Bossard Holding AG: Wachstumsschub in 2015

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Quelle: www.bossard.com

Bei Bossard Holding geht es Schlag auf Schlag. Nach der Übernahme von Aero-Space Southwest in USA im November, dem Einstieg mit 60 Prozent bei Torp Fasteners in Norwegen im Dezember kam jetzt aus der Firmenzentrale des Spezialisten für Verbindungslösungen aus Zug gleich zu Jahresbeginn die Meldung über den nächsten Deal: Vor wenigen Tagen übernahm die Bossard Gruppe den Bereich Verbindungslösungen aus dem Aktivitätenportfeuille von Forind Avio Elettronica. Mit den drei genannten Akquisitionen baut der Konzern nicht nur seine Marktstellung in USA, Italien und Skandinavien aus, sondern macht dadurch gleichzeitig aus dem Stand einen Umsatzsprung um rund 60 Millionen Franken oder entsprechend etwa zehn Prozent.

Dabei drückt der Anbieter von Lösungen für die industrielle Verbindungstechnik ohnehin seit einigen Jahren verstärkt auf das Expansionstempo, um sein globales Netzwerk auszubauen. So wurden beispielsweise 2013 eine Niederlassung in Australien eröffnet, im vergangenen Jahr das Geschäft in Kanada lanciert und ebenfalls die Präsenz im südostasiatischen Raum über die Errichtung eines neuen Distributions- und Verwaltungszentrums in Malaysia ausgebaut. Die Expansionsbestrebungen schlagen sich in den Zahlen nieder. Gab es 2013 ein Umsatzplus um 25,2 Prozent auf 609,7 Millionen Franken, so lag der Anstieg im Vergleich zu 2009 bereits bei 54,3 Prozent. Der Gewinn legte in den genannten Zeiträumen sogar überproportional um 28,7 und 266,0 Prozent zu.

2014 machte da keine Ausnahme. So war das Komplettangebot der Bossard Gruppe rund um Schrauben, die technische Beratung und die Lagerbewirtschaftung auch im vergangenen Jahr weltweit gefragt. Trotz eines schwierigen Marktumfelds in der zweiten Jahreshälfte erzielte das Unternehmen im Gesamtjahr ein Umsatzplus um 1,9 Prozent auf 621,3 Millionen Franken. Bereinigt um die negativen Effekte aus der Frankenaufwertung lag der Anstieg sogar bei 3,1 Prozent.

Am grössten Markt Europa – der Umsatzanteil der Region liegt bei 64 Prozent – litt das Unternehmen im vierten Quartal unter einer fallenden Nachfragedynamik infolge Ukrainekonflikt und Russlandsanktionen und konnte die Erträge am europäischen Markt in den drei Monaten nur noch um 0,4 Prozent ausweiten. Asien dagegen verbuchte kräftiges Wachstum und brachte insbesondere wegen starker Geschäfte in Indien in 2014 ein Umsatzplus am asiatischen Markt von 11,6 Prozent. In lokalen Währungen waren es sogar 14,0 Prozent.

Zur Ergebnisentwicklung im Gesamtjahr machte Bossard-CEO David Dean bei Bekanntgabe dieser groben Eckdaten zu 2014 zwar keine Angaben. Diese sind bei Vorstellung des Geschäftsberichts am 4. März zu erwarten. Auf jeden Fall lag der Gewinn des Unternehmens zum Halbjahr mit 8,48 Franken je Aktie jedoch bereits um 10,3 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Für 2014 scheint deshalb ein Ergebnis je Aktie im Bereich von 9,0 bis 10,0 Franken möglich und damit ein 11er- oder 12er-KGV.

Bis zum SNB-Entscheid befand sich der Aktienkurs von Bossard seit Oktober 2014 im Aufwärtstrend. Chart: www.moneynet.ch
Bis zum SNB-Entscheid befand sich der Aktienkurs von Bossard seit Oktober 2014 wieder im Aufwärtstrend. Chart: www.money-net.ch

Im laufenden Jahr dürfte das Ergebnis noch höher ausfallen. Da ist zum einen nicht nur der eingangs erwähnte akquisitionsbedingte Umsatzsprung – der auch zu höheren Ergebnissen führen sollte –, sondern auch das im vergangenen Jahr schleppende US-Geschäft. Insbesondere eine Kooperation mit dem grössten Hersteller von Elektrofahrzeugen in USA lief dabei langsamer an als geplant. Für das laufende Jahr rechnet Bossard-CEO jetzt aber von dieser Seite mit steigenden Volumina. Ein Ergebnis von über 10,0 Franken je Aktie könnte am Ende des Jahres in den Büchern stehen.

Charttechnisch betrachtet läuft die Aktie nach der Kursverdopplung in 2012 und 2013 seit einem Jahr zwar nur noch seitwärts. Doch angesichts des erwarteten Wachstumsschubs in 2015 insbesondere durch die internationale Expansion mit Zukäufen und neuen Filialen ist Bossard mit einem geschätzten 10er- oder sogar nur noch einstelligem 2015er-KGV nicht teuer. Das Allzeithoch vom vergangenen März bei 129,50 Franken könnte bald wieder erreicht sein. Die Einflüsse aus dem Entscheid der SNB, die Wechselkursuntergrenze zum Euro aufzuheben, sind dabei allerdings noch nicht mit berücksichtigt.  

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