
Im Mai 2024 beteiligte sich die NZZ-Mediengruppe mit 25% am Aussenwerbe-Unternehmen APG|SGA. Offenbar scheint sich die Beteiligung wie erwartet zu entwickeln. Nun soll der Anteil um 20 Prozentpunkte auf 45% erhöht werden. Der Kaufpreis liegt bei 132 Mio. CHF bzw. 220 CHF je Aktie. Verkäufer sind auch diesmal die beiden Hauptaktionäre JCDecaux SE und Pargesa Asset Management S.A., die nach der Transaktion nur noch 10% der Anteile am börsenkotierten Unternehmen halten. Grösste Aktionärin wäre dann die NZZ-Mediengruppe. Allerdings müssen die Aktionärinnen und Aktionäre der APG|SGA an einer ausserordentlichen Generalversammlung vom 23. Januar 2026 noch einer Statutenänderung zustimmen, damit die NZZ den übrigen APG-Aktionären kein Pflichtangebot unterbreiten muss.
Zufrieden mit der Beteiligung
Wie die NZZ in einer Medienmitteilung schreibt, stärke das Unternehmen durch den Ausbau der Beteiligung seine Position im «wachsenden Bereich der Aussenwerbung weiter» und erschliesse einen zusätzlichen stabilen Ertragsstrom, der komplementär zum Abogeschäft und «gegenüber den Einflüssen der künstlichen Intelligenz resilient» sei. Seit dem Erwerb von 20% der Anteile im März 2024 scheint das Zürcher Medienunternehmen zufrieden mit der Beteiligung zu sein. Die Annahmen, welche dem Beteiligungserwerb zugrunde lagen, hätten sich bestätigt, lässt sich Isabelle Welton, VR-Präsidentin der NZZ, in der Medienmitteilung zitieren. «Die APG|SGA entwickelt sich gut, und wir sehen in den digitalen Werbemärkten Wachstumspotenzial», so Welton weiter.
Statutenänderung nötig
Damit die Transaktion vollzogen werden kann, sind neben kartellrechtlichen Freigaben auch Statutenänderungen bei der APG|SGA nötig. Aufgrund der Überschreitung der Beteiligungsschwelle von 33⅓% der Stimmrechte müsste die NZZ-Mediengruppe den übrigen Aktionären ein Pflichtangebot unterbreiten. Durch die Einführung eines Opting-out in den Statuten der APG|SGA soll diese Pflicht ausschliesslich für die NZZ aufgehoben werden. Sollte die NZZ künftig den Schwellenwert von 49% der Stimmrechte überschreiten, würde sie hingegen angebotspflichtig. Der Verwaltungsratsausschuss der APG|SGA unterstütze den Antrag auf Einführung dieses selektiven Opting-out, heisst es in der Medienmitteilung. Über die Statutenänderung soll eine ausserordentliche Generalversammlung am 23. Januar 2026 entscheiden.
NZZ-CEO Felix Graf soll neuer VRP von APG|SGA werden
Ausserdem gaben beide Unternehmen bekannt, dass der Verwaltungsrat Dr. Felix Graf, CEO der NZZ, an der kommenden ordentlichen Generalversammlung die Nachfolge von Dr. Daniel Hofer als VR-Präsident der APG|SGA antreten soll. Die bisherige Verwaltungsrätin Maya Bundt soll, vorbehältlich ihrer Wiederwahl, zur Vizepräsidentin ernannt werden, und Corine Blesi, Geschäftsführerin von NZZ Connect, soll als zweite Vertreterin der NZZ für den Verwaltungsrat der APG|SGA vorgeschlagen werden.
Über die Finanzierung der Transaktion gab die NZZ-Mediengruppe keine Details bekannt. Die Aktien der APG|SGA sind an der SIX Swiss Exchange kotiert. Zuletzt kosteten die Valoren 207 CHF, was deutlich unter dem Preis liegt, den die NZZ bezahlt hat und auch im Rahmen der neuen Transaktion zahlen wird.

Die Aktien der AG für die Neue Zürcher Zeitung werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Zuletzt wurden 4’950 CHF je Aktie bezahlt. In diesem Jahr hat der Aktienkurs rund 7% verloren.





