Schweizer Aktien: Neuer Fonds setzt auf Unternehmen mit hoher Wertschöpfung in der Schweiz 

Schweiz-Fonds von Norbert Bernhard am 1. Oktober lanciert

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Die Anlagewelt hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Während aktiv gemanagte Fonds in der Schweiz nur noch gering wachsen und teilweise Volumenabflüsse verzeichnen, hat sich das in ETFs investierte Volumen gemäss Swiss Fund Data innerhalb von fünf Jahren fast verdoppelt. Umso mutiger ist es, dass der Verleger Norbert Bernhard am 1. Oktober in diesem Umfeld mit dem Schweiz-Fonds einen aktiv gemanagten Fonds lanciert hat. Ein genauerer Blick zeigt, dass dieser eine Nische erschliesst, die sich mit passiven Produkten nicht abbilden lässt. Im Fokus stehen börsenkotierte sowie ausserbörslich auf OTC-X gehandelte Schweizer Aktien von Unternehmen, die mindestens 90% ihrer Wertschöpfung in der Schweiz erbringen.

Norbert Bernhard ist Gründer und Verleger das Anlegermagzins Private und Initiant des neuen Schweiz-Fonds. Bild: zvg

Immun gegen globale Risiken? 

Hinter dem strikten Swissness-Ansatz steckt eine klare Strategie. «Wir suchen Unternehmen, die gegen internationale oder globale Risiken möglichst immun sind», erklärt Norbert Bernhard, Inhaber des Anlegermagazins Private und Kopf hinter dem Fonds, gegenüber schweizeraktien.net. Ein aktiver Ansatz werde verfolgt, da gerade in Zeiten zunehmender geopolitischer Risiken und Handelshemmnisse eine individuelle Selektion sinnvoll erscheine. Ein weiteres Anlagekriterium ist, dass Unternehmen ausgeschlossen werden, die sich nicht an strenge Tier- und Naturschutzstandards halten. Hier zeigt sich auch die Handschrift von Norbert Bernhard, der sich seit fast 20 Jahren mit Norberts Tierstiftung für das Tierwohl engagiert.

Seit dem 1. Oktober 2026 kann der Fonds von privaten und institutionellen Anlegern gekauft werden. Gestartet ist der Schweiz-Fonds nach Angaben von Bernhard mit einem einstelligen Millionen-Franken-Betrag. Eine Zielgrösse ist zwar nicht definiert. Die Strategie könne jedoch einen dreistelligen Millionenbetrag gut verkraften, ohne dass Änderungen am Anlageprozess vorgenommen werden müssten, erklärt Bernhard auf Nachfrage. 

Er verweist zudem auf die Vorteile seines Fonds. Anleger könnten nicht nur ein breit diversifiziertes, auf die Schweiz fokussiertes Portfolio erwerben, sondern auch Fremdwährungsrisiken vermeiden, da sich der Fonds ausschliesslich im Schweizerfrankenumfeld bewegt. Hier sieht Bernhard auch Chancen für ausländische Anleger, die vom starken Franken und der Stabilität der Schweiz profitieren möchten. 

Banken, Immobilien, Tourismus 

Das Portfolio soll nach dem Aufbau 30 bis 35 Titel umfassen. Investiert werden soll ausschliesslich in Schweizer Micro-, Small- und Mid-Cap-Unternehmen, die an der SIX oder ausserbörslich auf OTC-X gehandelt werden. Gemäss einer Fondspräsentation liegen die Investitionsschwerpunkte in den Sektoren Banken, Immobilien und Tourismus/Freizeit. 

Als Unternehmen, in die investiert werden kann, nennt der Schweiz-Fonds in seiner Präsentation Kantonal- und Regionalbanken, aber auch Immobiliengesellschaften wie Allreal und Mobimo. Bei den Tourismusunternehmen werden neben der kotierten Jungfraubahn und der BVZ-Gruppe auch mehrere ausserbörslich gehandelte Bahnen genannt, darunter Davos Klosters, Pilatus, Schilthorn und Zermatt. Dass es sich bei vielen Titeln um markteng gehandelte Aktien handelt, ist Norbert Bernhard bewusst. «Wir verfolgen einen strikten ‹Buy-and-Hold›-Ansatz und betreiben kein Trading oder Market Timing», betont er.

Ein Wagen der Jungfraubahn auf dem Weg von der Kleinen Scheidegg zum Jungfraujoch. Bild: jungfrau.ch

Für das Asset Management zeichnet die Gamma Financials AG verantwortlich. Beraten wird der Schweiz-Fonds von der Luzerner Investment-Boutique Ethius Invest. Die Verwaltungsgebühr beträgt für private Investoren 1,5% bzw. in Euro 1,7%. Ab einem Anlagevolumen von CHF 500’000 sinkt diese auf 0,95%. 

Fazit 

Es ist mutig, dass mit dem Schweiz-Fonds in einem von passiven Investments dominierten Umfeld ein neuer aktiv gemanagter Fonds mit Fokus auf Schweizer Aktien lanciert wird. Erfreulich ist auch, dass dieser in nichtkotierte Aktien investieren möchte. Denn Investments in ausserbörslich gehandelte Titel erweisen sich über längere Zeiträume als sehr stabil und weisen eine geringere Volatilität gegenüber dem Gesamtmarkt auf. Allerdings ist die Titelauswahl aufgrund des Anlagekriteriums von mindestens 90% Wertschöpfung in der Schweiz etwas begrenzt, was von Anlageexperten auch als Nachteil ausgelegt werden könnte. Ebenso lässt sich der geopolitische Einfluss auf die Portfoliogesellschaften nicht vollständig ausschliessen. Denn auch der Tourismussektor ist, wie die grossen Bahnen gerade wieder erleben müssen, von globalen Entwicklungen abhängig.

Entwickelt sich der Schweiz-Fonds künftig wie in den letzten fünf Jahren, würde eine Performance von 11% p.a. möglich sein. Abb: schweiz-fonds.ch

Dennoch ist der Ansatz interessant. Die künftige Performance wird zeigen, ob er sich auch für Anleger auszahlt. Das von den Initiatoren über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführte Backtesting zeigt jedenfalls, dass eine Outperformance durchaus möglich ist. 

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