Regiobank Solothurn AG: steigert Erträge im 1. Semester in allen Kernbereichen

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Gut 20% hat die Aktie der Regiobank Solothurn seit Jahresbeginn zugelegt.
Gut 20% hat die Aktie der Regiobank Solothurn seit Jahresbeginn zugelegt.

Die Aktie der Regiobank Solothurn AG ist gesucht. Seit Jahresbeginn hat der Kurs auf der Handelsplattform OTC-X der BEKB um fast 20% zugelegt. Jetzt untermauerte die vorwiegend am Jurasüdfuss tätige Regionalbank den Kursanstieg mit guten Semesterzahlen. Der Halbjahresgewinn fiel mit 3.5 Mio. CHF (+ 2.2%) nochmals besser als im Vorjahr aus. Für das 2. Halbjahr erwartet CEO Markus Boss nochmals einen „leicht besseren Geschäftsgang“.

Positiv überraschte an der Erfolgsrechnung, dass die Erträge in allen Kernbereichen während der Berichtsperiode zulegen konnten. Sogar der wichtigste Ertragspfeiler, das Zinsengeschäft, lag mit 14.1 Mio. CHF um 0.4% über dem Vorjahreswert. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg mit einem Plus von 1.3% auf einen Wert von 2.7 Mio. CHF. Im Handelsgeschäft wies die Bank mit 970‘000 CHF einen starken Zuwachs von 45.4% aus. In ihrer Kundeninformation betont das Geldinstitut, dass das Wertschriftengeschäft ein strategischer Eckpfeiler sei. Trotz der guten Entwicklung in diesen Kernbereichen erreichte der Betriebsertrag durch den Rückgang des übrigen ordentlichen Erfolgs um 601‘000 CHF nur einen Wert, der mit 20.3 Mio. CHF rund 1% unter der Vorjahreszahl lag. Bei einem nahezu gleich gebliebenen Geschäftsaufwands von 10.7 Mio. CHF verzeichnete der Bruttogewinn ein Minus von 2.5% und erreichte 9.6 Mio. CHF. Trotz höherer Zuweisungen zu den allgemeinen Bankrisiken von 3.7 Mio. CHF erzielte die Bank einen Reingewinn von 3.5 Mio. CHF.

Die Bilanz ist geprägt von der konservativen Ausleihungspolitik im Hypothekargeschäft. So legten die Ausleihungen nur noch um 1.4% (Gesamtjahr 2013: 4.7%) auf 2‘074 Mio. CHF zu. Die Einlagen der Kunden wuchsen mit einem Plus von 3.6% auf 1‘837 Mio. CHF deutlich stärker, so dass die Regiobank Solothurn im 1. Semester knapp 89% der Ausleihungen durch Kundengelder refinanzieren konnte. Auch die Depotvolumen der Kunden erreichten mit 1‘385 Mio. CHF (+ 3.2%) einen beachtlichen Wert. Insgesamt stieg die Bilanzsumme auf 2‘469 Mio. CHF (+ 2.7%) an.

Der Semesterabschluss der Regiobank Solothurn präsentiert sich, in einem für Regionalbanken nicht besonders günstigen Umfeld, erfreulich. Dies insbesondere, da sich das Zinsengeschäft im Gegensatz zu anderen Instituten positiv entwickelte, die Bank jedoch den Zuwachs nicht durch einen kräftigen Schub bei den Ausleihungen erkaufte. Denn bei den Hypothekarkrediten stand die Bank auf der Bremse. Allerdings könnte das geringe Hypothekarwachstum auch ein Zeichen dafür sein, dass die von Nationalbank und Banken ergriffenen Massnahmen zur Drosselung des Immobilienbooms greifen. Mit einer Cost/Income-Ratio von 52.8 präsentiert sich das regionale Institut weiterhin sehr kostenbewusst. Auch ist die Refinanzierung mit einen Deckungsgrad von 89% solide. Kann die Bank den eingeschlagenen Kurs fortsetzen oder sogar noch etwas verbessern, wie sie angekündigt hat, dürfte sich der Bruttogewinn zum Jahresende bei 19.2 bis 19.5 Mio. CHF einpendeln. Dann wäre auch wieder der Ausweis eines gegenüber dem Vorjahr leicht verbesserten Reingewinns möglich. Bei einem geschätzten Reingewinn von 145 CHF je Aktie beträgt das Kurs/Gewinn-Verhältnis bei Kursen um die 3‘700 CHF hohe 25. Da hier allerdings die Zuweisung an die Reserven für allgemeine Bankrisiken nicht mit eingeflossen ist, dürfte das reale KGV deutlich niedriger sein. Laut (ungeprüftem) Semesterabschluss 2014 wird das Eigenkapital mit 182‘691 Mio. CHF ausgewiesen. Dies entspricht einem Buchwert pro Aktie von 3‘653 CHF. Nach dem Kursanstieg seit Jahresbeginn auf 3‘700 CHF notiert der Titel damit aktuell auf dem Niveau des ausgewiesenen Buchwerts. Damit ist die Aktie zwar nicht zu teuer. Allerdings ist das Potenzial für weitere Kurssteigerungen limitiert, selbst wenn es für 2014 zu einer Dividendenerhöhung oder der Ausschüttung einer Jubiläumsdividende kommen sollte. Denn trotz der bisher sehr erfolgreichen Geschäftspolitik und der Diversifikation der Erlöse bei der Regiobank Solothurn ist der Sektor weiterhin mit grossen Herausforderungen wie niedrigen Zinsen, fortschreitender Digitalisierung des Bankgeschäfts und zunehmender Regulation konfrontiert. Dessen sollten sich Investoren, die in Regionalbankaktien investieren, bewusst sein.

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