LSB Grindelwald-Pfingstegg: Schönes Wetter, schöne Gewinne

Rodelbahn und Fly-Line machen über einen Drittel des Gesamtumsatzes aus

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Die Nebengeschäfte wie die Fly-Line oder die Sommer-Rodelbahn tragen bereits zu einem Drittel zum Gesamtumsatz der LSB Grindelwald-Pfingstegg bei. Bild: pfingstegg.ch

Um eines muss sich die Luftseilbahn Grindelwald-Pfingstegg nicht sorgen: den Schnee. Denn die Luftseilbahn verkehrt nur in der warmen Jahreszeit; die diesjährige Eröffnung ist am 13. Mai.

Rekordumsatz

Wenn dann der Frühling, Sommer und Herbst mit überdurchschnittlich gutem Wetter die Touristen in die Berge locken, dann heisst das für das Unternehmen prächtige Umsätze und Gewinne. So geschehen im Jahre 2022, das laut Geschäftsbericht ein Rekordjahr war. 159’950 Besucher zog es an den 156 Betriebstagen auf die Alp Pfingstegg, so viele wie noch nie. Was die Kassen ordentlich klingeln liess. Der Betriebsertrag belief sich auf 2.49 Mio. CHF − eine Verdopplung gegenüber dem corona-geplagten Vorjahr. Aber auch gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2019 ist die Steigerung mit knapp 50% beträchtlich.

Erfolgreiches Nebengeschäft

Neben einem deutlichen Anstieg der Transporte mit der Luftseilbahn schenkt vor allem die Rodelbahn und die Fly-Line, die im Oktober 2019 eröffnet wurde, deutlich ein. Der Umsatz in diesem Segment betrug allein 813’000 CHF. Das Nebengeschäft im Ganzen liefert mittlerweile über einen Drittel des Gesamtumsatzes. Im Vergleich zum 2019 habe sich gezeigt, dass die fast abwesenden Gruppentouristen für die Pfingsteggbahn kein Nachteil gewesen seien. Die annähernd 100% vorhandenen Individualtouristen, gepaart mit dem schönen Wetter, hätten für das Unternehmen eine optimale Mischung zur Generierung des Rekordumsatzes ergeben, schreibt die Pfingsteggbahn in ihrem Geschäftsbericht.

Höherer Betriebsaufwand

Der Betriebsaufwand hat gegenüber dem Vorjahr um ca. 0.31 Mio. CHF (34,3%) auf 1.23 Mio. CHF zugenommen. Insbesondere die Personalkosten sind mit 39% höher ausgefallen, im Vorjahr waren noch wesentliche Kurzarbeitsentschädigungen angefallen. Auch der Sachaufwand liegt um CHF 0.1 Mio. CHF 27,1% höher als im Vorjahr.

Mit einem EBITDA von 1.26 Mio. CHF konnte ein operativer Gewinn ausgewiesen werden, der über 50% des Jahresumsatzes beträgt. Das EBIT beträgt 0.84 Mio. CHF (Vorjahr: – 0.18 Mio. CHF). Beim ausserordentlichen Aufwand handelt es sich grösstenteils um die Erhöhung der Erneuerungsrückstellung von 300’000 CHF.

Keine Dividende

Unter dem Strich weist die Luftseilbahn Grindelwald-Pfingstegg somit einen Gewinn von 0.312 Mio. CHF aus. Der Bilanzgewinn von 404’000 CHF wird auf die neue Rechnung vorgetragen. Die Aktionärinnen und Aktionäre gehen für 2022 leer aus, eine Dividendenzahlung ist aufgrund der Covid-Notkredite nicht möglich.

Das gute Wirtschaften ermöglicht es dem Unternehmen überdies, einen Kredit der Berner Kantonalbank (BEKB) mit 300’000 CHF um die Hälfte zu reduzieren. Die Erneuerungsrückstellungen wurden um 300’000 CHF auf neu 700’000 CHF erhöht. Die Eigenkapitalquote sank damit von 57% 2021 auf 53% im letzten Jahr.

Fazit

Bergbahnen und Outdoor-Vergnügen sind vom Wetter abhängig. Wenn das mitspielt, wie im sehr schönen Sommerhalbjahr 2022, kommen die Tourismusanbieter in diesem Segment voll auf ihre Kosten. So auch die Luftseilbahn Grindelwald-Pfingstegg, die überdies noch den Vorteil hat, vom Wintertourismus und damit von der Schneelage völlig unabhängig zu sein.

Auch zeigt sich, dass die Corona-Zäsur einem Unternehmen, das voll auf Individualtouristen setzt, weniger anhaben kann, als wenn man von Gruppenreisen abhängig ist.

Die Aktie der Luftseilbahn Grindelwald-Pfingstegg wird auf otc-x gehandelt. Zuletzt kostete eine Aktie 1’251 CHF, ein deutlicher Anstieg seit Anfang Jahr, als die Aktie noch zu 1’150 CHF gehandelt wurde.

Kursverlauf der auf otc-x gehandelten Aktie der LSB Grindelwald-Pfingstegg im letzten Jahr. Quelle: otc-x.ch

Jetzt vormerken: Der Branchentalk Tourismus 2023 findet am 26. Oktober in Interlaken statt.

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