Klingelnberg: Maschinenbauer setzt im ersten Semester deutlich weniger um

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Der Maschinenbauer Klingelnberg blickt auf ein schwieriges erstes Semester des Geschäftsjahres 2019/20 (per Ende September) zurück. So hat sich der Umsatz im zweistelligen Bereich reduziert und der operative Verlust im Vergleich zur Vorjahresperiode mehr als verdoppelt.

Der Umsatz ging um über 10% auf 88,4 Mio. Euro zurück, wie der Hersteller von Verzahnungslösungen am Dienstag mitteilte. Der Umsatzrückgang wird mit einem weltweiten Rückgang der gesamten Industrieproduktion und insbesondere im Automobilsektor, Belastungen aus dem Brexit und Handelskonflikten sowie mit fehlenden Richtungsvorgaben etwa zur Zukunft der Mobilität begründet.

Der Umsatzrückgang kommt nach der Gewinnwarnung von Mitte Oktober nicht überraschend. Vor knapp einem Monat hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es in der Automobilindustrie und im Maschinenbau global zu einer signifikanten Verlangsamung gekommen sei. Deshalb wurde ein umfassendes Kostensenkungsprogramm zur Verbesserung der Effizienz gestartet. Darüber hinaus will das Unternehmen die Kapazitäten anpassen, neue Dienstleistungen anbieten, neue Märkte erschliessen und die Verkaufsorganisation stärken.

„Weltweit gehen die Wachstumsraten zurück. In vielen Märkten und wichtigen Branchen haben wir es mit einer einsetzenden Rezession zu tun, und die Unsicherheit über die Folgen der Handelskonflikte nimmt eher noch zu“, wird in der Mitteilung CEO Jan Klingelnberg zitiert. Er will „proaktiv gegen diese Entwicklung steuern“. Im Zusammenhang mit den bereits angekündigten Massnahmen zur Effizienzsteigerung soll in Kürze das Gespräch mit den Arbeitnehmern aufgenommen werden.

Denkbar seien etwa die Neuausrichtung der Standortzuständigkeiten für Entwicklung und Produktion, die Zusammenführung bislang mehrfach vorhandener Kompetenzen an einzelnen Standorten des Unternehmens zur Straffung der Organisation sowie die Verschlankung des Produktportfolios.

Starke Saisonalität

Da im ersten Halbjahr aufgrund der starken Saisonalität des Geschäftsverlaufs jeweils lediglich 30 bis 40% des Jahresumsatzes erzielt werden, ist üblicherweise auch das Ergebnis negativ. Der operative Verlust hat sich im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 10.0 Mio. Euro mehr als verdoppelt, der Reinverlust erhöhte sich dabei auf 8.1 Mio. CHF ebenfalls kräftig.

Mit der Gewinnwarnung vom Oktober hatte Klingelnberg für das Gesamtjahr 2019/20 bereits einen Umsatz und einen operativen Gewinn klar unter dem Niveau des Vorjahres in Aussicht gestellt. Nun wird die Prognose dahingehend präzisiert, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 15 bis 20% zurückgehen dürfte. Das operative Ergebnis soll gemäss der aktuellen Vorhersage positiv ausfallen, allerdings ohne potenziell entstehende Kosten für das anstehende Effizienzprogramm.

Das Unternehmen betont, über „sehr gute Voraussetzungen „zu verfügen, um die „Folgen der negativen Effekte zu verarbeiten“.

Die Aktien von Klingelberg sind an der SIX Swiss Exchange kotiert. Zuletzt wurden 27.25 CHF für eine Aktie gezahlt. Seit dem Börsengang vor etwas mehr als einem Jahr hat die Aktie mehr als die Hälfte verloren.

cf/rw

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