Bad Schinznach: Rekordumsatz 2022 und ein vielversprechender Start ins 2023

Die Aktionärinnen und Aktionäre erhalten eine Dividende von 48 CHF pro Aktie

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2006

Der Präsident des Verwaltungsrates der Bad Schinznach AG, Hans-Rudolf Wyss, erinnerte beim Rückblick auf das vergangene Jahr nochmals daran, was bei vielen schon wieder verblasst sein dürfte: dass nämlich das erste Quartal 2022 noch stark von Corona geprägt war und sich damit der Start ins Geschäftsjahr anspruchsvoll gestaltete. Aber er durfte auch konstatieren, dass über das Gesamtjahr gesehen die Klinikbetriebe eine gleichbleibende Belegung verzeichneten und das Kurhotel Im Park eine Steigerung der Gästezahlen um 4% verzeichnen konnte, was zu einer Auslastung von über 80% geführt hätte, wie Wyss erfreut ausführte. Ebenso erfreulich war der Umsatzzuwachs im Gastronomiebereich, der über 30% Wachstum auswies.

Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Wyss begrüsste bei der 101. Generalversammlung eine Rekordzahl an Aktionärinnen und Aktionären. Alle Fotos: André Grimm, schweizeraktien.net

«Anhand von Wäschemengen kann man sagen, welches Hotel gut läuft», sagte Wyss mit einem Schmunzeln. Mit ihrer Beteiligung von 38,1% an dem Textilpflegeunternehmen Schwob AG hat die Bad Schinznach Gruppe einen genauen Einblick in die Abläufe der Wäscherei. Dass das Unternehmen trotz eines grossen Umsatzwachstums und nach dem Bezug eines grösseren Produktionsortes in Härkingen keine Dividende ausschüttet, liege daran, dass die Schwob AG Corona-Härtefallgelder bezog, so Wyss.

Verständnis für Preiserhöhungen

Deutlich legten die besonders durch Corona in Mitleidenschaft gezogenen Bäderbetriebe zu, auch wenn sie mit 330’398 Besucherinnen und Besuchern noch unter den Jahren 2018 und 2019 lagen, als 372’125 bzw. 365’892 Gäste sich in den Thermalbädern und Saunen entspannten. Dass die Besucherzahlen nicht auf Rekordniveau stiegen, mag auch daran gelegen haben, dass wegen des heissen und trockenen Sommerwetters tiefere Besucherzahlen zu verzeichnen waren.

Um die Kostensteigerungen im Bereich Energie auszugleichen, hat die Bad Schinznach AG im vergangenen Oktober die Eintrittspreise leicht erhöht. Ihn hätte es besonders gefreut, sagte CEO Daniel Bieri, dass die Gäste viel Verständnis für diesen Schritt aufgebracht hätten.

CEO Daniel Bieri stellte der Generalversammlung die Bauvorhaben vor, mit denen im nächsten Jahr begonnen werden soll.
Klinik Meissenberg auf Spitalliste in vier Kantonen

Zwei Entwicklungen betonte Wyss zusätzlich. So würden die stabilen Geldzuflüsse aus den Mieterlösen, vor allem aus der Wohnüberbauung Meisenpark in Zug, helfen, die Liquidität des Unternehmens im Gleichgewicht zu halten. Und in der Klinik Meissenberg in Zug, bei der in einer zweiten Sanierungsphase das Dach, die Fassade und einige Zimmer erneuert wurden, habe sich die Zahl der geleisteten Pflegetage gegenüber dem Vorjahr zwar leicht reduziert, was aber ausschliesslich an der längeren Schliessung des Hauses E gelegen habe. Wichtig sei für die Klinik, dass sie weiterhin auf der Spitalliste des Kantons Zürich gelistet sei, denn immerhin 28% der Patientinnen hätten ihren Wohnsitz in diesem Kanton. Zusätzlich wurde nach Abschluss der Spitalplanung im Psychiatriekonkordat Uri, Schwyz und Zug die Klinik auf die Spitalliste in allen drei Kantonen aufgenommen.

Stabile Finanzen

Unter dem Strich präsentierte Wyss eine Erfolgsrechnung, die Nettoerlöse von 53.53 Mio. CHF ausweist, 9,9% über dem Vorjahr. Dass der Jahresgewinn mit 1.589 Mio. CHF um 29,5% unter dem Vorjahr liegt, führte Wyss darauf zurück, dass 2021 Corona-Härtefallgelder bezogen worden seien.

«Die Finanzen sind stabil», betonte Wyss. Das erlaubt es dem Unternehmen, für 2022 eine Dividende in Höhe von 48 CHF auszuzahlen. Beim derzeitig gehandelten Preis um die 2’000 CHF pro Aktie entspricht dies einer Dividendenrendite von 2,5%.

Verabschiedung des VR-Mitglieds Dr. Giatgen Fontana

Bevor der VR-Präsident an den CEO übergab, galt es, einen alten Weggefährten von Wyss zu verabschieden. Dr. Giatgen Fontana war Ende der achtziger Jahre massgeblich an der Sanierung der damals maroden Bad Schinznach AG beteiligt. Mit ihm gelang die Restrukturierung der Aquarena nach dem Vorbild des Säntis-Parks. Fontana war bis zuletzt Verwaltungsratsmitglied und macht jetzt den Platz frei für Werner Schiesser, ehemaliger CEO der BDO.

Dr. Giatgen Fontana wurde an der Generalversammlung für seine Verdienste bei der Sanierung von Bad Schinznach geehrt und als Verwaltungsratsmitglied verabschiedet.
Rekordumsatz und guter Start ins 2023

«Umsatz kommt von Umsetzen», führte Bieri seine Ausführungen an. Er berichtete von einem guten Geschäftsjahr und zeigte sich hoch erfreut über den Rekordumsatz. Insbesondere verwies er auf die Preiserhöhungen im Bäderbereich, die massgeblich zur Steigerung des Umsatzes beitrugen. Auch sei man mit einem blauen Auge bezüglich Fachkräftemangel davongekommen. Dies auch, weil die Bad Schinznach AG in der Region ein äusserst attraktiver Arbeitgeber sei.

Das 1. Quartal habe sich hervorragend angelassen, führte Bieri weiter aus. So sei der Umsatz um über 2 Mio. CHF auf 24.3 Mio. CHF angestiegen, was, sollte der Sommer mit durchwachsenem Wetter mitspielen, ein sehr befriedigendes Resultat erwarten lasse.

Neues Hotel- und Infrastrukturprojekt

Jetzt richtet sich sein Blick nach vorne. Der CEO stellte das neue Hotel- und Infrastrukturprojekt für Bad Schinznach vor. Durch sensible Um-, Ergänzungs- und Ersatzneubauten soll das neue Gebäudeensemble klar und ansprechend strukturiert in Erscheinung treten. Bereits im Frühling 2024 werde mit den Bauarbeiten begonnen werden, und dies bei durchgängigem Vollbetrieb, wie Bieri betonte. Eine erste Schätzung der Gesamtinvestition in Höhe von 26.8 Mio. CHF liege bereits auf dem Tisch, diese erste Schätzung könne aber noch um plus/minus 20% abweichen, so Bieri.

Visualisierung des geplanten Bauprojekts. Bild: zVg.

Mit viel Zuversicht ob der klaren Strategie von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gingen die Aktionärinnen und Aktionäre sowie die Gäste aus Politik und Wirtschaft anschliessend zum geselligen Teil der Veranstaltung über. Bei einem Apéro riche und gegrillter Bratwurst blieben die mehreren hundert Gäste noch bis zum Eindunkeln rund um den Veranstaltungsort, der Turnhalle von Schinznach-Bad.

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