5 Fragen an Sandra Bütler, CEO Pilatus Bahnen: «Die Schweiz ist und bleibt unser wichtigster Markt»

Wachstumschancen liegen in der Nebensaison und in der der gezielten Weiterentwicklung der Angebote

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Sandra Bütler
Sandra Bütler ist seit Frühling 2024 als CEO für die Pilatus Bahnen tätig. Bild: Pilatus Bahnen AG

Die Pilatus-Bahnen AG ist wie die meisten Schweizer Tourismusunternehmen durch die aktuellen geopolitischen Verwerfungen herausgefordert. Die Gäste aus Asien bleiben grossmehrheitlich aus und ihr Fehlen kann nicht komplett durch einheimische Gäste kompensiert werden. Trotz tieferer Gästezahlen haben die Pilatus-Bahnen im Geschäftsjahr 2025 einen neuen Umsatzrekord erzielt. Wegen grösserer Wartungsarbeiten wird aber auch im aktuellen Geschäftsjahr 2026 Gegenwind spürbar sein.

Sandra Bütler, seit 2024 CEO der Pilatus Bahnen, wird am Branchentalk Tourismus vom 29. Oktober in Engelberg an einer Podiumsdiskussion zum Thema Ganzjahrestourismus teilnehmen. Wir haben ihr vorab ein paar Fragen gestellt.

Frau Bütler, Sie sind seit Frühling 2024 CEO der Pilatus-Bahnen. Was ist Ihr persönliches Fazit dieser zweieinhalb Jahre?

Diese Aufgabe ist ein Privileg und unglaublich vielseitig und spannend. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie gut die Abläufe am Berg funktionieren und am wichtigsten: wie sich unsere Mitarbeitenden jeden Tag für unsere Gäste einsetzen.

Der Ganzjahrestourismus gewinnt in den Alpenregionen zunehmend an Bedeutung. Wie positionieren sich die Pilatus-Bahnen, um Gäste auch ausserhalb der klassischen Hauptsaison für den Pilatus zu begeistern?

Der Pilatus bietet zu jeder Jahreszeit ein einzigartiges Naturerlebnis. Unser Ziel ist es, insbesondere die ruhigeren Monate attraktiver zu gestalten. Mit der Kunstinstallation «Breathe with Pilatus» haben wir im vergangenen Winter einen neuen, unkonventionellen Weg eingeschlagen.

«Unser Ziel ist es, insbesondere die ruhigeren Monate attraktiver zu gestalten»

Das multisensorische Erlebnis machte die Natur des Pilatus auch im Innenraum und unabhängig vom Wetter erlebbar. Die Installation war für alle Gäste auf Pilatus Kulm kostenlos zugänglich. Nach dem positiven Echo wird sie von Dezember bis April mit neuen Inhalten zurückkehren.

Der Schweizer Heimmarkt zählt seit jeher zu den wichtigsten Standbeinen der Pilatus-Bahnen, gleichzeitig verändert sich das internationale Umfeld laufend. Wie sehen Sie künftig die Balance zwischen einheimischen Gästen und internationalen Besuchenden?

Die Schweiz ist und bleibt unser wichtigster Markt. Der ausgewogene Gästemix ist aber gleichzeitig sehr wichtig, da die internationalen Touristen eine Grundauslastung bei jedem Wetter sichern und wir durch die verschiedenen Herkunftsmärkte weniger abhängig sind von wirtschaftlichen Krisen oder geopolitischen Konflikten. Diese Balance zwischen einheimischen und internationalen Gästen wollen wir auch künftig bewusst pflegen.

Die Pilatus-Bahnen verzeichnen seit Jahren eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Wo sehen Sie die grössten Wachstumschancen, und welche Herausforderungen könnten das Geschäftsmodell in den nächsten zehn Jahren besonders prägen?

Unsere Wachstumschance liegt in der Nebensaison und in der der gezielten Weiterentwicklung unserer Angebote. Dabei geht es uns nicht einfach um mehr Gäste, sondern vor allem um qualitatives Wachstum und attraktive Erlebnisse über das ganz Jahr hinweg.

«Die Schweiz ist und bleibt unser wichtigster Markt»

Zu unseren grösseren Herausforderungen zählen die Wetterabhängigkeit, genügend passende Mitarbeitende zu finden und zu binden, die Balance zwischen Digitalisierung und Live-Erlebnis richtig abzuwägen, das intelligente Lenken der Gästeströme und das Sicherstellen der Aufenthaltsqualität auch bei vielen Gästen.

Die Generation Z reist oft anders als frühere Generationen und legt besonderen Wert auf authentische, nachhaltige und erlebnisorientierte Angebote. Wie reagieren die Pilatus-Bahnen auf diese veränderten Erwartungen?

Authentische Naturerlebnisse sind seit jeher das Herzstück unseres Angebots. Die einzigartige Bergwelt, die spektakuläre Aussicht und die Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn der Welt faszinieren Menschen aller Generationen. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen unserer Gäste. Mit neuen, teilweise auch überraschenden Formaten, wie «Breathe with Pilatus» sprechen wir bewusst zusätzliche Zielgruppen an. Auch ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt ist für uns zentral und fest in unserer Unternehmensführung verankert.

Frau Bütler, vielen Dank für dieses Gespräch.

Hinweis in eigener Sache: Melden Sie sich hier zum Branchentalk Tourismus vom 29. Oktober in Engelberg an: www.schweizeraktien.net/anmeldung-branchentalk-tourismus-2026/

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