Schilthornbahn: Markante Veränderungen bei Gästestruktur und Konsumverhalten

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Die Schilthornbahn AG blickt auf eine schwierige Zeit zurück. Auch am James-Bond-Berg standen die Bergbahnen aufgrund der Covid-19-Pandemie vom 13. März bis 6. Juni während knapp drei Monaten still. Einzig die Luftseilbahn Stechelberg – Gimmelwald – Mürren blieb als nicht touristische Verbindung in Betrieb. Daraus resultierten Ertragseinbussen von rund 7 Mio. CHF, zieht das Unternehmen Zwischenbilanz. Die Sommer-Frequenzen von Juli bis Ende September liegen bei der Luftseilbahn mit knapp 640’000 Fahrten bei rund der Hälfte des Vorjahres. Bei der Allmendhubelbahn gingen die Frequenzen in der Sommersaison um 40% auf 38’000 zurück.

Mehr konsumfreudige Schweizer Gäste

Dass die Schilthornbahn im Gegensatz zu anderen Schweizer Bergbahnen auch nach Wiederaufnahme des Betriebs weniger frequentiert wurde als im Normalfall, ist vor allem der internationalen Ausrichtung des Unternehmens geschuldet. So entsprach der Anteil Schweizer Gäste in den Vorjahren nur rund 30%. Zwar konnten die Besucherzahlen aus der Schweiz diesen Sommer verdoppelt werden. Dies reicht jedoch nicht aus, um die zu einem grossen Teil wegfallenden ausländischen Gäste zu kompensieren.

Als sehr erfreulich bezeichnet Christoph Egger, Direktor der Schilthornbahn AG, dafür das Konsumverhalten der Schweizer Sommergäste. Diese hätten fast ausnahmslos im Drehrestaurant Piz Gloria konsumiert und im Schnitt deutlich mehr ausgegeben, wodurch die Ertragseinbussen in der Gastronomie in der Sommerferienzeit mit rund 26% geringer ausfielen als im Frühjahr befürchtet. Gar um 3% höher als in den Vorsommern lagen die Einnahmen des zum Unternehmen gehörenden Hotels Alpenruh in Mürren.

Die höhere Anzahl Schweizer Gäste, welche zu einem Grossteil individuell mit dem Auto anreisen, zeigt sich auch auf den Strassen. So stiegen die Einnahmen durch Parkgebühren an der Talstation Stechelberg von Juni bis September um 15% an, trotz der erwähnten Halbierung der Gästezahlen.

Durchgehender Herbst-Betrieb möglich

Die Schilthornbahn AG hat während des Lockdowns im Frühjahr bereits sämtliche Revisions- und Unterhaltsarbeiten an den Luftseilbahnen vorgenommen. Somit wäre ein durchgehender Betrieb im Herbst möglich. Das Unternehmen will deshalb die Nachfrage in den nächsten Wochen beobachten und das Angebot nur bei sinkenden Gästezahlen anpassen.

Die Aktien der Schilthornbahn AG werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Der letztbezahlte Kurs liegt bei 1’610 CHF.

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