Schilthornbahn: Umsatz in 2015 übertrifft 25 Mio.-CHF-Grenze, Gewinn steigt um 11% – konstante Dividende von 36 CHF

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Die Sanierung des aus dem James Bond-Film "Im Dienste ihrer Majestät" bekannten Piz Gloria wird Ende 2016 abgeschlossen sein. Bild: zvg
Die Sanierung des aus dem James-Bond-Film „Im Dienste ihrer Majestät“ bekannten Piz Gloria wird Ende 2016 abgeschlossen sein. Bild: zvg

Nicht nur in der Zentralschweiz auf der Rigi, sondern auch im Berner Oberland auf dem Schilthorn sind im letzten Jahr Rekordmarken gefallen. Wie die Schilthornbahn AG in einer Medienmitteilung bekannt gab, konnte sie im Geschäftsjahr 2015 erstmals die Umsatzgrenze von 25 Mio. CHF übertreffen. Insgesamt erzielte die Bahn einen Ertrag von 26.7 Mio. CHF (Vorjahr: 24.7 Mio. CHF). Vor Abschreibungen lag der Betriebsgewinn (EBITDA) bei 8 Mio. CHF, was einer Steigerung um 12.8% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz höherer Abschreibungen verblieb unter dem Strich ein Jahresgewinn von knapp 2 Mio. CHF. Die Aktionäre sollen auch für 2015 eine Dividende in Höhe von 36 CHF erhalten, die allerdings nicht mehr steuerfrei aus den Kapitaleinlagereserven, sondern aus dem ordentlich erarbeiteten Gewinn gezahlt werden soll.

7.9% mehr Passagiere am Schilthorn

Insgesamt beförderten die Schilthornbahnen im letzten Jahr 4’446’981 Passagiere, was einem Plus von 7.9% gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Das Ziel, auch im 2015 wieder über 4 Millionen Gäste zu befördern, haben wir deutlich übertroffen“, lässt sich Verwaltungsratspräsident Peter Feuz in der Medienmitteilung zitieren. Während im Sommer ein Plus von 16.8% resultierte, konnte das Wintergeschäft (Januar bis April und Dezember 2015) nur um 2.7% zulegen. Ein Blick auf den Drei-Jahres-Durchschnitt zeigt, dass das Wintergeschäft um 3.1% rückläufig war, während das Sommergeschäft mit plus 26.2% am stärksten wuchs. Dies wird auch in der Erfolgsrechnung deutlich. Der Ertrag der Luftseilbahn von Stechelberg über Mürren auf Piz Gloria erreichte mit 15.8 Mio. CHF einen Wert, der fast 13% über dem Vorjahresniveau lag. Die Wintersportanlagen und die Allmendhubelbahn steuerten nur 3.1 Mio. CHF (- 4.8%) zum Gesamtertrag bei. Während das Gastronomiegeschäft mit 5.3 Mio. CHF ungefähr auf dem 2014er Niveau verharrte, konnten die Erträge aus den Kiosken (1.4 Mio. CHF) sowie den Immobilien und Parkplätzen (1.1 Mio. CHF) von dem Besucheransturm profitieren. Der Cashflow lag 2015 mit 8.3 Mio. CHF bei 31% des Gesamtertrages.

Guter Start ins Jahr 2016 – optimistischer Ausblick

Direktor Christoph Egger erklärte gegenüber schweizeraktien.net, dass insbesondere die Schönwetterphase im Sommer und die starken Fernmärkte zu dem guten Ergebnis in 2015 beigetragen hätten. Diese konnten den negativen Euroeffekt abdämpfen. Für das laufende Geschäftsjahr bleibt Egger trotz der erschwerten Visa-Situation und der jüngsten Terroranschläge optimistisch. Aufgrund des guten Osterwochenendes habe die Schilthornbahn im Wintergeschäft das Minus von Ende Februar ausgeglichen. Auch im Ausflugsverkehr läuft es gemäss Egger leicht besser als im Vorjahr. Dazu beigetragen habe auch ein Neukundenzufluss aus China. „Wir waren lange Zeit fast ausschliesslich im Raum Peking aktiv“, so Egger. Jetzt sei man daran, das Einzugsgebiet auszuweiten. Dennoch rechnet auch er damit, dass die Visa-Situation und die Zurückhaltung bei Europareisen wegen der jüngsten Terroranschläge nicht ohne Folgen für das Chinageschäft der Schilthornbahn bleiben werden. Allerdings sei die Bahn mittlerweile auch in anderen südostasiatischen Märkten wie Korea und Vietnam präsent. In diesem Jahr stehen bei der Schilthornbahn AG die letzte Sanierungsetappe von Piz Gloria sowie der Neubau des Felsenstegs Thrill Walk an. Das komplett sanierte Gipfelrestaurant Piz Gloria soll am 9. Dezember 2016 eingeweiht werden. Der Felsensteg bei der Mittelstation Birg wird bereits am 8. Juli geöffnet. Die Investitionen für die Sanierung von Piz Gloria sowie den Neubau des Felsenstegs wird die Bahn über ihren Cashflow sowie die kurzfristige Aufnahme von Fremdmitteln finanzieren.

Die jüngsten Geschäftszahlen der Schilthornbahn sind erfreulich. Denn dieses gute Ergebnis konnte in einer Zeit erzielt werden, in welcher der Tourismus in vielen Bergregionen leidet. Das Berner Oberland und hier insbesondere die Jungfrauregion sind bisher von dieser negativen Entwicklung weitestgehend verschont geblieben. Grund dafür ist die frühzeitige Ausrichtung auf Fernmärkte, welche die Abhängigkeit von den Touristen aus dem Euroraum reduziert hat. Zudem profitiert die Schilthornbahn auch von ihrem Ausflugsgeschäft in der Sommersaison, dass das weiterhin leicht rückläufige Wintergeschäft in den letzten Jahren mehr als kompensieren konnte. 2016 dürften die Rekordzahlen des Vorjahres dennoch wohl nur knapp erreicht werden. Jedoch sind die Aktien auch nach dem Kursanstieg im letzten Jahr von über 14% bei Kursen um die 1’500 CHF, die zuletzt auf OTC-X für die Titel bezahlt wurden, nicht zu teuer. Zwar ist die Dividendenrendite mit 2.4% nicht mehr ganz so attraktiv wie noch vor einem Jahr. Allerdings könnte es sein, dass im Jubiläumsjahr 2017 eine Sonderdividende gezahlt wird. Zudem kommen Aktionäre in den Genuss von einem Freifahrbillet, das in der Woche der Generalversammlung gültig ist. Auf dem aktuellen Kursniveau sehen wir zwar keinen Raum für grosse Kurssteigerungen mehr. Dennoch bleibt die Schilthornbahn-Aktie einer der wenigen Schweizer Bergbahntitel, die über Investmentqualität verfügen.

Kennzahlen 2015 Schilthornbahn AG
Anzahl Aktien 35000
Kurs auf OTC-X in CHF (29.3.)  Fr.          1’500.00
MarketCap in Mio.  Fr.                  52.5
Eigenkapital/Aktie (’14)  Fr.              520.00
Gewinn/Aktie  Fr.                56.21
EBITDA/Aktie  Fr.              229.22
Dividende  Fr.                36.00
Kurs/Buchwert (’14) 2.7
Kurs/Gewinn 26.7
EBITDA-Multiple 6.5
Dividendenrendite 2.4%

Quelle: Jahresabschluss 2015, schweizeraktien.net, www.otc-x.ch

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