Kursaal Bern: Dank 14.4 Mio. CHF Härtefallgeldern zurück in die schwarzen Zahlen

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Anfang 2021 blieben die Räumlichkeiten der Kursaal Bern AG – wie hier das Forum mit Platz für 1’500 Personen – pandemiebedingt meist leer. Bild: Kursaal Bern AG

Mit der Hotellerie und Gastronomie, dem Kongressgeschäft und den beiden Casinos in Bern und Neuenburg verfügt die Kursaal Bern AG über drei verschiedene Geschäftsbereiche, welche 2021 jedoch allesamt unter den Einschränkungen zur Bekämpfung der Covid-Pandemie litten. So blieben alle Betriebe zu Jahresbeginn geschlossen. Dementsprechend prägte die Pandemie auch das Zahlenwerk des Geschäftsjahres 2021, obschon eine leichte Verbesserung gegenüber 2020 erzielt wurde.

Guter Geschäftsgang im Sommer und Herbst

Im Sommer und Herbst 2021 konnte die Kursaal-Bern-Gruppe bereits wieder an die Ergebnisse von vor der Pandemie anknüpfen. Der konsolidierte Jahresumsatz von 46.2 Mio. CHF liegt aber weiterhin bloss bei etwas mehr als der Hälfte von 2019. Gegenüber dem ersten Pandemiejahr 2020 entspricht dies aber zumindest einer Steigerung von 8,7%. Den grössten Umsatzanteil erwirtschaftete die Gruppe mit 29.4 Mio. in den beiden Casinos. Für den Umsatzanstieg gegenüber 2020 waren aber hauptsächlich das Kongresszentrum mit 8.5 Mio. (+2.0 Mio.) und das Segment Restaurant & Hotel mit 7.7 Mio. (+3.4 Mio.) verantwortlich. In diesen Bereichen zeigte sich die Erholung im dritten und vierten Quartal am deutlichsten.

Kostenseitig drücken die auf 7.4 Mio. CHF (+68,8%) gestiegenen Werbeaufwendungen das Ergebnis. Dieser doch deutliche Anstieg resultierte aus dem Marketingeinsatz für die beiden online-Casinos 7melons.ch und hurrahcasino.ch. Online-Casinos sind als werbeintensiv bekannt, im Falle der Kursaal-Bern-Gruppe konnten die dadurch generierten Umsätze jedoch noch nicht angemessen mit dem Kostenanstieg mithalten. Aufgrund des vermehrten Angebots von hybriden Veranstaltungen und somit vermehrten Technikdienstleistungen stieg im Kongresszentrum der Dienstleistungsaufwand auf 2.9 Mio. (+49,4%). Erfreulich ist dafür der trotz Umsatzsteigerung leicht rückläufige Personalaufwand mit 24.9 Mio. (-1,6%).

Gruppengewinn trotz operativem Verlust

Auf Stufe EBITDA resultierte ein operativer Verlust in Vorjahreshöhe von 2.5 Mio. CHF. Bedingt durch die Neueröffnung des Swissôtel Kursaal Bern im Frühjahr 2021 erhöhten sich die Abschreibungen um 1.6 Mio. auf 10.2 Mio. CHF. Das EBIT verschlechterte sich dementsprechend auf negative 12.7 Mio. CHF. Dank bezogenen Härtefallgeldern über 14.4 Mio. resultierte unter dem Strich ein Gruppengewinn von 1.6 Mio. CHF (Vorjahr -8.4 Mio.). Da die Gruppe aufgrund der bezogenen Härtefallgelder keine Dividende ausschütten darf, konnte somit das Eigenkapital weiter gestärkt werden. Bereits im vergangenen Juni flossen der Gruppe durch eine Aktienkapitalerhöhung im Rahmen des Börsenganges an der BX Swiss rund 14.0 Mio. CHF zu, sodass das Eigenkapital per Ende 2021 92.6 Mio. CHF beträgt (Vorjahr 77.1 Mio.), entsprechend einer Eigenkapitalquote von 64,1% (Vorjahr 59,8%).

Während sich 2022 die Pandemie-Lage für die Kursaal Bern AG freundlicher präsentieren dürfte, rechnet die Gruppe mit negativen Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf Wirtschaft und Tourismus. Dennoch werden im Swissôtel eine schnellstmögliche Rückkehr zu Auslastungswerten wie vor der Pandemie und in den online-Casinos eine Umsatzsteigerung angepeilt.

Der Aktienkurs der Kursaal Bern AG hat seit der Kotierung an der BX Swiss letzten Juni um über 10% eingebüsst. Chart: BX Swiss

Die Aktien der Kursaal Bern AG sind seit letztem Juni an der BX Swiss kotiert. Der letztbezahlte Kurs liegt bei 351 CHF.

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