Gastbeitrag: Über Flüchtlinge, Wachstum und eine Demontage

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Was ist nur mit Deutschland los? Nach Energiewende und Euro-Bürgschaften jetzt Willkommenskultur und Flüchtlingswelle. Während für die Schweiz in 2015 ein Abflauen der Zuwanderung auf 30 000 Personen erwartetet wird – die Flüchtlinge kommen nun weniger über das Mittelmeer und Italien nach Europa als über die Balkanroute –, sollen in der Bundesrepublik in diesem Jahr 800 000 Flüchtlinge ankommen. Für 2016 gibt es Prognosen von 2 000 000 Menschen, die auf der Flucht ihr neues Heim in Deutschland suchen sollen. Viel weniger dürften es auch nicht werden, denn zumindest in den letzten Jahren mussten lediglich etwa 10% den Heimweg wieder antreten.

Kurzfristig betrachtet sind viele neue Menschen ein schönes Konjunkturpaket – da ist ein Wachstumsschub drin. Drei Millionen Menschen konsumieren reichlich: Wohnung, Nahrung und Getränke, Kleidung, Arztbesuch und Medizin, Rechtsberatung – pro Monat etwa 4 Milliarden Euro, aufs Jahr hochgerechnet sind das rund 50 Milliarden Euro oder 1% bis 2% extra BIP-Wachstum. Unternehmer freuts: Wohnungen werden gebaut, der Einzelhandel verdient, und die Immobilienpreise werden steigen. Konsum-, Bau- und Handwerksaktien dürften profitieren ebenso wie Immotitel. Immerhin bekommt der Staat einen Teil der Kosten zurück. Es gibt 20% Mehrwertsteuer und bei einer Staatsquote von 40% könnten 20 Milliarden Euro in die Kasse fliessen.

Das Land platzt schon jetzt aus allen Nähten

Weniger spassig ist das natürlich auf mittel- bis lange Sicht für das Land an sich. Genau genommen startet jetzt die Demontage der Republik. Rund drei Millionen Menschen mehr bis Ende 2016 bedeuten rund 4% mehr Nachfrage nach Krankenhaus und Arzt, nach Schule, Kindergarten und staatlicher Infrastruktur sowie Sicherheit und Ordnung. Da die Republik schon jetzt im Sozial- und Bildungsbereich aus allen Nähten platzt, kann man gespannt auf Ende 2016 warten.

Und zu allem Überfluss kommen dazu enorme Verschiebungen in der Bevölkerungsstruktur. Nimmt man die Zahlen des Bundesamts für Migration von 2014, sieht man ein Horrorszenario am Beginn: Zwei Drittel der Zuwanderer sind Männer, davon etwa 60% im besten Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Zwei Drittel von drei Millionen sind zwei Millionen und 60% davon sind 1,2 Millionen Menschen. Setzt man 300’000  Flüchtlingsfrauen im genannten Alter dagegen, die ebenfalls zuwandern, dann bleibt ein Männerüberschuss von 900’000 in zwei Jahren. Jetzt leben in der Republik jeweils rund 9,9 Millionen Frauen und Männer im genannten Alter.

Starke Verschiebung in der Bevölkerungsstruktur

Ich frage mich da schon: Was wird aus einem Männerüberschuss im besten Alter von 0.9 Millionen oder 10% in nur zwei Jahren? Und wie geht es 2017 und 2018 weiter? Man denkt an Indien mit hohem Männerüberschuss und Schreckensmeldungen. Kurioserweise kommen auch viele alte Frauen nach Deutschland. Der Anteil der über 50-Jährigen ist – oder war zumindest 2014 – mit 15% etwa doppelt so hoch wie bei den Männern gleichen Alters. Junge Männer und alte Frauen – da läuft was schief! Wie wäre es mit einer Frauenquote auch bei Flüchtlingen? Die Willkommenskultur auf jeden Fall ist der falsche Weg. Wenn man alle einlädt, muss man sich nicht wundern, wenn auch alle kommen.

                                                                                                                                              Georg Pröbstl

Der Autor ist Chefredakteur des Börsendienstes „VALUE-DEPESCHE“. Der wöchentliche Dienst ist auf unterbewertete Aktien spezialisiert. Performance Musterdepot: +208.3% (DAX: +57.8%) seit Start 4/2010.

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