
Für das Zentralschweizer Energieunternehmen CKW verlief das Geschäftsjahr 2024/25 wiederum sehr erfolgreich. Vor allem dank der guten Absicherung der Stromproduktion erzielte CKW einen hohen Betriebsgewinn (EBIT) von 163.0 Mio. CHF (+40,3%). Nicht darin enthalten ist der Gewinn aus der Veräusserung der CKW Fiber Services AG an die Axpo Systems AG in Höhe von 28.4 Mio. CHF, sodass das ausgewiesene Konzern-EBIT inklusive der Sondereffekte sogar 209.9 Mio. CHF (+16,9%) erreichte. Unter dem Strich verblieb ein Konzerngewinn von 196.4 Mio. CHF. Für die Aktionäre zahlt sich dies doppelt aus: Sie erhalten nicht nur eine reguläre Dividende von 10 CHF je Aktie, sondern auch eine Sonderdividende von 17 CHF.
Gesamtleistung steigt auf 1.2 Mrd. CHF
Die Gesamtleistung der CKW-Gruppe erreichte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Betrag von 1’200.6 Mio. CHF, was einem leichten Anstieg von 8,0% entspricht. «Unsere Absicherungsstrategie hat sich auch in diesem Geschäftsjahr positiv auf das Geschäftsergebnis ausgewirkt», erklärte Finanzchef Michael Sieber an der Bilanzmedienkonferenz der CKW. Der Stromabsatz ging hingegen leicht auf 5’510 Mio. kWh zurück.
Kräftig zugelegt haben die Umsätze vor allem im Segment Energie, wo die Gesamtleistung um 14,7% auf 574.4 Mio. CHF anstieg und ein EBIT von 144.2 Mio. CHF zum Ergebnis beisteuerte. Im Segment Netze lag die Gesamtleistung bei 355.8 Mio. CHF (+4,5%), wobei dieser Betrag ebenso wie das EBIT von 75.4 Mio. CHF durch die Veräusserung der CKW Fiber Services beeinflusst wird.
EBIT-Marge von 5% bei der Gebäudetechnik als Ziel
Im Segment Gebäudetechnik ging die Gesamtleistung von 279.6 auf 276.5 Mio. CHF zurück, was CEO Martin Schwab mit einer schwächeren Nachfrage nach Wärmepumpen und einem intensiveren Wettbewerb bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen begründet. Er wies allerdings auch darauf hin, dass die CKW-Gruppe bei den PV-Anlagen und Batteriespeichern für Private über einen soliden Auftragsbestand verfüge. Dennoch sei es gelungen, die Profitabilität im Segment Gebäudetechnik leicht zu erhöhen. Das EBIT betrug 1.4 Mio. CHF nach 1.0 Mio. CHF im vergangenen Jahr. Die Marge bleibt mit 0,5% dünn. Schwab hält eine EBIT-Marge von 5% in drei bis fünf Jahren allerdings für möglich.
Zahlreiche Sondereffekte
Beeinflusst wird das Gesamtergebnis durch zahlreiche Sondereffekte. Im EBIT von 209.9 Mio. CHF (Vorjahr: 179.5 Mio. CHF) sind neben dem Gewinn aus dem Verkauf der CKW Fiber Services von 28.4 Mio. CHF auch der Wertzuwachs des Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (Stenfo) von 14.8 Mio. CHF sowie die Aufwertung der Absicherungsgeschäfte mit 3.7 Mio. CHF enthalten. Trotz höherer Kosten für die Energiebeschaffung von 579.4 Mio. CHF und einem auf 226.6 Mio. CHF (+5,1%) erhöhten Personalaufwand fiel das Betriebsergebnis vor Abschreibungen mit 271.2 Mio. CHF (+13,2%) besser als im Vorjahr aus. Unter dem Strich verblieb ein Konzerngewinn von 196.4 Mio. CHF.
Aufgrund des guten Ergebnisses konnte die Eigenkapitalquote weiter auf 85.4% verbessert werden. Das Nettofinanzguthaben erhöhte sich auf 734.5 Mio. CHF. Diese komfortable Liquiditätssituation ermöglicht es der CKW auch, den Aktionären neben der Ausschüttung einer regulären Dividende von 10 CHF je Aktie zusätzlich eine Sonderdividende von 17 CHF auszuschütten, was insgesamt einer Ausschüttungssumme von 158.8 Mio. CHF entspricht. Zusätzlich zur Ausschüttung investierte CKW im Berichtsjahr rund 80 Mio. CHF, u. a. in die Sanierung von Kraftwerken wie in Emmenweid, alpine PV-Anlagen sowie die Modernisierung und den Ausbau der Stromnetze.
Flexible Lösungen sind gefragt
Auch künftig werden die Investitionen hoch bleiben. Hier verfolgt CKW mehrere Windenergieprojekte im Kanton Luzern, die auch im Winter Strom liefern sollen. Zudem ist die Erhöhung des Damms beim Kraftwerk Göschenen um bis zu 15 Meter geplant. Weiter machte CEO Martin Schwab deutlich, dass der rasante Zubau an PV-Anlagen in der Schweiz – allein 2024 wurden 1.8 GW zugebaut – die Energieunternehmen vor grosse Herausforderungen stellt. Im Sommer produzieren diese gerade über die Mittagszeit grosse Mengen an Strom, was teilweise zu negativen Strompreisen führt. CKW setze auf Grossbatteriespeicher und Flexibilitätslösungen wie ein virtuelles Kraftwerk, das aus über 1600 Anlagen besteht, um dezentrale Produktion und Verbrauch in Einklang zu bringen.

Für das laufende Geschäftsjahr hat CKW bereits rund 70% der eigenen Produktion zu Preisen von über 100 Euro pro MWh abgesichert. Aufgrund der gesunkenen Grosshandelspreise gehen die abgesicherten Preise in den kommenden Jahren zurück. Für die CKW bedeutet dies, dass sie mittelfristig wieder mit geringeren Erlösen aus dem Stromgeschäft leben muss.
Fazit
Die CKW-Gruppe konnte im Geschäftsjahr 2024/25 nochmals von den hohen Absicherungspreisen profitieren. Dies zeigt sich im ausserordentlich guten Gewinn, der auch die Ausschüttung einer Sonderdividende rechtfertigt. In den kommenden Jahren dürfte es schwieriger werden, Gewinne in der gleichen Höhe zu erwirtschaften. Daher ist es umso wichtiger, dass das Segment Gebäudetechnik rentabler wird. Eine Umsatzrendite von 5%, wie sie CEO Schwab anvisiert, würde statt eines EBIT von 1.4 Mio. CHF bei einem Umsatz von 277 Mio. CHF ein EBIT von knapp 14 Mio. CHF zum Gruppenergebnis beisteuern. Dies dürfte gerade dann wichtig werden, wenn die Gewinne aus dem Segment Energie nicht mehr so üppig sprudeln.

Derzeit werden die Aktien der CKW AG auf OTC-X zu 385 CHF gehandelt. Das KGV liegt somit bei 11 und der Kurs ungefähr auf dem Niveau des Buchwerts, der per Ende September 374 CHF je Aktie betrug. Damit sind die Titel nicht zu teuer, auch wenn der Gewinn im laufenden Geschäftsjahr – ausserordentliche Einflüsse ausgenommen – zurückgehen dürfte. Attraktiv ist der Titel vor allem auch wegen der Dividende von 27 CHF je Aktie, was einer Rendite von 7,0% entspricht. Ohne die Sonderdividende von 17 CHF würde die Rendite nur 2,6% betragen. Berücksichtigen müssen Anleger auch, dass die Aktien zu 85,9% der Axpo gehören. Weitere Anteile sind im Besitz der öffentlichen Hand, hier insbesondere des Kantons Luzern. Nachdem der Investor Martin Ebner im März 2025 ein Paket von 272’000 CKW-Aktien an die Axpo verkauft hatte, befinden sich nur noch 2,8% der Aktien im Free Float. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Axpo den Kleinaktionären eines Tages auch ein Übernahmeangebot unterbreitet.





