Emmi: Moderates Wachstum im ersten Semester

Umfeld in der Schweiz bleibt schwierig

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Die Milchverarbeiterin Emmi hat in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018 beim Umsatz und beim Gewinn zugelegt. Letzterer wurde von zwei Devestitionen positiv beeinflusst, nahm aber auch ohne diese Effekte zu. Die Prognosen für das Gesamtjahr werden in etwa bestätigt, wobei diejenige für das Wachstum in Europa leicht angehoben wurde.

Der Umsatz legte um 4,7% auf knapp 1.68 Mrd. CHF  zu, organisch, also bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, lag das Plus bei 2,4%, wie Emmi am Mittwoch mitteilte. „Die positive Umsatzentwicklung ist breit abgestützt, und es freut uns, dass wir in den drei grossen Divisionen organisch wachsen konnten“, lässt sich in der Mitteilung CEO Urs Riedener zitieren.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT legte um 5,1% auf 95 Mio. CHF zu, womit die entsprechende Marge bei 5,7% stabil bleibt. Der Reingewinn hat sich auf 129 Mio. knapp verdoppelt. Dieser markante Anstieg ist insbesondere auf den Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der amerikanischen The Icelandic Milk and Skyr Corporation („siggi’s“) zurückzuführen. Ohne diesen Effekt hätte der Reingewinn um gut 9% auf einen bereinigten Wert von 72.1 Mio. CHF angezogen.

Das Resultat hat die Erwartungen der Analysten nicht ganz erfüllt. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 1.69 Mrd, für das EBIT bei 97.7 Mio. und für den Reingewinn bei 130 Mio. CHF.

Umsatzrückgang in der Schweiz

In der grössten Division Schweiz ergab sich ein leichter Umsatzrückgang auf gut 830 Mio. CHF. Dies ist allerdings vor allem dem Verkauf eines Teils des Handelswarengeschäfts an Coop geschuldet. Klammert man diesen Effekt aus, verzeichnet das Unternehmen ein leichtes organisches Wachstum von 0,5%.

Hier profitierte Emmi insbesondere vom höheren Milchpreis, was sich vor allem im Segment Molkereiprodukte niederschlug. Gut gelaufen sind etwa Produkte wie „Caffè Latte“, „Energy Milk“ oder „Jogurtpur“, Rückgänge gab es dagegen bei den Frischprodukten vor allem bei den Eigenmarken und bei „Yoqua“.

Wachstum vor allem im Ausland

In der Division Americas, welche auch die Märkte Frankreich und Tunesien umfasst, zogen die Verkäufe organisch um 5,6% an und in der Division Europa um 5,8%. Der Auslandanteil am Geschäft von Emmi liegt damit bei 50%. Er umfasst auch die Division Global Trade, welche allerdings im ersten Semester organisch um 9% geschrumpft ist. So hat Emmi unter anderem weniger Käse nach Russland und weniger Frischprodukte nach China geliefert.

Der bisherige Ausblick auf das Gesamtjahr 2018 wird mehrheitlich bestätigt. Demnach rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 1,5 bis 3% sowie mit einem Betriebsgewinn im Bereich von 205 bis 215 Mio. CHF. Die Reingewinnmarge wird zudem dieses Jahr und mittelfristig bei 4,5 bis 5,0% gesehen. Erhöht hat Emmi die Bandbreite für das Wachstum im Gesamtjahr in der Division Europa. Diese soll zwischen 2 bis 4% wachsen, nachdem ursprünglich ein Ziel von 1 bis 3% genannt wurde.

Im zweiten Semester sei aber unverändert mit einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu rechnen, hiess es weiter. So sei auch der Preisdruck unvermindert hoch. Wichtige Kostenblöcke werden sich gemäss den Prognosen teuerungsbedingt erhöhen und die Wachstumskurve beim Umsatz wegen des starken vierten Quartals im vergangenen Jahr abflachen. Die Auswirkungen des Hitzesommers auf die Agrarmärkte seien zudem noch nicht abzuschätzen.

Der Kurs der Emmi-Aktie lag zuletzt bei 738.50 CHF. Der Wert wird an der Six Swiss Exchange gehandelt.

cf/rw

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