Spar- und Leihkasse Bucheggberg AG: Kontinuität mit neuem Direktor

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Quelle: Spar- und Leihkasse Bucheggberg AG
Thomas Vogt ist seit August neuer Direktor bei SLB. Quelle: Spar- und Leihkasse Bucheggberg

Im Niedrigzinsumfeld sind Kredite gefragt – davon profitiert auch die Spar- und Leihkasse Bucheggberg AG (SLB). Im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen die Ausleihungen der Bank um 7.6% entsprechend 30.5 Mio. CHF auf 429.2 Mio. CHF. Damit setzte sich das rasche Kreditwachstum fort. Denn bereits im Jahr zuvor gab es hier ein Plus von 8%. Schön zulegen konnte die SLB beispielsweise bei Hypotheken, die um 28.7 Mio. CHF auf 404.5 Mio. CHF anstiegen. Deren Anteil an den Ausleihungen verblieb damit stabil bei gut 94%. Insgesamt erhöhte sich der Anteil der Hypothekarforderungen an der Gesamtbilanzsumme von 77.3% auf 79.7%. Nicht ganz mit dem Plus der Ausleihungen mitzuhalten vermochten im Berichtsjahr die Kundengelder, die um 5.4% auf 375.9 Mio. CHF anstiegen. Dennoch verbleibt der Deckungsgrad der Ausleihungen durch eigene Kundenanlagegelder mit 88% auf einem sehr soliden Wert.

Auch bei den Erträgen hat sich die Bedeutung des Zinsdifferenzgeschäfts weiter akzentuiert. So erhöhte sich der Anteil dieses Geschäfts an den Gesamteinnahmen von knapp 88% auf fast 89%. Trotz der nochmals tieferen Zinsen ist es der SLB im Berichtsjahr sogar gelungen, den Erfolg aus dem Zinsgeschäft um 3.6% auf 7 Mio. CHF zu steigern. Allerdings kann sich auch die SLB dem Zinsmargendruck nicht entziehen. Während die Ausleihungen um 7.6% zulegten, verbesserte sich der Zinsertrag lediglich um 3.3%, entsprechend einem Plus von knapp 300’000 CHF auf 9.2 Mio. CHF. Der Zinsaufwand fiel dagegen um 5.7% oder um 156’000 CHF auf 2.6 Mio. CHF.

Cost-Income-Ratio leicht erhöht

Im zinsindifferenten Geschäft führten dagegen tiefere Kommissions- und Dienstleistungserträge zu einem leichten Rückgang um 46’000 CHF auf 886’000 CHF. Insgesamt stieg der Geschäftsaufwand bei SLB um 4.6% respektive 200’000 CHF auf gut 4.5 Mio. CHF. Während dabei die Sachkosten um 140’000 CHF fielen, erhöhten sich die Personalausgaben um 320’000 CHF. Als Gründe für den Anstieg nennt die SLB den wachstumsbedingt höheren Mitarbeiterbestand und die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Führungswechsel. Im Ergebnis führte dies zu einem Bruttogewinn in Vorjahreshöhe von knapp 3.4 Mio. CHF, was mit einer Verschlechterung der Cost-Income-Ratio von 56.3% im Vorjahr auf 57.35% einherging.

Von 663’000 CHF auf knapp 200’000 CHF gingen die Sachabschreibungen deutlich zurück. Die hohen Abschreibungen des Vorjahres waren Folge der Investitionen in Bankgebäude, die im Berichtsjahr entfallen sind. Analog stellt sich die Situation bei den ausserordentlichen Erträgen dar, die wegen des Wegfalls der Auflösung von Rückstellungen für den Umbau um 545’000 CHF tiefer ausfielen. Auf dem Niveau des Vorjahres von gut 1.5 Mio. CHF verharrten die Wertberichtigungen und Rückstellungen. Dabei besitzen diese Rückstellungen vorsorglichen Charakter. Bei einer Dotierung der Reserven für allgemeine Bankrisiken in Vorjahreshöhe von 450’000 CHF resultiert ein Gewinn in Vorjahreshöhe von knapp 0.9 Mio. CHF. An der Generalversammlung am 14. März soll die Dividende um 6 CHF auf 66 CHF erhöht werden.

Die Geschäftszahlen der SLB fallen wie in den Vorjahren erfreulich aus. Offenbar ist dem Unternehmen der Wechsel in der Chefetage mit der Neubesetzung des Bankdirektors mit Thomas Vogt gelungen. Zumindest ein Teil des Erfolgs geht indessen noch auf seinen Vorgänger Gerardo Grasso zurück. Der Verzicht auf Zinsabsicherungen wirkt sich positiv auf die Margen aus. Bei einem möglichen Zinsanstieg, der allerdings zumindest kurzfristig nicht zu erwarten ist, könnte sich dies bei der Refinanzierung der Kredite nachteilig auf die Zahlen der SLB auswirken.

Die Aktien der SLB werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf Basis der letztbezahlten Kurse von 4’400 CHF weisen die Titel nur eine geringe Dividendenrendite von 1.5% auf. Gegenüber dem ausgewiesenen Buchwert von 5’875 CHF ergibt sich aber immerhin ein Discount von 25%. Hierin nicht berücksichtigt sind die stillen Reserven, die eine deutliche Höherbewertung rechtfertigen würden.

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