Repower: Schwache Wasserkraftproduktion belastet Halbjahresergebnis

Die Normalisierung nach ausserordentlich starken Jahren setzt sich fort

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Lago Bianco
Der Lago Bianco war Ende August erst zu 50% gefüllt. Damit liegt der Füllstand 20 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Bild: Repower

Die Bündner Repower AG hat im ersten Halbjahr 2026 ein operatives Ergebnis (EBIT) von 50.7 Mio. CHF und einen Gruppengewinn von 33.7 Mio. CHF erzielt. Damit liegt das Unternehmen zwar deutlich unter dem Vorjahresniveau, beurteilt das Ergebnis jedoch angesichts der schwierigen hydrologischen Bedingungen trotzdem als gut.

Rückläufige Ergebnisse

Repower hat am 14. September seine Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht. Diese sind entsprechend dem Trend der letzten Jahre seit dem durch externe Faktoren verursachten Boomjahr 2023 zwar weiterhin rückläufig, im langjährigen Vergleich jedoch trotzdem sehr solide. Bei einer Gesamtleistung von 938.7 Mio. CHF (1’080.0 Mio. CHF im H1/2025) wurde ein operatives Ergebnis (EBIT) von 50.7 Mio. CHF (65.1 Mio. CHF im H1/2025) erzielt. Dabei entfallen rund 42 Mio. CHF des EBIT auf das Segment «Markt Schweiz», während das Segment «Markt Italien» nur noch rund 16 Mio. CHF zum Ergebnis beisteuerte. Das Segment «Übrige» musste ein negatives EBIT von rund 7 Mio. CHF ausweisen.

Entwicklung der Ergebnisse
Die Erträge sind seit dem ausserordentlich guten Jahr 2023 rückläufig. Quelle: Geschäftsberichte Repower, Grafik: schweizeraktien.net

Belastet wurde das Halbjahresresultat insbesondere durch die unterdurchschnittliche Stromproduktion der eigenen Wasserkraftwerke. Nach einem schneearmen Winter fiel die Schneeschmelze gering aus, zudem lagen die Niederschläge im Frühling und Frühsommer deutlich unter dem langjährigen Mittel. Dadurch blieb die Stromerzeugung deutlich unter dem Durchschnittswert früherer Jahre. Ein Problem, welches Repower mit vielen anderen Unternehmen der Branche teilt.

Energiehandel federt Produktionsausfälle ab

Einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis leistete hingegen der internationale Energiehandel. Das Marktumfeld blieb im ersten Halbjahr von hoher Volatilität geprägt. Der zunehmende Ausbau der Solarenergie führte vermehrt zu negativen Strompreisen sowie ausgeprägten Preisspitzen. Nach Angaben von Repower konnte das Unternehmen seine Handels- und Bewirtschaftungskompetenz erfolgreich nutzen. Unterstützend wirkten dabei höhere Marktpreise in der Schweiz und Frankreich, welche die negativen Auswirkungen der tieferen Eigenproduktion teilweise kompensierten.

Gleichzeitig blieben die Ergebnisse aus dem internationalen Handel erwartungsgemäss unter den aussergewöhnlich hohen Vorjahreswerten. Diese hatten noch von Stromverkäufen profitiert, die Repower während der Hochpreisphase in den Jahren 2022 und 2023 zu attraktiven Konditionen für spätere Lieferperioden abgeschlossen hatte. Diese Lieferungen seien inzwischen weitgehend erfolgt und hätten das Ergebnis des ersten Halbjahres 2026 nicht mehr beeinflusst.

Solide Bilanz und hohe Investitionen

Die Bilanz des Unternehmens präsentiert sich weiterhin robust. Das Eigenkapital stieg um 4% auf 1.223.3 Mrd. CHF was einer weiterhin soliden Eigenkapitalquote von 57,9% (59,0% im H1/2025) entspricht. Der operative Cashflow stieg um 79% auf 110.5 Mio. CHF.

Im ersten Halbjahr investierte Repower insgesamt rund 57 Mio. CHF in Sach- und immaterielle Anlagen. Die Modernisierung des Wasserkraftwerks Silvaplana wurde abgeschlossen. Positiv entwickelte sich zudem die alpine Solaranlage Madrisa Solar, die nach ihrer Teilinbetriebnahme mehr Strom produzierte als ursprünglich erwartet. Fortschritte verzeichnete auch das Wasserkraftprojekt Chlus. Mit der Einreichung des Projektgenehmigungsgesuchs wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Das Projekt soll die Voraussetzungen für ein Wasserkraftwerk von nationaler Bedeutung schaffen.

Netzausbau und Digitalisierung gewinnen an Bedeutung

Einen Schwerpunkt legte Repower auch auf den Ausbau ihrer Netzinfrastruktur. In die Verstärkung und Erneuerung des rund 3’000 Kilometer langen Verteilnetzes in Graubünden investierte das Unternehmen rund 21 Mio. CHF. Ziel ist es unter anderem, die zunehmende Einspeisung von Strom aus privaten Photovoltaikanlagen effizient zu integrieren. Im ersten Halbjahr wurde bereits die 3500. Solaranlage an das Netz angeschlossen.

Ab 2027 will Repower zudem in der Grundversorgung den variablen Stromtarif «Optima» einführen. Dieser soll Anreize für ein netzdienliches Verbrauchsverhalten schaffen und Kundinnen und Kunden die Möglichkeit geben, ihre Stromkosten gezielt zu optimieren. Parallel dazu verläuft der Rollout von Smart Metern planmässig. Rund zwei Drittel der Stromkundinnen und -kunden im Netzgebiet verfügen bereits über entsprechende Geräte.

Italiengeschäft entwickelt sich stabil

Im für das Unternehmen ebenfalls relevanten Italiengeschäft entwickelte sich der Vertrieb von Strom und Gas leicht unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt bezeichnet Repower die Entwicklung in Italien jedoch als stabil. Das Unternehmen investiert dort weiterhin in mehrere Wind- und Solarprojekte. Das grösste Vorhaben ist eine Agrivoltaikanlage in Ciminna auf Sizilien, deren Fertigstellung kurz bevorsteht. Zur positiven Entwicklung der Energiebruttomarge haben die Handelsaktivitäten in Mailand beigetragen. Das Gaskombikraftwerk Teverola, das noch vor einigen Jahren einen wesentlichen Anteil zu den Ertträgen in Italien leistete, kam nach Angaben von Repwoer wegen technischer Einschränkungen nur punktuell zum Einsatz.

Positiver Ausblick für das Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr 2026 zeigt sich Repower zuversichtlich. Die weitere Entwicklung des Ergebnisses hängt insbesondere von den Energiemärkten sowie von der Produktion der eigenen Kraftwerke ab. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein gutes Jahresergebnis.

Fazit

Repower hat im ersten Halbjahr 2026 gezeigt, dass das Unternehmen auch unter schwierigen Rahmenbedingungen robust aufgestellt ist. Die deutlich unterdurchschnittliche Wasserkraftproduktion belastete zwar das Ergebnis, doch der Energiehandel und die breite Aufstellung des Konzerns konnten einen Teil dieser Einbussen auffangen.

Positiv hervorzuheben sind die weiterhin starke Bilanz, der hohe operative Cashflow sowie die konsequente Fortsetzung der Investitionsprogramme in Wasserkraft, Solarenergie und Netzinfrastruktur. Gleichzeitig verdeutlichen die laufenden Projekte und der Ausbau des Verteilnetzes, dass Repower die Transformation des Energiesystems aktiv vorantreibt.

Insgesamt präsentiert sich Repower finanziell solide und strategisch gut positioniert, auch wenn die Geschäftsentwicklung weiterhin stark von den hydrologischen Bedingungen und den Energiemärkten abhängig bleibt.

Repower Chart
Die rückläufigen Ergebnisse widerspiegeln sich auch im Kursverlauf. Chart: otc-x.ch

Die Aktien von Repower werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt. Zuletzt wurden 140 CHF je Aktie bezahlt. Damit notieren die Aktien rund 15% unter dem Buchwert von 165 CHF je Aktie (per 1. Juni 2026). Bei einer gleichbleibenden Ausschüttung von 5.50 CHF je Aktie würde die Dividendenrendite 3,9% betragen.

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