Espace Real Estate: GV mit hoch zufriedenem Aktionariat

Das Solothurner Unternehmen erhöht erneut die Dividende

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Bärbel Reinold wohnt im 7. Stock der Siedlung «Volaare» in einem Micro-Appartment. Sie fühle sich wie auf «Wolke 7», freut sie sich in einem Videointerview über ihre kleine Wohnung in Zuchwil. Der Blick in den Süden bis in die Alpen, ein Gemeinschaftsraum, wo alle Mieter des Stockwerks zusammenkommen können – Reinold ist des Lobes voll für die Vermieterin Espace.

Verwaltungsratspräsident Andreas Hauswirth führte die GV wie immer souverän und speditiv durch. Alle Bilder: Romel Janeski, schweizeraktien.net

«Volaare» ist die Versinnbildlichung der Philosophie von Espace. Nachhaltiges profitables Wachstum soll laut Verwaltungsratspräsident Andreas Hauswirth mit dem Immobilien-Portfolio erwirtschaftet werden. Die Strategie, wie sie Hauswirth den Aktionärinnen und Aktionären an der Generalversammlung im Landhaus in Solothurn erläutert, zielt auf die Verjüngung des Portfolios, auf die Dekarbonisierung durch eigene Stromproduktion, auf innovative Wohnformen und SNBS-Zertifizierung «Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz». All dies ist bei den Sanierungen und Neubauten des Quartiers «Volaare» gegeben.

CEO Lars Egger schaut auf ein sehr erfolgreiches operatives Geschäftsjahr 2023 zurück.

Espace schafft preiswerten Wohnraum

Lars Egger, CEO von Espace, betont, dass 90% der Wohnungen im Portfolio unter 1’500 CHF für eine 3,5-Zimmer-Wohnung bis 85m² vermietet würden. Preiswerter Wohnraum, sanieren statt eliminieren, das gehört zu den Grundpfeilern von Espace. Wie sehr das bei den Mieterinnen und Mietern ankommt, macht Ursula Eggstein Allemann deutlich, die seit 42 Jahren in der Überbauung «Volaare» lebt.

Anteil der Wohnungen im Portfolio soll weiter steigen

Zur Strategie gehört, dass der Anteil an Wohnungen im Portfolio von Espace weiter wachsen soll, von jetzt 50% auf 55 bis 65% im nächsten Jahr. Wohnimmobilien seien viel stabiler, sagt Hauswirth, weil bei den Gewerbeimmobilien der Leerstand wesentlich höher sei. Und er zeigt anhand der Zielwerte für 2025 auf, wie weit das Solothurner Unternehmen bereits ist. So liegt der Leerstand des Portfolios exkl. Sanierungsliegenschaften aktuell bei 3,0%, ihn will man unter 3,5% halten.

Dass Espace auf dem richtigen Weg ist, verdeutlicht der Vermietungsgrad z.B. im Landhaus Schaffhausen, der von 66% vor einem Jahr auf 100% angestiegen ist, oder derjenige des Cube 116 in Biel, der von 91% auf 98% anzog.

Zinsbedingte Korrekturen werden abgefedert

Insbesondere die Aufwertungsgewinne der Liegenschaften im Bau im Umfang von 5.9 Mio. CHF und die insgesamt stabilen Werte der Wohnimmobilien hätten die zinsbedingten Korrekturen der Gewerbe- und Büroliegenschaften abgefedert, betont Hauswirth. Auf dem Bestandesportfolio resultierte eine Abwertung von 5.7 Mio. CHF oder 0,7%. In der Summe betrug der Erfolg aus Neubewertung 0.2 Mio. CHF (Vorjahr: 3.1 Mio. CHF).

Der Wert des Portfolios blieb stabil und konnte sogar leicht auf 820 Mio. CHF zulegen (Vorjahr: 782 Mio. CHF).

Weiteres Wachstum durch Akquisitionen

Das Wachstum im Portfolio war nicht nur auf Investitionen in Neubau- und Sanierungsprojekte zurückzuführen. Auch würden Opportunitäten auf dem Transaktionsmarkt laufend geprüft, so Lars Egger. Im Berichtsjahr konnte die Immobiliengesellschaft Kofmehl AG erfolgreich akquiriert werden. Das Portfolio wurde um ein Ärztehaus in Subingen, ein Mehrfamilienhaus in Oensingen und eine Wohnbau-Landreserve in Subingen erweitert.

Die Grundlage für ein weiteres Neubauprojekt von Espace wurde mit dem Erhalt der Baugenehmigung für das Projekt «Hasenmatt» in Grenchen geschaffen. Der Baubeginn für gesamthaft 41 Wohnungen ist für Mitte Mai 2024 vorgesehen. Ein weiteres Neubauprojekt entsteht in Beringen bei Schaffhausen auf einem Grundstück aus dem Portfolio von Espace.

Sehr erfreuliche Geschäftszahlen und höhere Dividende

2023 war ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr für Espace. Der operativer Periodengewinn, also der Gewinn exkl. Neubewertungen und Erfolg aus Verkauf von Liegenschaften, stieg um 6,5% auf 19.4 Mio. CHF (Vorjahr: 18.2 Mio CHF). Die Erlöse aus Vermietung zogen um 2.2 Mio. CHF bzw. 6,3% auf 37.9 Mio. CHF an.

Vor dem Hintergrund dieses Zahlenwerkes erstaunt es nicht, dass Espace abermals die steuerfreie Dividende anhebt, von 5.75 CHF auf 6 CHF. Die anwesenden Aktionärinnen und Aktionäre, die knapp 80% der Stimmen vertraten, zeigten ihre Zufriedenheit mit dem Geschäftsgang, dem Verwaltungsrat und der Geschäftsführung, indem sie sämtliche Anträge mit mindestens 97% Ja-Stimmen haushoch annahmen.

Erfolgreiche Kapitalerhöhung

Espace führte 2023 zudem erfolgreich eine Kapitalerhöhung im Umfang von 36.6 Mio. CHF durch. Trotz der volatilen Marktbedingungen sei die Transaktion bei den Anlegerinnen und Anlegern auf breite Unterstützung gestossen. Diese starke Akzeptanz unterstreiche die hohe Zustimmung für das Geschäftsmodell und die konsequente Verankerung von Nachhaltigkeit in allen Aspekten des Unternehmens, machte Hauswirth deutlich.

Dazu gehört auch der Umgang von Espace mit den Mitarbeitenden. Am Schluss der GV wurden zwei langjährige Angestellte mit grossen Blumensträussen und viel Applaus für ihre Dienstjubiläen gefeiert.

Karin Ruprecht feiert ihr 15-jähriges Dienstjubiläum bei Espace, Jolanda Lanz ihr 10-jähriges.

Wie immer klang die Generalversammlung mit einem Apéro riche in der Säulenhalle des Landhauses Solothurn aus. Für Aktionärinnen und Aktionäre die perfekte Gelegenheit, sich mit dem Verwaltungsrat und der Geschäftsführung auszutauschen, aber auch untereinander Networking zu betreiben.

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