
Am Ende des Gletscherdorfes Grindelwald befindet sich die Luftseilbahn Grindelwald-Pfingstegg. Sie befördert die Gäste von Grindelwald auf den gleichnamigen Aussichtspunkt, der nicht nur einen eindrücklichen Blick auf das Tal und die Bergwelt bietet, sondern mit einer Sommerrodelbahn und der Fly-Line auch zusätzliche Erlebnisse schafft. Auch 2025 konnte die Bahn wiederum vom Touristenstrom im Berner Oberland profitieren. Mit 4.98 Mio. CHF wurde der höchste Umsatz in der Unternehmensgeschichte verzeichnet.
6,3% mehr Gäste in der Luftseilbahn
Insgesamt zählte die LSB Grindelwald-Pfingstegg 272’650 Gäste auf ihrer Bahn, was einem Anstieg von 6,3% gegenüber 2024 entspricht. Auf der Sommerrodelbahn wurden 143’273 Fahrten (+13,9%) verzeichnet, die Fly-Line wurde 68’639-mal genutzt – ein Plus von 8,2%. Wie die Bahn in ihrer Medienmitteilung zum Jahresabschluss schreibt, habe sich die hohe Nachfrage konstant durch die gesamte Saison gezogen. Ein Erfolgsfaktor sei dabei das erlebnisorientierte Angebot gewesen. Einen zentralen Beitrag zum Gesamtumsatz von 4,98 Mio. CHF habe die Rodelbahn mit einem Umsatz von 1,0 Mio. CHF beigesteuert. Auch die Fly-Line erzielte mit 790’000 CHF einen Mehrertrag von 32,6% im Vergleich zu 2024.
Neuer Rekord-Jahresgewinn von 1.15 Mio. CHF
Aufgrund von Umbaumassnahmen an den Stationen nahm der Betriebsaufwand um 21% zu. Auch die Personalkosten stiegen leicht an, allerdings unterproportional zum Umsatz. Mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) von 2.84 Mio. CHF erreichte die LSB Grindelwald-Pfingstegg ebenfalls einen neuen Rekordwert. Mit einer EBITDA-Marge von 57,0% gehört die Bahn weiterhin zur Spitzengruppe in der Schweiz. Das EBIT erreichte 2,17 Mio. CHF und der Jahresgewinn 1.15 Mio. CHF – ebenfalls ein neuer Rekordwert. An dem guten Ergebnis partizipierten auch die Aktionäre, die an der Generalversammlung vom 13. Mai einer Dividendenzahlung von 105 CHF je Aktie zustimmten.
Flüssige Mittel steigen auf 3.34 Mio. CHF
Stabil präsentiert sich auch die Bilanz des Unternehmens mit einem Eigenkapital von 4.51 Mio. CHF bzw. einer Eigenkapitalquote von 60,4%. Das Fremdkapital umfasst allerdings keinerlei Bankschulden, sondern vor allem Rückstellungen, darunter 1.9 Mio. CHF an Erneuerungsrückstellungen sowie 275’000 CHF als Entschädigung für die Inhaber von Papieraktien. Die flüssigen Mittel stiegen auf 3.34 Mio. CHF an.
Einen Teil der hohen Liquidität wird das Unternehmen verwenden, um das Parkdeck sowie das Betriebsgebäude zu erweitern. Dafür sind 2.1 Mio. CHF veranschlagt. Fertiggestellt werden soll das Gebäude bis 2027. Ausserdem wird die Gesellschaft 195 Aktien vernichten, die sie seit der Umwandlung in Bucheffekten im Eigenbestand hält. Da derzeit kein Kapitalbedarf bestehe, habe man sich für eine Gewinnverdichtung entschieden, erklärte Verwaltungsratspräsident Michael Wyss auf Nachfrage von schweizeraktien.net.
Fazit
Wie die benachbarten Jungfraubahnen eilt auch die LSB Grindelwald-Pfingstegg von Rekord zu Rekord. Die internationalen Touristen in dem Bergdorf verhelfen auch der kleinen, unabhängigen Bahn zu hohen Frequenzen. Mit ihren Soft-Adventure-Angeboten wird den Gästen neben dem Bergpanorama zusätzlich ein attraktives Erlebnis geboten.
In diesem Jahr dürfte allerdings auch die LSB Grindelwald-Pfingstegg aufgrund der unsicheren Lage im Nahen Osten mit einem Rückgang der Gästezahlen konfrontiert werden. Neue Rekorde sind daher für 2026 wohl nicht zu erwarten, auch wenn Schweizer Gäste oder Besucher aus dem nahen europäischen Ausland die Lücke füllen könnten.

Die Aktien der LSB Grindelwald-Pfingstegg werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt – allerdings nur sehr selten. An der Generalversammlung beschloss die Gesellschaft zudem die Herabsetzung des Aktienkapitals durch die Vernichtung von 195 eigenen Aktien, was die Handelbarkeit der bisher 2’900 Titel zusätzlich einschränken wird. Zuletzt wurden ausserbörslich 1’615 CHF pro Aktie bezahlt. Auf dieser Basis beträgt das KGV 2025 tiefe 4, die Dividendenrendite liegt bei 6,5%.
Zudem erhalten Aktionärinnen und Aktionäre, die ihr Stimmrecht an der Generalversammlung ausüben, pro zehn eigene oder vertretene Aktien ein Freibillett für eine Retourfahrt mit der Luftseilbahn sowie je eine Fahrt auf der Fly-Line und der Rodelbahn.





