Schweizer Casinos: Montreux bleibt 2015 Spitzenreiter, Bern gewinnt ebenfalls – Baden und Luzern verlieren

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Spielcasinos in der Schweiz sind derzeit offenbar vom Glück verlassen.
Die Entwicklung bei den Schweizer Casinos in 2015 verlief heterogen. Bild: zvg

Für die Schweizer Spielbankenbranche war auch 2015 erneut ein schwaches Jahr. Wie der Schweizer Casino Verband heute mitteilte, mussten die Schweizer Casinos zum achten Mal hintereinander einen Umsatzrückgang hinnehmen. Insgesamt ging der Brutto-Spielertrag (BSE) der 21 konzessionierten Spielbanken um 4.1% auf 680.9 Mio. CHF zurück. Als Grund für diesen Rückgang nennt der Casinoverband die ausländischen Internet-Casinos, illegale Spielclubs und neue Spielhallen im grenznahen Ausland. Das neue Geldspielgesetz, das in diesem Jahr von den Eidgenössischen Räten verabschiedet werde, müsse dieser Entwicklung Rechnung tragen und wieder wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die Schweizer Casinos schaffen, fordert der Verband laut einer Medienmitteilung.

Nicht in allen Casinos läuft es schlecht

Ein Blick auf die Entwicklung der einzelnen Betriebe zeigt ein sehr heterogenes Bild (siehe Tabelle). Während die Betriebe in St. Moritz, Zürich, Neuenburg, Montreux und Bern sogar zulegen konnten, gestaltete sich die Situation in den übrigen Spielbanken schwierig. Insbesondere die grenznahen Casinos wie Lugano, Mendrisio und Basel mussten kräftige Einbussen hinnehmen. Auch das Grand Casino Baden verzeichnete mit einem BSE von 61.8 Mio. CHF (minus 5.6%) einen deutlichen Rückgang und verlor gegenüber Zürich an Terrain. Allerdings begründete die Stadtcasino Baden AG den Rückgang der Spielerträge mit den Bauarbeiten am Schulhausplatz in Baden (siehe Blog-Beitrag vom 9. März 2016). Das Casino in Montreux verteidigte indes seinen Spitzenplatz gegenüber dem Vorjahr und konnte den BSE entgegen dem Trend sogar leicht auf 72.6 Mio. CHF steigern.

Obwohl die Spielbanken-Branche aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen in den letzten Jahren leiden musste, bedeutet dies noch lange nicht, dass „nichts mehr geht“. Dies zeigen insbesondere die Entwicklungen in Montreux, Bern und Neuenburg sowie in Bad Ragaz. Diese Betriebe konnten dem schwierigen Umfeld trotzen. Insbesondere in Bern hat sich gezeigt, dass der Entscheid, sich um die Konzession in Neuenburg zu bewerben, richtig war. Zudem profitieren die Berner ganz klar von ihrer guten Lage inmitten der Schweiz – der Gang in grenznahe Casinos scheidet aufgrund der Distanz aus. Dass Zürich beim BSE zulegen konnte, ist wohl auch auf die Konkurrenzsituation in Baden zurückzuführen. Überraschend ist das gute Abschneiden des Casinos in Montreux. Hier konnte der BSE-Rückgang nicht nur gestoppt werden, sondern erholte sich sogar. Um die genauen Ursachen für das gute bzw. weniger gute Abschneiden der einzelnen Casinogesellschaften zu finden, bedarf es allerdings weiterer Informationen und der kompletten Jahresabschlüssen. Wir werden diese bei Publikation entsprechend kommentieren. Die Aktien der Casino- und Kursaalgesellschaften von Baden (Stadtcasino Baden AG), Bad Ragaz (Grand Resort Bad Ragaz AG), Bern (Kongress+Kursaal Bern AG), Luzern (Kursaal Casino AG Luzern), Interlaken (Congress Centre Kursaal Interlaken AG) und Montreux (Casino de Montreux SA) werden ausserbörslich auf OTC-X gehandelt.

Tabelle: BSE der Schweizer Casinos 2014 und 2015

Position (Vorjahr)

Casino

Bruttospielertrag 2015

in Mio. CHF

Bruttospielertrag 2014

in Mio. CHF

Veränderung 2014/15

in %

1. (1.) Montreux

72.6

71.4

+1.7

2. (4.) Zürich

63.9

61.0

+4.7

3. (2.) Baden

61.8

65.5

-5.6

4. (3.) Basel

60.1

65.0

-7.6

5. (5.) Meyrin

56.7

60.4

-6.1

6. (7.) Bern

49.5

48.8

+1.4

7. (6.) Mendrisio

47.4

53.6

-11.7

8. (9.) Luzern

36.0

37.9

-5.1

9. (8.) Lugano

33.6

44.2

-24.0

10. (10.) St. Gallen

31.3

32.3

-3.2

11. (11.) Pfäffikon

27.1

28.2

-4.0

12. (13.) Neuenburg

22.0

21.4

+3.3

13. (12.) Locarno

21.4

21.7

-1.2

14. (14.) Bad Ragaz

21.1

20.2.

+4.3

15. (15.) Fribourg

19.6

19.7

-0.3

16. (16.) Courrendlin

14.8

15.7

-5.5

17. (17.) Crans-Montana

14.8

15.4

-4.1

18. (18.) Schaffhausen

11.4

11.3

+0.5

19. (19.) Interlaken

10.9

10.9

+0.2

20. (21.) St. Moritz

2.8

2.4

+19.5

21. (20.) Davos

2.0

2.7

-24.1

TOTAL

680.9 Mio.

710 Mio.

– 4.1%

(Quelle: Schweizer Casino Verband)

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