SPI-Musterdepot: Rieter vor dem Ausbruch, mehr Dividende bei Valiant – Leonteq verliert

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Die Produkte des Elektrospezialisten sind gefragt. Elektromobilität könnte bei Schaffner sogar einen Boom auslösen. Bild: Schaffner Holding AG

Kritiker können sagen, was sie wollen: Für die Börse ist Donald Trump ein Segen – bisher auf jeden Fall. Nach der Wahl des Staatschefs im November zog es die Kurse an den internationalen Börsen wochenlang nach oben, und jetzt machte der Aktienmarkt den nächsten Sprung. Nach der ersten Rede Trumps vor dem Kongress gab es Erleichterung und eine kleine Rallye. Den Dow Jones zog das auf ein Allzeithoch, und im Sog der weltweiten Leitbörse legte auch der SMI kräftig zu.

Seit der Wahl Trumps vor vier Monaten bringen Schweizer Blue Chips schon ein Plus von 12%, und alleine in der vergangenen Woche kletterte der SMI um 1.7%. Ähnlich gut lief es im SPI, und so bringt der breite Schweizer Aktienmarkt seit dem letzten Update des SPI-Musterdepots von schweizeraktien.net Anfang Februar ein Plus von 4.5%. Mit einem Anstieg um vergleichsweise bescheidene 1.6% in den letzten vier Wochen blieb unser Musterdepot da zwar erstmals seit Monaten hinter dem breiten Aktienmarkt zurück. Doch die Outperformance des Depots zum SPI ist seit Start im Januar 2015 immer noch exzellent! Unser SPI-Depot liegt nämlich um 28,7 Prozentpunkte vor dem breiten Markt. Zudem: Die aktuelle kleine „Schwäche“ geht voll auf das Konto einer einzigen Aktien: der von Leonteq.

Leonteq – die Aktie notiert im Bereich des Buchwerts

Nach Präsentation der vollständigen Jahreszahlen Anfang Februar rutschte die Notierung des Finanzdienstleisters weiter ab. Die Ergebnisse waren aber auch wirklich nicht berauschend. Bei einem leichten Rückgang der Erträge um 6% auf 207.0 Mio. CHF fiel der Gewinn wegen der um 26% gestiegenen Aufwendungen um 75% auf 17.2 Mio. CHF.

Der Spezialist für strukturierte Produkte will mit weiteren Kostensenkungen gegensteuern sowie die Effizienz und auch Zusammenarbeit mit seinen Partnern verbessern. 2017 allerdings dürfte da noch nicht der grosse Umschwung im Zahlenwerk gelingen. Wenig positiv ebenfalls: Die Dividende fällt wohl aus, und obendrein soll sogar noch ein Aktionär des Unternehmens für Verkaufsdruck sorgen. Was auf den ersten Blick nicht sonderlich verlockend klingt, bietet aber für risikobewusste Anleger eine gute Gelegenheit zum Einstieg mit der Spekulation auf einen Turnaround. Denn Leonteq notiert nur noch im Bereich des Buchwerts, und der Finanzkonzern könnte sogar zum Übernahmeziel werden. Als möglicher Käufer wurde gerüchteweise bereits Hauptaktionär Raiffeisen genannt. Auf dem aktuellen Niveau sollten die negativen Aspekte eigentlich im Kurs drin sein. Wir bleiben dabei.

Starrag – starke Zahlen, schnelle Gewinne

Nachdem nun der Verlustbringer im Depot abgearbeitet ist, können wir uns erfreulicheren Dingen zuwenden: Die Performance der übrigen neun Depotmitglieder war im Februar nämlich fast ausschliesslich positiv bis sehr positiv!

Vorne mit dabei war Starrag. Nachdem wir unser Kursziel für den Spezialisten für Werkzeugmaschinen wegen der guten Jahreszahlen und starken Auftragslage erst vor vier Wochen erhöht haben, kam es fast wie auf Bestellung zu weiteren Kursgewinnen von 4.6%. Neuigkeiten aus der Firmenzentrale in Rorschacherberg im Kanton St. Gallen liegen zwar keine vor, doch möglicherweise fällt jetzt der Widerstand der Aktie bei 65 CHF. In diesem Fall könnte der Titel möglicherweise ganz schnell in Richtung 70 CHF stürmen.

Rieter – vor dem Sprung über den Widerstand

Noch besser lief in den letzten Wochen Rieter. Die Aktie des Anbieters von Textilmaschinen kletterte im Februar um 11.1%. Auslöser des Schubs waren die starken Jahreszahlen 2016. Zwar fiel der Umsatz des Maschinenbauers aus Winterthur im vergangenen Jahr um 9% auf 945.0 Mio. CHF. Doch das war wegen schleppender Geschäfte im ersten Halbjahr im Bereich „Maschinen & Systeme“ so auch erwartet worden.

Erfreulich allerdings ist die Gewinnentwicklung. Denn die Marge nach Steuern soll trotz der deutlich tieferen Umsatzbasis mit 4.5% nur knapp unter den 4.8% des Vorjahres liegen. In diesem und im nächsten Jahr ist zwar wegen Umstrukturierungen mit erwarteten Belastungen insgesamt im mittleren zweistelligen Millionenbereich nicht mit dem grossen Gewinnschub zu rechnen. Doch ab 2019 sollen die Massnahmen Kostensenkungen von 15 bis 20 Mio. CHF bringen. Wir bleiben dabei und setzen darauf, dass die Aktie jetzt den Widerstand und die psychologische Marke von 200 CHF überspringen kann.

Schaffner – ein Profiteur des Elektrothemas

Erfreulich im Februar waren auch die weit überdurchschnittlich hohen Kursgewinne bei Schaffner Holding. Die Aktie des Elektrospezialisten kletterte in den letzten Wochen um 7.4% und profitierte dabei vom wieder mehr und mehr hochkochenden Thema „Elektromobilität“.

Immerhin zählt der Konzern aus Luterbach im Kanton Solothurn mit seinen Produkten für den Antrieb von Elektroautos zu den Gewinnern dieses Megathemas. Da ist in den nächsten Quartalen mit positiven News zu rechnen. Nachdem sich die Aktie seit ein paar Tagen eine kleine Verschnaufpause im Aufwärtsdrang gönnt, könnte jetzt vielleicht schon bald der nächste Schwung kommen und der Sprung in Richtung 300 CHF klappen.

Valiant – die Dividende steigt…

Während die meisten Titel im Depot schön nach oben gingen, zeigt der Kurs von Valiant seit Wochen kaum Bewegung. Dabei waren die Jahreszahlen recht erfreulich, und die Bankaktie ist günstig. Trotz tendenziell in 2016 nochmals gefallener Zinsen mit im Branchendurchschnitt verstärktem Druck auf die Margen konnte das Geldhaus sein Brutto-Zinsergebnis im vergangenen Jahr um 0.8% auf 290.2 Mio. CHF ausbauen.

Bei den ausgereichten Hypotheken gab es einen Anstieg um 1.3% auf 20.7 Mrd. CHF, und die Kundengelder kletterten um 0.9% auf 18.2 Mrd. CHF. Trotz des Rückgangs im Erfolg im Kommissions- und Handelsgeschäft um 7.6% und 4.4% auf zusammen 70.9 Mio. CHF konnte Valiant sein operatives Ergebnis im vergangenen Jahr um 10.1% auf 139.0 Mio. CHF steigern. Der Jahresüberschuss kletterte dabei um 2.7% auf 117.5 Mio. CHF, je Aktie waren das etwa 7,44 CHF.

… und die Aktie notiert weit unter Buchwert

Wie von uns erwartet erhalten Anleger mehr Dividende. Die Zahlung steigt von 3.60 auf 3.80 CHF. Mit einer Dividendenrendite von 3.6% und einem nachhaltig noch nicht einmal sonderlich hohen 14er-KGV ist der Titel ohnehin nur moderat bewertet. Dazu kommt aber noch ein hoher Discount zum Buchwert von rund 135 CHF von fast 25%. Der Gewinn der Bank dürfte obendrein künftig weiter steigen. Derzeit läuft die Expansion in die Romandie, und früher oder später wird sich auch das Zinstief mit seinen derzeit noch geringen Margen ändern. Das hat derzeit kein Anleger auf der Liste. Schon in zwei Jahren kann die Welt aber eine völlig andere sein – und tiefer können die Zinsen nicht mehr fallen! Bei Valiant sind bald wieder Kurse im Bereich des Buchwerts oder höher drin. Klarer Kauf!

Musterdepot SPI “schweizeraktien.net”
Valoren Unternehmen Kaufkurs Kurs aktuell Ziel Stück in CHF Performance
1478650 Valiant Holding 82,55 105,30 135,00 135 14.215,50 CHF 27,6%
236106 Starrag 46,00 64,15 68,50 200 12.830,00 CHF 39,5%
3038073 Leonteq 62,50 26,90 98,50 275 7.397,50 CHF -57,0%
1056796 Flughafen Zürich 137,40 204,10 198,50 75 15.307,50 CHF 48,5%
2553602 Feintool 106,10 123,40 140,00 125 15.425,00 CHF 16,3%
367144 Rieter 161,50 198,50 225,00 62 12.307,00 CHF 22,9%
1100359 Carlo Gavazzi 228,20 278,50 275,00 44 12.254,00 CHF 22,0%
2620586 Schaffner Holding 232,00 272,00 290,00 55 14.960,00 CHF 17,2%
1226836 Mobilezone 12,50 14,55 16,50 1250 18.187,50 CHF 16,4%
1075492 Schweiter 826,50 1140,00 1200,00 10 11.400,00 CHF 37,9%
Cash 739,64 CHF
Performance gesamt 135.023,64 CHF 35,0%
SPI 8975,70 9541,35 6,3%
Start: 9.1.15, Start fiktiv mit 100’000 CHF; Stand: 3.3.17

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