Spar + Leihkasse Münsingen AG: Bruttogewinn geht im ersten Semester 2014 zurück

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Der Hauptsitz der S+L Münsingen. Bild: zvg
Der Hauptsitz der S+L Münsingen. Bild: zvg

Die Spar + Leihkasse Münsingen AG (SLM) setzte im ersten Semester 2014 die Steigerung der Bilanzsumme mit einem Plus von 2.5% auf 1‘267.7 Mio. CHF im Vergleich zum Jahresende 2013 fort. Wie das Unternehmen im Aktionärsbrief schreibt, wurde ein „erfreulicher Zuwachs bei den Kundenausleihungen“ von 2.7% respektive plus 29.3 Mio. CHF auf 1‘103.8 Mio. CHF verzeichnet. Dem Plus der Kredite stand ein Zufluss von neuen Kundengeldern in Höhe von 12.2 Mio. CHF gegenüber. Gesamthaft legten die Anlagegelder um 1.4% auf 913.7 Mio. CHF zu. Im Ergebnis resultiert ein Rückgang des Deckungsrads der Ausleihungen durch Kundengelder von 83.9% per Jahresende 2013 auf nach wie vor solide 82.8%. Zur Refinanzierung der Kredite wurden die Pfandbriefdarlehen um 13.6 Mio. CHF auf 200.9 Mio. CHF aufgestockt.

Der anhaltende Zinsmargendruck führte zu einem weiteren Rückgang der Zinsmarge im ersten Semester 2014. Dennoch konnte die SLM einen Anstieg des Erfolgs aus dem Zinsdifferenzgeschäfts verbuchen. Dieser blieb allerdings mit plus 1% auf 8.2 Mio. CHF hinter dem Plus bei den Ausleihungen zurück. Im Bereich des zinsindifferenten Geschäfts zeigt sich ein gemischtes Bild. Während der Erfolg aus dem Handelsgeschäft um gut 100‘000 CHF auf 389‘000 CHF zulegte, sanken die Einkünfte aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 66‘000 CHF auf 1.46 Mio. CHF. Beim übrigen ordentlichen Erfolg verzeichnete das im Kanton Bern tätige Bankhaus einen Rückgang um 100‘000 CHF auf 574‘000 CHF. Insgesamt resultierte ein marginales Plus der Gesamterträge um 30‘000 auf gut 10.6 Mio. CHF. Auf der Ausgabenseite erhöhten sich die Personalkosten um knapp 200‘000 CHF auf 3.05 Mio. CHF bei einem Anstieg der Sachkosten um 100‘000 CHF auf knapp 2.8 Mio. CHF. Unter dem Strich resultiert so ein Rückgang des Bruttogewinns um 260‘000 CHF auf 4.8 Mio. CHF, was einem Minus von 5.1% entspricht. Mit diesem Betrag wurden, wie die SLM im Aktionärsbrief weiter mitteilt, die Budgetvorgaben übertroffen.

Für das Gesamtjahr 2014 wird ein Bruttogewinn von 9 Mio. CHF budgetiert, was gegenüber dem Vorjahr einem Minus um 5.6% entspricht. Beim Reingewinn wird ein Wert in Vorjahreshöhe erwartet. Insgesamt zeigt sich das Management zuversichtlich, die Budgetvorgaben erfüllen zu können. Zusätzlich arbeitet die SLM aktuell an einer Erneuerung des Marktauftritts, mit dem die bestehenden Stärken der regionalen Verankerung und der persönlichen Kundenbeziehung betont werden sollen. Die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten verlaufen planmässig. An der nächsten ordentlichen Generalversammlung im April 2015 wird den Aktionären exklusiv der neue Marktauftritt präsentiert.

Die Geschäftszahlen der SLM für das erste Semester 2014 reflektieren das schwierige Marktumfeld des Regionalbankensektors. Höhere regulatorische Anforderungen hinterlassen auch beim Münsinger Bankhaus ihre Spuren bei den Kosten. So stieg die Cost/Income-Ratio im ersten Semester von 52.2% im Vorjahr auf 54.7% an. Eine deutliche Entspannung ist hingegen auf der Ertragsseite zu erkennen. Nachdem im Gesamtjahr 2013 bei einem Plus des Kreditvolumens von 4.1% noch ein Minus des Erfolgs aus dem Zinsdifferenzgeschäfts von 0.5% verbucht werden konnte, konnte im ersten Semester 2014 bei einem deutlich geringeren Anstieg der Ausleihungen ein Plus des Zinserfolgs verzeichnet werden. Dies liefert zumindest einen Indikator dafür, dass zumindest der Rückgang der Zinsmarge gebremst werden konnte. Es besteht zumindest die Hoffnung, dass hier eine Bodenbildung einsetzt. Als nach wie vor grundsolide angesehen werden können die Bilanzkennzahlen der SLM.

Die Aktien der SLM werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 1‘425 CHF notieren die Titel mit einem leichten Agio gegenüber dem ausgewiesenen Buchwert von 1‘373 CHF per Jahresende 2013. Unter der Annahme einer gleichbleibenden Dividende von 27 CHF pro Aktie weisen die Papiere eine wenig attraktive Dividendenrendite von 1.9% auf. Die Aktionäre der Gesellschaft erhalten an der Generalversammlung ein gutes Essen, werden zu Konzerten eingeladen und können an zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen. Zudem verfügt die SLM über ein Aktionärssparkonto mit Vorzugszinsen bis zu einem Anlagebetrag von 100‘000 CHF. Diese Vorzüge können vor allem Personen, die aus der Region stammen, geniessen, was die Aktien vor allem für Anleger mit einem zumindest engen Bezug zur Region interessant macht.

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