Bad Schinznach AG: Guter Start ins neue Geschäftsjahr – über 200 Aktionäre an der 94. Generalversammlung

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Über 200 Aktionäre und Gäste folgten der GV der Bad Schinznach AG.
Über 200 Aktionäre und Gäste folgten der GV der Bad Schinznach AG.

Bei schönstem Frühlingswetter fanden sich die Aktionäre der Bad Schinznach AG am 18. Mai 2016 zur 94. Generalversammlung (GV) ein, die traditionsgemäss in der Turnhalle in Schinznach Bad stattfand. Hans-Rudolf Wyss, VR-Präsident und Mehrheitsaktionär der Gesellschaft, freute sich in seiner Begrüssung, dass die Gäste und Aktionäre nach dem verregneten Pfingstwochenende trotz des guten Wetters zur GV gekommen sind, statt den sonnigen Nachmittag für einen Spaziergang zu nutzen. Obwohl viele Menschen enttäuscht vom verregneten Pfingstwochenende gewesen wären, könne sich die Bad Schinznach AG nicht beklagen. „Wir zählen an solchen Tagen in unseren Bädern zusätzliche Eintritte“, freute sich der VR-Präsident. Wyss äusserte sich in seiner Begrüssung auch zur Fusion der Gemeinden Brugg und Schinznach-Bad. Der Zusammenschluss sollte nicht auf grosse Hindernisse stossen, zeigte sich der Brugger Unternehmer überzeugt. Durch das Badangebot in Schinznach werde die Attraktivität von Brugg nochmals weiter ansteigen können. Im Städteranking des Wirtschaftsmagazins Bilanz habe Brugg bereits 22 Plätze gutgemacht und stehe nun auf dem 49. Platz unter 160 Schweizer Städten. Allerdings werde es noch einige Zeit dauern, bis der Zusammenschluss zustande komme.

Keine Angst vor Botta-Bad in Baden

Gelassen zeigte sich Wyss gegenüber dem vom Stararchitekten Mario Botta entworfenen neuen Botta-Bad in der Stadt Baden, für das nun die Baugenehmigung vorliegt. Ob das neue Bad wirklich in Konkurrenz zu Bad Schinznach treten werde, sei offen. Die beiden Bäder unterschieden sich in der Ausrichtung deutlich. Während in Bad Schinznach vor allem die Naturnähe mit dem Park im Vordergrund stehe, handle es sich beim Botta-Bad um ein städtisches Bad. Durch eine aktive Kundenpflege mit einem guten Service sollte sich der Rückgang der Gäste nach Schätzungen von Wyss auf maximal 10 bis 15% belaufen. „Von der Werbung, welche das neue Bad machen wird, profitieren letzten Endes alle Bäder“, meinte Wyss überzeugt. So könnten etwa neue Zielgruppen für das Badeerlebnis gewonnen werden – analog der Entwicklung beim vor 25 Jahren eröffneten Aquarena.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2015

VR-Präsident Hans-Rudolf Wyss eröffnet die 94. Generalversammlung.
VR-Präsident Hans-Rudolf Wyss eröffnet die 94. Generalversammlung.

Hans-Rudolf Wyss orientierte anschliessend über das erfolgreiche Geschäftsjahr 2015. Eine erfreuliche Zunahme verzeichnete die Privatklinik im Park, die von der Erhöhung der Zimmeranzahl mit einem deutlichen Plus der Pflegetage profitieren konnte. Weiterhin rückläufig war die Anzahl der Übernachtungen im Kurhotel im Park. Es sei insgesamt schwierig, im Aargau Gäste für ein Kurhotel zu finden, die bereit wären, die entsprechenden Preise zu bezahlen. „Die Interessenten ziehen den Aufenthalt in der Klinik vor oder buchen ein Arrangement in den deutlich attraktiveren Bergregionen“, berichtete Wyss. Allerdings war die Bettenauslastung mit knapp 60% wesentlich besser als der bei 41.7% liegende landesweite Durchschnitt.

Schliessung der Aquarena beeinflusst Bäderbereich

Im Bäderbereich schlug sich die Schliessung der Aquarena in den Sommermonaten Juni bis August mit einem Besucherminus von 46’000 deutlich nieder. Bereits vor der Schliessung waren die Besucherzahlen im Berichtsjahr zurückgegangen: Nach der Wiedereröffnung stiegen sie jedoch wieder an. Im Gesamtjahr gelang es sogar, die durch die Schliessung bedingten Besucherrückgänge etwas abzufedern. „Das neu renovierte Bad ist von den Gästen sehr positiv angenommen worden“, berichtete der VR-Präsident. Auch die Bauarbeiten haben gemäss Wyss plan- und budgetgemäss abgeschlossen werden können. Weder Pannen noch technische Probleme hätten den Betrieb beeinträchtigt.

Klinik Meissenberg und Wäscherei Schwob gut unterwegs

Ein weiteres tolles Ergebnis erzielte die Klinik am Meissenberg, die sowohl bei den Pflegetagen als auch beim Ergebnis deutlich zuzulegen vermochte. Auch für das neue Jahr ist eine weitere gute Entwicklung absehbar.

Ebenfalls sehr positiv entwickelte sich die Beteiligung Schwob AG in Burgdorf. Obwohl die Firma als einzige im gesamten Konzern die Auswirkungen der Euroschwäche spürte, konnte die Gesellschaft erstmals eine Dividende an die Bad Schinznach AG ausschütten. Mit der Übernahme der Firma Jonenthal Wäscherei in Jonen wurde ein weiterer Wäschedienstleister in die Bad Schinznach-Gruppe integriert. Die Wäscherei ist auf kleine Mengen spezialisiert und besitzt spezielle Waschmaschinen, die von denen in den Grosswäschereien deutlich abweichen und daher vor allem für kleinere Betriebe geeignet sind.

Investitionen erfolgreich abgeschlossen

CEO Daniel Bieri berichtet von einem guten Start ins laufende Geschäftsjahr.
CEO Daniel Bieri berichtet von einem guten Start ins laufende Geschäftsjahr.

Im 2015 führte die Gesellschaft verschiedene Projekte durch, die mit Ausnahme der Überbauung am Meissenberg, die im Lauf des Jahres 2016 abgeschlossen wird, alle beendet sind. Die letzte Tranche der Investitionen erfolgte etwa im Bereich der Wärmeversorgung, wo nun neben der Rückgewinnung der Wärme des Wassers aus der Thermalquelle noch eine zweite Geothermieanlage zum Einsatz kommt, welche die Wärme des „abgebadeten“ Wassers nutzt. Die neuen Anlagen erlauben es, auf den Einsatz von Heizöl zu verzichten. Beim Strombezug setzt die Gesellschaft mittlerweile voll auf Wasserkraft aus dem Aargau.

Weit fortgeschritten ist auch die Entwicklung der Überbauung Meisenpark in Zug. Von insgesamt vier Mehrfamilienhäusern, die die Bad Schinznach AG dort erstellt, bleiben drei in deren Besitz. 2015 wurden drei Wohnungen verkauft, woraus ein Gewinn von mehr als 3 Mio. CHF resultierte. Im laufenden Jahr sollen nochmals zwei Wohnungen verkauft werden, was zu einem weiteren Gewinn von ungefähr 2 Mio. CHF führen wird.

Aus der Vermietung der verbleibenden 17 Wohnungen erwartet die Bad Schinznach AG laufende Mieterträge, die allerdings erst ab 2017 voll wirksam werden, da die Fertigstellung der Wohnungen im Laufe des Jahres 2016 erfolgt. Eine Dividendenerhöhung sei dann zwar möglich, so Wyss. Er betonte jedoch, dass das Geld lieber in der Firma verbleiben soll, um zur längerfristigen Zukunftssicherung zu dienen.

Aus der Euroschwäche konnte die Gesellschaft in der Form tieferer Warenkosten sogar Profit schlagen, führte Wyss weiter an. Weiteres Verbesserungspotenzial besteht bei den Finanzaufwendungen, die noch nicht dort seien, wo sie bei den aktuellen Tiefzinsen sein sollten. Die gute Geschäftsentwicklung am Meissenberg hat gemäss Wyss dazu geführt, dass sämtliche Verlustvorträge aufgebraucht sind und die Gesellschaft den Kanton Zug erstmals mit Steuerzahlungen erfreuen durfte. Die Bilanz weise mittlerweile eine solide Eigenkapitalausstattung von 37.6% auf, was auch auf die Aktivierung der Grundstückswerte beim Verkauf der Wohnungen am Meissenberg zurückzuführen sei. Die übrigen Landwerte sind indessen nicht ersichtlich und stellen stille Reserven dar. Insgesamt konnte der Gruppenumsatz 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 3.7% auf 50.2 Mio. CHF gesteigert werden. Der Gewinn erreichte 6.6 Mio. CHF und erlaubte eine Erhöhung der Dividende auf 48 CHF je Aktie.

Auch Daniel Bieri, CEO der Bad Schinznach-Gruppe, fand nur positive Worte für das Jahr 2015. „Alle Hauptzielsetzungen haben wir erreicht. 2015 ist ein speziell gutes Jahr für die Gesellschaft gewesen“, sagte Bieri und dankte insbesondere den Mitarbeitenden des Unternehmens, welche das gute Ergebnis erst möglich gemacht hätten. Nachdem nun mit Ausnahme des Meissenparks die bisherigen Projekte abgeschlossen worden wären, bestehe Raum für neue Massnahmen. Hierzu gehöre die aktuell laufende Sanierung der Hotelhalle, die bis Mitte Juli 2016 fertiggestellt werde. Zudem sollen die weiteren Anlagen wie das ehemalige Habsburggebäude und der Therapiebereich im Rundbau im Bad Schinznach saniert werden. Mit den ersten Bauarbeiten soll zum Jahresauftakt 2017 gestartet werden.

Weitere Ergebnisverbesserung für 2016 erwartet

Der offizielle Teil der GV ist vorbei - das Apéro ist vorbereitet.
Der offizielle Teil der GV ist vorbei – das Apéro ist vorbereitet.

Für das laufende Jahr kündigte Daniel Bieri eine weitere Verbesserung der Ergebnisse an. So soll der Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITDA) ohne Sonderfaktoren um 7% zulegen. Die Entwicklung der ersten fünf Monate des laufenden Jahres bestätige dies. Zwar seien die Budgetwerte bislang nicht in allen Bereichen erreicht worden. Der Jahresauftakt war von einem im Vergleich zum Vorjahr ansehnlichen Anstieg der Umsätze um rund 0.6 Mio. CHF auf 22.15 Mio. CHF bis Ende Mai gekennzeichnet, wie Daniel Bieri erläuterte. Selbst im Hotelgeschäft sei es gelungen, den Abwärtstrend zu stoppen. Eine gute Entwicklung verzeichnete die Gesellschaft auch auf der Kostenseite, so dass das EBITDA um 0.2 Mio. CHF auf 4.5 Mio. CHF anstieg. „Insgesamt stellt sich die Situation sehr erfreulich dar“, erklärte der CEO gegenüber den Aktionären.

Aktuell in Abklärung befinden sich Möglichkeiten für die Zukunft des Hotelbetriebs. Er hoffe, den Aktionären an der nächsten GV im Mai 2017 mehr über die Pläne berichten zu können, sagte Hans-Rudolf Wyss. In jedem Fall wolle er an der Qualität des Betriebs festhalten. Diese stelle schliesslich das Aushängeschild der Firma dar und trage dazu bei, dass die Gäste gerne wiederkommen würden.

Zum Schluss lud Wyss die Aktionäre zum Apéro riche ein, das mit sichtlicher Freude genossen wurde. Bei einem guten Glas Wein konnten sich die Aktionäre sowohl untereinander als auch mit Geschäftsleitung und Verwaltungsrat austauschen.

Fotogalerie von der 94. Generalversammlung der Bad Schinznach AG

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