Nexus: Umsatz steigt in 2014 um 24%, höherer Verlust – schwarze Null für 2015 geplant

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Die Gewinner der Swiss Startups Awards 2014 in Zürich mit Nexus-CEO Michele Blasucci (r.). Bild: www.swiss-startups-awards.ch
Die Gewinner der Swiss Startups Awards 2014 in Zürich mit Nexus-CEO Michele Blasucci (r.). Bild: www.swiss-startups-awards.ch

Schon vor zwei Jahren kündigte Michele Blasucci an, dass er mit seiner Nexus AG in den nächsten Jahren erst einmal in das Wachstum investieren will, bevor das Unternehmen die Gewinnzone erreicht. Diesen Kurs hat die Nexus-Gruppe, die mit startups.ch Dienstleistungen für Unternehmensgründer anbietet und mit Findea eine Treuhandfirma betreibt, auch 2014 beibehalten. Der konsolidierte Umsatz kletterte 2014 um 24% auf 6.6 Mio. CHF. Vom Gesamtumsatz sind 5.5 Mio. CHF (Vorjahr: 4.2 Mio. CHF) auf die operative Unternehmenstätigkeit zurückzuführen. Knapp 1.1 Mio. CHF der Umsätze bestehen aus aktivierten Eigenleistungen, welche aus der Softwareentwicklung durch die Tochterfirma Websoft stammen. Ein deutlich höherer Betriebsaufwand führte zu einem operativen Verlust (EBITDA) von 359’729 CHF. Unter dem Strich verblieb ein Verlust von 711’209 CHF. Durch den hohen Verlust ist auch die Eigenkapitalquote auf einen niedrigen Wert von knapp 18% zusammengeschmolzen.

1’710 Gründungen in 2014

Firmengründer und Mehrheitsaktionär Blasucci begründet den hohen Verlust im Geschäftsjahr 2014 mit den hohen Marketingmassnahmen zum allgemeinen Markenaufbau, den Investitionen in neue Standorte und neue Mitarbeiter sowie eine tiefe anfängliche Auslastung der Treuhänder. Diese sei aber im Verlauf der Monate gestiegen. Zudem habe startups.ch das Ziel von 2’000 Gründungen in 2014 nicht erreicht. Insgesamt zählte startups.ch nur 1’710 Gründungen. Durch eine Reduktion des klassischen Marketingbudgets sowie eine Intensivierung der Online-Marketing Aktivitäten soll im laufenden Jahr insbesondere die Kostenseite entlastet werden. So würden die Swiss Startups Awards ab 2016 nur noch alle zwei Jahre ausgetragen. Ausserdem soll die Softwareentwicklungsfirma Websoft künftig auch externe Aufträge annehmen können. Bisher war das Unternehmen ausschliesslich für die Nexus-Gruppe tätig und hatte die Online-Treuhandsoftware für Findea entwickelt.

Startups.ch und Findea arbeiten profitabel

Ein Blick auf die Zahlen der Tochterunternehmen startups.ch, Findea, Websoft und die in Chile tätige LanzateSolo zeigt, dass startups.ch und Findea profitabel arbeiten. In 2014 wurde mit Online-Firmengründungen ein Umsatz von 4.2 Mio. CHF und ein Gewinn auf Stufe EBITDA von 79’000 CHF erzielt. Noch besser lief es bei der Treuhandfirma Findea, die mittlerweile über sieben Filialen in der ganzen Schweiz verfügt. Dort stieg der Umsatz auf 2.2 Mio. CHF (+ 90%). Unter dem Strich verlieb ein EBITDA von 252’000 CHF. Websoft musste hingegen einen Verlust in Höhe von 405’000 CHF ausweisen. LanzateSolo erzielte 2014 einen Umsatz von 110’000 CHF. Mit den eingeleiteten Massnahmen will die Nexus-Gruppe im laufenden Geschäftsjahr den Verlust reduzieren. Nach Aussagen von Michele Blasucci sei eine schwarze Null für 2015 das Ziel. Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2015 deutet darauf hin, dass die Gesellschaft auf Kurs ist. Bei startups.ch stieg der Umsatz um 12% auf 2.3 Mio. CHF. Und Findea erreichte einen Umsatzsprung um 65% auf 1.5 Mio. CHF. Insgesamt habe Findea in der ersten Jahreshälfte 157 neue Mandate gewonnen. Gemäss der Planungsrechnung von Nexus soll die Gruppe in 2016 bereits einen Gewinn in Höhe von 447’000 CHF und positive Cashflows schreiben, welche dann die Rückführung eines Darlehens in Höhe von 4.8 Mio. CHF erlauben.

Die Nexus-Gruppe hat in den letzten Jahren sehr stark in das Wachstum investiert. Obwohl umsatzseitig diese Wachstumspläne grösstenteils erreicht wurden, belasten insbesondere die hohen Marketingausgaben und die Entwicklungskosten für die Software die konsolidierte Rechnung. Durch die Aktivierung der Entwicklungskosten – die immateriellen Anlagen betrugen Ende 2014 rund 3 Mio. CHF – werden diese auch in den kommenden Jahren noch die Erfolgsrechnung prägen. Kritisch ist zudem zu sehen, dass das immaterielle Anlagevermögen mit knapp 3 Mio. CHF bei weitem das Eigenkapital von 975’000 CHF (per Ende 2014) übersteigt. Spielraum für grössere Wertberichtigungen gibt es da wenig. Obwohl die Strategie der Nexus-Gruppe, erst Services bei Unternehmensgründungen anzubieten und anschliessend einen Teil dieser Start-ups als Kunden für die eigene Treuhandtochter Findea zu gewinnen, plausibel erscheint, so ist die wirtschaftliche Situation derzeit ein Kantengang. Die Aktien der Nexus AG werden auf der Plattform OTC-X der BEKB zu Kursen um die 11.20 CHF gehandelt. Auf Basis dieses Kurses liegt die Marktkapitalisierung bei knapp 18 Mio. CHF. Dies erscheint uns angesichts der doch beachtlichen Risiken, welche sich aus der bilanziellen Situation ergeben, nicht gerechtfertigt. Bis sich eine deutliche Besserung der Situation einstellt, bleibt das Papier ein hochriskantes Investment für sehr risikofreudige Anleger.

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