Aventron: Markante Gewinnsteigerung wegen höherer Strompreise

Kapitalerhöhung von 60 Mio. CHF abgeschlossen

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50% der von Aventron erzeugten Energie stammen aus Windkraft, je 25% aus Sonne bzw. Wasser. Bild: aventron.com

Des einen Leid, des anderen Freud: Während Privathaushalte und Unternehmen immer mehr unter den hohen Energiepreisen ächzen, profitiert Aventron, die Beteiligungsgesellschaft für Wasser-, Wind- und Solarkraftwerke, deutlich von den hohen Preisen auf den Strommärkten. «Mit unserem dezentralen und erneuerbaren Energien-Kraftwerkspark können wir teilweise von den sehr hohen Marktpreisen an den Strommärkten profitieren», schreibt CEO Antoine Millioud im Vorwort zum Halbjahresbericht. Das habe dazu geführt, dass Umsätze und Gewinne im ersten Semester 2022 deutlich über Budget lagen.

Gewinn höher als budgetiert

Im ersten halben Jahr 2022 produzierte das Kraftwerksportfolio von Aventron 675 Gigawattstunden (GWh) Strom, was rund 8% unter Budget ist. Die Abweichungen seien vor allem auf schwaches Windaufkommen in Frankreich und geringere Wasserkraftproduktion als geplant in Norwegen zurückzuführen, schreibt Millioud. Trotzdem liegt das erste halbe Jahr mit einem Gewinn nach Minderheiten von 12.4 Mio. CHF über Budget und deutlich über den 8.3 Mio. CHF, die in der Vergleichsperiode 2021 erzielt wurden.

Hohes Umsatzwachstum wegen rekordhoher Strompreise

Aventron  erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Nettoerlös von 77.6 Mio. CHF (VJ 57.9 Mio. CHF). Zu dem Umsatzwachstum von 34% hätten neben den rekordhohen Strompreisen die Akquisitionen und Inbetriebnahmen von Projekten im Wind- und Wasserbereich beigetragen, schreibt das Unternehmen.

Trotz Produktionswerten leicht über den Vergleichswerten vom Vorjahr in den Segmenten Wasser und Wind sowie auf Vorjahresniveau im Segment Solar sei die höhere EBIT-Marge von 42% (VJ 32%) vor allem auf die hohen Strompreise zurückzuführen.

In sechs europäischen Ländern produziert das Unternehmen aus Münchenstein Strom. Dabei wurde im ersten Semester 2022 mit Wind (38.9 Mio. CHF) doppelt soviel Umsatz gemacht wie mit Sonne (19.7 Mio. CHF) und Wasser (19.1 Mio. CHF).

Solar-, Wasser- und Windkraftwerke der Aventron in sechs europäischen Ländern. Quelle: aventron.com
Ausblick

Aventron investiert weiter intensiv in den Ausbau bestehender und die Akquisition von neuen Anlagen. 23.6 Mio. CHF und damit etwas weniger als in der Vorjahresperiode nahmen die Münchensteiner in die Hand, um bis Ende 2023 insgesamt 750 MW installierter Leistung zu erreichen. Bis 2030 sollen es dann 1’000 MW werden.

Anfang Juli 2022 wurde zudem die Kapitalerhöhung von 60 Mio. verurkundet, deren Mittel fliessen Aventron zu und erhöhen die Eigenkapitalquote auf 37%. Damit sind weitere Akquisitionen in den kommenden Jahren gesichert.

Die werden dann allerdings unter neuer operativer Leitung erfolgen. Ab 1. Oktober übernimmt Eric Wagner, der seit 2014 Mitglied der Geschäftsleitung ist, die Nachfolge von Antoine Millioud.

Das Ergebnis der bestehenden Anlagen wird in Abhängigkeit der meteorologischen Gegebenheiten und teilweise der Preisentwicklung der Grosshandelspreise bestimmt werden. Die Diversifikationseigenschaften über die sechs Länder, wie auch über die drei Technologien, werde sich positiv auf die Resultate auswirken, ist man bei Aventron überzeugt. Das Wachstum aus den letzten Jahren erlaube es, zunehmend Skaleneffekte, insbesondere in der Kostenstruktur, zu realisieren.

Fazit

Zurzeit muss es Freude machen, als Energieproduzent tätig zu sein. Die Gewinne sprudeln quasi wie von selbst. Aber das kann auch schnell wieder in eine andere Richtung gehen, sollten die Diskussionen zu Übergewinnen in Deutschland und der EU Resultate zeitigen.

Gerade vor dem Hintergrund der intensiven Suche nach Alternativen zu fossilen Energieträgern scheint aber Aventron bestens positioniert, um auch politische Querschüsse wegstecken zu können.

Der Kurs der auf OTC-X gelisteten Aktie liegt mit einem aktuellen Geld-Kurs von 12 CHF um mehr als das Doppelte über dem Buchwert von 5.76 CHF/Aktie. Hier scheinen also schon so manche Hoffnungen auf eine Zukunft, die im Wesentlichen auf erneuerbare Energien setzt, eingepreist zu sein.

Kursverlauf der auf OTC-X gehandelten Aktie von Aventron. Quelle: otc-x.ch

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