Clientis Bank im Thal: Geschäftserfolg legt 2017 deutlich zu und übersteigt erstmals die 2 Mio.-CHF-Grenze

Neuer Bankleiter Roger Hochuli seit 1. Oktober im Amt.

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Der neue Bankleiter Roger Hochuli ist seit 1. Oktober 2017 im Amt. Quelle: Clientis Bank im Thal AG

Die Clientis Bank im Thal AG (CBT) konnte im 2017 den kontinuierlichen Wachstumskurs der Vorjahre fortsetzen. Wie die Bank in einem Mediencommuniqué zum Jahresabschluss mitteilt, blickt sie auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. So konnte die Bilanzsumme um weitere 0.4% auf 319.7 Mio. CHF gesteigert werden. Getrieben wurde das Plus durch den Anstieg der Ausleihungen um 3.2% auf 298.5 Mio. CHF. Gleichzeitig konnte die CBT die Kundengelder um 1.9% auf 219.9 Mio. CHF erhöhen. Dabei ging der Deckungsgrad der Kundenausleihungen durch eigene Gelder leicht von 74.6% im Vorjahr auf 73.7% zurück. Dieser im Vergleich zu vielen Regionalbanken tiefe Wert kann immer noch als gut angesehen werden.

Mit der Stabsübergabe an Roger Hochuli per 1. Oktober 2017 konnte ein ausgewiesener Bankfachmann für die Geschäftsführung gefunden werden. Hochuli verfügt über eine mehr als 25-jährige Erfahrung bei der UBS und deren regionalen Vorgängerbanken und leitete in den letzten acht Jahren das Gebiet Oberaargau-Emmental.

Zinserfolg steigt trotz schwierigem Umfeld

Die CBT konnte im Geschäftsjahr 2017 den Erfolg aus dem ordentlichen Bankgeschäft um 1.7% auf 4.9 Mio. CHF erhöhen. Den Löwenanteil steuerte wie in den Vorjahren das Zinsdifferenzgeschäft, dessen Bruttoerfolg ebenfalls um 1.7% anstieg, bei. Hierbei hat sich insbesondere der reduzierte Aufwand für die Refinanzierung sehr positiv ausgewirkt. Weiterhin unter Druck war im Berichtsjahr die Zinsmarge, was auch der im Vergleich zu den Ausleihungen unterproportional angestiegene Zinserfolg aufzeigt. Allerdings konnte die CBT zugunsten des Nettozinserfolgs wiederum Wertberichtigungen, die in den Vorjahren aus Vorsichtsgründen gebildet wurden, auflösen. Deren Nettowert lag mit knapp 0.2 Mio. CHF allerdings um 25% tiefer als im Vorjahr. Ein straffes Kostenmanagement erlaubte es der CBT trotz der zunehmend höheren regulatorischen Erfordernisse, die Geschäftsaufwendungen um 1.7% auf 2.5 Mio. CHF zu senken. Dies ermöglichte es, zusammen mit den höheren Erträgen und nicht näher bezeichneten Sonderfaktoren, den Geschäftserfolg deutlich um 15% auf 2.2 Mio. CHF zu steigern. Die CBT nutzt das gute Ergebnis zur Äufnung der Reserven für allgemeine Bankrisiken um 1.4 Mio. CHF nach 1.1 Mio. CHF im Vorjahr. Nach den um 17% auf 0.6 Mio. CHF angestiegenen Steueraufwendungen resultierte ein Plus des Reingewinns von 1.6% auf 0.5 Mio. CHF. Die Aktionäre erhalten eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 6 CHF pro Aktie.

Die Geschäftszahlen der CBT fallen insgesamt gut aus. Allerdings kann derzeit nicht genau bestimmt werden, inwieweit die im Vergleich zum Vorjahr verbesserten Kennzahlen durch Sonderfaktoren beeinflusst wurden. Sehr positiv zu bewerten sind die tieferen Geschäftsaufwendungen, die trotz der Neubesetzung der Funktion des Bankdirektors möglich waren. Im Gegensatz zu anderen Regionalbanken ist es der CBT allerdings nicht gelungen, den Zinsmargendruck zu stoppen.

Die Aktien der CBT werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 307 CHF weisen die Aktien einen hohen Discount von 60% gegenüber dem Buchwert per Jahresende 2016 aus. Detaillierte Zahlen per Jahresende 2017, welche die Ermittlung des Buchwerts zulassen, sind bislang nicht verfügbar. Per 30. Juni 2017 lässt sich ein Buchwert von rund 800 CHF ermitteln. Dieser Wert dürfte per Jahresende 2017 ebenfalls Bestand haben. Bei den Aktien der CBT ist das sehr tiefe Handelsvolumen zu beachten. Aktuell werden die Titel, die letztmalig im Juli 2017 gehandelt wurden, zu Geldkursen von 400 CHF gesucht ohne dass Verkaufsangebote bestehen. Auf der Basis des aktuellen Geldkurses weisen die Titel eine auch im aktuellen Tiefzinsumfeld unterdurchschnittliche Dividendenrendite von 1.5% auf. Zumindest auf der Basis der vorläufigen Zahlen als sehr günstig angesehen werden muss das KGV auf der Basis des Geschäftserfolgs. Dieses liegt bei weniger als 5. Die Aktien verfügen analog dem Gros der Regionalbankenpapiere zwar über einen hohen Substanzwert, der nur teilweise im Kurs enthalten ist. Dessen Realisierung dürfte jedoch für den freien Aktionär kaum je möglich sein. Somit sind die Aktien zwar anhand der Kennzahlen als günstig einzustufen, ohne dass sich dies in absehbarer Zeit markant ändern dürfte.

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