Holdigaz SA: Rekordergebnis und Dividendenerhöhung

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Die Holdigaz SA setzte im per 31. März 2014 beendeten Geschäftsjahr 2013/14 die Erfolgsserie der Vorjahre fort. Mit einem Umsatzplus von tiefen 0.4% auf 251.8 Mio. CHF blieb die Gesellschaft deutlich hinter den Wachstumsraten der Vergangenheit zurück. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass das von der Gesellschaft verkaufte Gas vor allem zu Heizzwecken eingesetzt wird. Wegen des sehr warmen Winters 2013/14 war der Wärmebedarf deutlich tiefer. Als Indikator für den Heizenergiebedarf können die sogenannten Heizgradtage herangezogen werden. Bei den monatlichen Heizgradtagen handelt es sich um die Summe der Differenzen zwischen der Aussenlufttemperatur und der angestrebten Innentemperatur. Eine genaue Definition findet sich hier bei Wikipedia. Die Heizgradtage im Winterhalbjahr von Oktober 2013 bis März 2014 lagen beispielsweise für die Stadt Zürich um gut 13% tiefer als im Vorjahr, wie auf der Seite des Schweizerischen Hauseigentümerverbands hier nachgelesen werden kann. Mit einem Rückgang der Gasverkaufsmenge von 3.5% auf 1.6 Mrd. KWh für das Geschäftsjahr 2013/14 konnte sich Holdigaz dem tieferen Energiebedarf nicht entziehen. In dieser Absatzmenge sind die 15.9 Mio. KWh Biogas, welches Holdigaz in den drei Betrieben in Lavigny, Roche und Penthaz produziert, enthalten.

Von einer sehr guten Nachfrage profitierten die übrigen Geschäftsbereiche der Holdigaz-Gruppe. Die Sparten Sanitär, Heizanlagen und Lüftung konnten die Erträge um hohe 6.5% ausweiten, wie das Unternehmen in einem Mediencommuniqué zum Geschäftsjahr schreibt. Die in die einzelnen Firmen Joseph Diémand (Sanitär), Brauchli und Taxa (Heizanlagen) und Roos (Lüftung) unterteilten Geschäftsfelder Haustechnik werden ab Dezember 2015 in einem gemeinsamen Gebäude in Forel im Lavaux-Gebiet zusammengeführt werden. Ebenfalls positiv entwickelten sich die erneuerbaren Energien mit den Biogasanlagen und Solarenergiepanels.

Fortgeführt werden die Abklärungen zur möglichen Nutzung von Gasvorräten unter dem Genfersee. Die von der Petrosvibri gestarteten weiteren Abklärungen dauern aktuell noch an. Detaillierte Ergebnisse werden frühestens per Jahresende 2014 vorliegen. Nach positiven seismologischen Abklärungen werden nun Messungen durchgeführt, welche die positiven Vorresultate bestätigen sollen. Die Hoffnung auf eine mögliche Ausbeutung von grossen Reserven lässt die Weiterführung der Tests als sinnvoll erscheinen.

Deutlich besser als die Erträge entwickelte sich der Reingewinn der Holdigazgruppe, der um 2.7% auf den neuen Rekordwert von 26.1 Mio. CHF zulegte. Die Aktionäre sollen eine um 0.25 CHF auf 3.50 CHF erhöhte Dividende für das Geschäftsjahr erhalten.

Die ersten Zahlen von Holdigaz für das Geschäftsjahr 2013/14 fallen sehr erfreulich aus. Trotz des witterungsbedingt rückläufigen Gasabsatzes gelang es, die Konzernerlöse zu steigern. Durch die Tätigkeit im gasnahen Geschäft kann die Gesellschaft die Abhängigkeit von den Gasverkäufen abbauen und sichert sich eine zusätzliche Einnahmequelle. Nur wenig verändert dürften sich auch die Bilanzkennzahlen präsentieren, die mit der Publikation des Geschäftsberichts per Anfang September vorgestellt werden. Die Gesellschaft verfügt über eine sehr solide Finanzierung und hohe stille Reserven.

Die Aktien der Holdigaz werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf dem Niveau der letztbezahlten Kurse von 143.50 CHF erscheinen die Aktien auf den ersten Blick mit einem KGV von gut 11 für das abgeschlossene Geschäftsjahr als teuer. Hierbei zu beachten ist indessen, dass die Gesellschaft in der Vergangenheit jeweils sehr hohe Abschreibungen auf die Sachanlagen durchführte und zahlreiche Rückstellungen bildete, die zumindest nicht vollumfänglich betriebsnotwendig sind. Es besteht kein Anlass zur Annahme, dass die Gesellschaft von dieser Strategie abweicht. So dürfte der erwirtschaftete Jahresgewinn auch für das Jahr 2013/14 wiederum deutlich höher ausfallen als das publizierte Ergebnis. Ähnlich positiv für die Anteilseigner präsentiert sich die Situation bei den Bilanzkennzahlen. Neben den sehr weit abgeschriebenen Sachanlagen verfügt die Gesellschaft über sehr hohe Rückstellungen, die zumindest teilweise Eigenmittelcharakter aufweisen dürften. All dies lässt den Kurs der Aktien in einem anderen Licht erscheinen. Die aktuelle Dividendenrendite von knapp 2.5% fällt zwar nicht üppig, aber durchaus gut aus.

Zusätzliche Fantasie bringen könnte das Projekt nach der Suche von Gasvorräten am Genfersee. Sollten hier grössere Mengen wirtschaftlich sinnvoll förderbaren Gases gefunden werden, führt dies zu einer massiven Verbesserung der Ertragskennzahlen der Holdigaz. Die Ausbeutung der Reserven würde zwar zunächst zu hohen Kosten führen, die sich die Gesellschaft aber mit den am Projekt beteiligten Firmen teilt. Allenfalls denkbar ist auch ein Verkauf der Beteiligung, wodurch der Gesellschaft sicherlich einige Millionen Franken zufliessen werden. Somit sollte sich der Kurs der Aktien auf dem aktuellen Niveau halten können. Deutliche Avancen sind allerdings erst im Fall eines Durchbruchs der Recherchen nach Gasvorräten zu erwarten.

Transparenzhinweis: Der Autor ist Aktionär der Gesellschaft.

 

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