparenzhinweis: Dem Autoren nahestehende Personen sind Aktionäre der Ferien- und Sportzentrum Hoch-Ybrig AG.

 Abbildung 1: Entwicklung Betriebsertrag 10 Jahre - 2005/2006 bis 2014/2015

Abbildung 1: Entwicklung Betriebsertrag 10 Jahre – 2005/2006 bis 2014/2015

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