Nobile: «Bester Chocolatier der Schweiz» setzt bei der Finanzierung auf swisspeers

Eine edle Schokolade allein reicht nicht, es braucht auch die passende Verpackung

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Die Coronajahre waren für Nobile – den besten Chocolatier der Schweiz – kein süsses Geschäft. Pandemiemassnahmen, gestörte Lieferketten und gestiegene Preise machten dem Unternehmen zu schaffen. Mit swisspeers fand der Schokoladenhersteller Investoren und sicherte sich so nicht nur die Pralinés fürs Weihnachtsgeschäft, sondern auch die passenden Verpackungen dazu.

Edelste Schokolade, feinste Pralinés und zartschmelzendes Gelato – die Schokoladenkünstler von Nobile mit Sitz in Bern produzieren nur das Beste vom Besten.

Doch die Einschränkungen während der Coronapandemie, harzige Lieferketten, Preissteigerungen und hohe Energiekosten machen auch vor dem süssen Geschäft nicht Halt. Da das Unternehmen viele Firmen und Hotels beliefert sowie ein Catering betreibt, litt es stark unter den Pandemie-Massnahmen.

Zwar verzeichnet Nobile im Schokoladen-Geschäft wieder ein Wachstum, doch die Zutaten und die Verpackungen müssen anders als früher für ein Jahr vorbestellt werden.

«Bis 2019 hatten unsere Lieferanten alles an Lager, und ein Anruf reichte, um das nötige Material zu bekommen», sagt Willi Schmutz, Schokoladenkünstler, Geschäftsleiter und Mitinhaber von Nobile. Das sei nun nicht mehr so. Vor allem die Verpackungen für die Pralinés sind derzeit nur schwer erhältlich und zudem teuer. «Und ohne die Verpackung können wir unsere Spezialitäten nicht ausliefern», sagt Schmutz.

Wenn immer möglich, kommen die Zutaten aus der Region
Pralinen von Nobile enthalten Rohstoffe vorwiegend aus der Region Bern. Bild: zvg

16 Tonnen Schokolade verarbeitet Nobile pro Jahr. Hinzu kommen Butter, Milch, Nüsse, Zucker und weitere Zutaten.

Seit 2003 ist der Edel-Chocolatier am Markt und wurde mehrfach ausgezeichnet: unter anderem als bester Chocolatier der Schweiz.

Auf der ganzen Linie setzt das Unternehmen konsequent auf nachhaltige Rohstoffe. Die Zutaten bezieht es, wenn immer möglich, aus der Region: Milch und Butter beispielsweise kommen aus dem Entlebuch.

Doch die Vorfinanzierung von einer Jahresproduktion braucht flüssige Mittel. Auf den traditionellen Wegen hatte der Chocolatier jedoch keinen Erfolg. Darum suchte Nobile im Sommer schliesslich über swisspeers nach Investorinnen und Investoren – mit Erfolg.

87 Personen finanzierten 350’000 Franken bei einer Laufzeit von drei Jahren und amortisierender Rückzahlung. «Beim klassischen Kreditrating sah es für uns nach zwei Coronajahren halt nicht so gut aus», sagt Mitinhaber Christoph Nyfeler. «Aber uns kommt es teurer, wenn wir zum Beispiel keine Verpackungen haben, als wenn wir einen hohen Zins für den Kredit zahlen.» Er selbst hatte per Darlehen den Einkauf der Zutaten für das Weihnachtsgeschäft gesichert. «Das wollten wir nicht gefährden.» Mit einem Teil des Kredits von swisspeers wurde dieses Darlehen nun abgelöst und das kommende Geschäft vorfinanziert. «Die Investoren bekommen einen guten Zins für ein gutes Produkt, und wir können weiterarbeiten», sagt Willi Schmutz.

Kreditauktion ging zügig über die Bühne

Ein Inserat auf der Plattform des Wirtschaftsmediums cash.ch machte Nyfeler auf swisspeers aufmerksam, und der Buchhalter empfahl, diese Möglichkeit zu prüfen.

Nyfeler griff zum Telefon: «Ich wollte mir erst mal bestätigen lassen, dass der Ablauf wirklich so einfach ist, wie er auf der Webseite von swisspeers beschrieben wird.»

Er war so einfach, und Nobile reichte alle notwendigen Dokumente ein. Das Unternehmen wurde überprüft und startete in den Sommerferien mit der Kreditauktion. Diese wurde von den Eigentümern gespannt verfolgt. «Erst ging es sehr schnell», sagt Schmutz. Die ersten Investoren waren gefunden. «Gegen Ende wurde es dann etwas langsamer, aber es hat geklappt.»

Innert fünf Tagen stand die Finanzierung. «Das war einfacher, als derzeit an Pralinéverpackungen zu kommen», sagt Schmutz lachend.

Vom ersten Anruf zur Auszahlung des Kredits in nur sieben Wochen

Der ganze Prozess bei swisspeers sei transparent dargestellt und abgelaufen, sagt Christoph Nyfeler. Der grosse Vorteil sei zudem das Tempo gewesen. Von der ersten Anfrage bis zur Auszahlung des Kredits vergingen lediglich sieben Wochen.

«Man bekommt sehr schnell eine Antwort.» So hat Nobile nun genügend liquide Mittel, um das Hauptgeschäft des Jahres zu bestreiten – Weihnachten.

Das Konsumverhalten der Schweizerinnen und Schweizer sei grundsätzlich gut. Zwar gebe es noch einige Faktoren, die man nicht beeinflussen könne, wie mögliche neue Pandemiemassnahmen oder die Stromknappheit im Winter. Bei der Planung für das kommende Jahr müssen die Verantwortlichen weit vorausschauen und auf Sicherheit setzen. «Aber wir hoffen nun auf einen guten Herbst ohne Einschränkungen und blicken zuversichtlich auf das kommende Jahr», sagt Nyfeler.

Firmenprofil

Gegründet: 2003 mit Sitz in Bern, die Manufaktur befindet sich in Bätterkinden. Neben der Schokoladenproduktion betreibt das Unternehmen ein Catering und bietet Team-Events für Unternehmen an.

Grösse: 24 Mitarbeitende, darunter Schokoladenkünstlerinnen und -künstler, Verkäuferinnen und Mitarbeiterinnen im Verpackungsatelier.

Auszeichnungen: 2015 und 2018 wurde Nobile als bester Chocolatier der Schweiz ausgezeichnet und gehört zu den Top-Ten der Pralinenhersteller der Welt.

Ausserdem hat der belgische Chocolatier Pierre Marcolini, der 2020 zum Welt-Patissier-Chocolatier gekürt wurde, kürzlich gesagt, dass seine liebste Schweizer Schokolade aus dem Nobile kommt.

Lebensgefühl: «Fest in der Heimat verwurzelt, aber offen für die ganze Welt.»

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