Bad Schinznach: Rekordumsatz und gutes Ergebnis

Aktionärinnen und Aktionäre freuen sich über Dividende in Höhe von 48 CHF

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Wie immer fand auch die 102. Generalversammlung der Bad Schinznach AG vor vollen Rängen statt. Alle Bilder: Sandra Blaser, schweizeraktien.net

Die Generalversammlung der Bad Schinznach AG wurde in diesem Jahr um eine Stunde vorverschoben. Das werde man auch in Zukunft so halten, sagte Verwaltungsratspräsident  Hans-Rudolf Wyss. Denn so habe man im Anschluss genügend Zeit, sich mit den Gästen der Generalversammlung auszutauschen. Dass die Besucher die Gelegenheit nutzten, war beim Apéro riche im Anschluss an die GV zu sehen. Es wurde geredet, gegessen und getrunken und sowohl die Situation des Unternehmens im Speziellen als auch die angespannte Weltlage im Allgemeinen diskutiert.

Rekordumsatz trotz zahlreichen Herausforderungen

Wyss eröffnete seine Ansprache an der 102. Generalversammlung mit einem Blick auf die Herausforderungen, die sich dem Unternehmen stellen. Er verwies auf den Fachkräftemangel, die höheren Zinsen und vor allem auf die gestiegenen Gesundheitskosten und die Krankenkassen-Tarife.

Der gut gelaunte Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Wyss informierte die Aktionärinnen und Aktionäre über die Chancen und Herausforderungen für die Bad Schinznach AG.

Mit Blick zurück auf das Geschäftsjahr 2023 war trotz des einen oder anderen Schattens auch viel Licht auszumachen. CEO Daniel Bieri verwies auf die ersten acht sehr guten Monate, lediglich von September bis Dezember gingen die Umsätze leicht zurück. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen einen Rekordumsatz von 56.8 Mio. CHF.

CEO Daniel Bieri ortete im Geschäftsjahr trotz des einen oder anderen Schattens viel Licht.

Die Privat-Klink Im Park, die Klinik Meissenberg und das Kurhotel Im Park generierten einen Umsatz von über 41.7 Mio. CHF. Die Thermalbäder und Saunen wurden durchschnittlich von mehr als 1’000 Gästen pro Tag besucht.

Deutlich höherer Personalaufwand

Auf Stufe EBIT stieg das Ergebnis um 20% auf 2.4 Mio. CHF (Vorjahr 2.0 Mio. CHF), und dies trotz wesentlich höherer Löhne und Gehälter, die 2023 ausgezahlt wurden.

Beim Personalaufwand, der um 2 Mio. CHF oder 6,4% anstieg, spürt das Unternehmen deutlich den Fachkräftemangel und die damit verbundene schärfere Wettbewerbssituation unter den Kliniken. Auch, und darauf wies Wyss explizit hin, trage der Bereich der temporären Arbeitskräfte besonders zu Kostensteigerungen im Bereich des (Klinik-) Personals bei.

Ein gesunder Spitalbetrieb sollte ein EBITDA von 8 bis 10% erwirtschaften, betonte Bieri, die Realität sehe aber anders aus. So erzielten die meisten Betriebe in der Schweiz ein EBITDA von 4 bis 5%. Die Krise sei von struktureller Natur. Die Krankenkassen ignorierten die gestiegenen Kosten, bedauerte Bieri.

Schnelle und starke Zinserhöhungen belasten Ergebnis

Unter dem Strich weist die Bad Schinznach Gruppe einen Gewinn von 1.45 Mio. CHF aus, im Vorjahr lag er bei 1.59 Mio. CHF. Der Gewinnrückgang sei in erster Linie auf das Finanzergebnis zurückzuführen. Die schnellen und starken Zinserhöhungen hätten für die Gruppe zu stark steigenden Zinsaufwendungen geführt, so Wyss. Das Finanzergebnis schlägt mit -633’000 CHF zu Buche, 2022 waren es -151’000 CHF.

Geschäftsjahr 2024 mit gutem Beginn

«Die Ergebnisse der ersten Monate des Geschäftsjahres 2024 entsprechen unseren Erwartungen. Vor allem in der Privat-Klinik Im Park konnten wir bisher eine sehr gute Auslastung realisieren», freute sich Bieri.

Ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 ist deshalb von grosser Bedeutung, weil die Gruppe mit dem geplanten Hotelneubau, der eigentlich 2025 starten sollte, grosse Investitionen stemmen muss. «Ob der Hotelneubau realisiert wird, hängt von der Finanzierung ab», schränkte Wyss ein. Nachdem die Bad Schinznach Gruppe bisher Kreditzusagen eines Bankinstituts hat, fehlt noch ein zweiter Kreditgeber. Wyss bemängelte in diesem Zusammenhang zudem die viel zu langen Bewilligungsfristen von 4 bis 5 Jahren, die eine Planung auch für die Kreditgeber sehr schwierig mache.

Eine ähnliche Stossrichtung strebt auch Bieri an, er forderte «massiv weniger regulatorische Aufwände».

Preiserhöhungen sind auf Verständnis gestossen

Sollte der Inflationsdruck weiter bestehen bleiben, schliesst Bieri Preiserhöhungen bei Bäder-Eintritten nicht aus. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Erhöhungen im 2023, die beim Publikum auf Verständnis gestossen seien.

Für das Gesamtjahr 2024 gehen Verwaltungsrat und operative Führung davon aus, einen vergleichbaren Vorjahres-Umsatz zu erzielen – aber auch von weiter steigenden Kosten. Es werde sehr herausfordernd sein, das Vorjahresergebnis zu erreichen, sagen Wyss und Bieri.

Aktionariat hat volles Vertrauen in Verwaltungsrat und operative Führung

Die Aktionärinnen und Aktionäre haben volles Vertrauen in den Verwaltungsrat und die operative Führung. Das zeigte sich eindrücklich im statutarischen Teil, in dem alle Anträge des Verwaltungsrats ohne Gegenstimmen und Enthaltungen zu 100% angenommen wurden. Dazu gehört auch, dass das Unternehmen wieder eine Dividende in Höhe des Vorjahres von 48 CHF pro Aktie ausschütten wird.

Bereits nach einer Stunde konnte Wyss den offiziellen Teil der GV für geschlossen erklären. Die anwesenden Aktionärinnen und Aktionäre trieb es anschliessend hinaus in den lauen Frühlingsabend, zu Bratwurst und köstlichen kleinen Häppchen.

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