Arbonia: Umbau zum fokussierten Bauzulieferer trägt Früchte – Research Partners nimmt Aktienabdeckung mit „Halten“-Rating auf

Aktien haben bereits positiv auf Umbau reagiert.

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Chart Arbonia
Fast 10% im Plus: die Aktien der Arbonia seit Ende November 2016. Chart: moneynet.ch

Die vormals AFG Arbonia Forster genannte Gesellschaft hat sich als Arbonia in den letzten zwei Jahren von einem Sammelsurium von baunahen Firmen, hauptsächlich in der Schweiz, unter CEO Alexander von Witzleben sukzessive zu einem fokussierten Bauzulieferer mit europäischer Präsenz gewandelt. Zahlreiche Konzerngesellschaften wurden veräussert, neue Firmen dazu gekauft, die Produktion verlagert und modernisiert. Die Umsätze dürften 2017 von knapp unter einer Mrd. CHF im Vorjahr auf über 1.3 Mrd. CHF springen. Die Gewinne sollten ab 2018 deutlich im zweistelligen Millionenbereich liegen. Auf den Bereich Türen entfallen 30%, auf Fenster 27% und auf Gebäudetechnik inkl. Heiz-, Klima- und Lüftungssysteme 38% der Umsätze. Grösster Markt ist Deutschland mit 39% Umsatzanteil, gefolgt von der Schweiz mit 31%, der Rest verteilt sich auf verschiedene europäische Länder, Russland macht 2.4% aus. Dort wird derzeit für 30 Mio. CHF eine neue Fabrik für Flachheizkörper für den russischen Markt aufgebaut, als Strategie zur Sicherung des für Arbonia zweitgrössten Marktes für Heizkörper im Gefolge der Reaktionen Moskaus auf die von der EU verhängten Russland-Sanktionen. Die Investitionsphase bei Arbonia hat zwar ihren Zenit überschritten, läuft jedoch noch bis 2019.

Research Partners setzt 12-Monats-Kursziel auf 15 CHF

In ihrer Basisstudie zu Arbonia befinden die Analysten des unabhängigen Researchunternehmens Research Partners die erfolgte Restrukturierung zwar als erfolgreich und die Massnahmen als sinnvoll, vertreten jedoch die Auffassung, dass die Aktie nach dem erfolgten Kursanstieg bereits alle guten Nachrichten reflektiere. Das KGV 2018 belaufe sich auf 35x, das KGV 2019 auf 25x. In Osteuropa sei zudem eine starke Lohninflation bei den knapp werdenden Fachkräften im Gang. Die getätigten Akquisitionen seien wohl gut passend für das Arbonia-Portfolio, aber auch teuer bezahlt worden. Es sei auch nicht sicher, dass die hohen Investitionen zu den gewünschten Ergebnissen führen. Andererseits könne Arbonia auch in den nächsten Jahren in die Bewertung hineinwachsen. Das Rating der Analysten lautet „Halten“, das 12-Monats-Kursziel sehen sie bei 15 CHF.

Die Aktie von Arbonia ist an der SIX Swiss Exchange kotiert. Zuletzt wurden 16.55 CHF je Aktie bezahlt, 10% mehr als das Kursziel von Research Partners.

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