Triba Partner Bank: Höherer Gewinn dank geringerer Personalkosten – Nachfrage nach Hypotheken hält an

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Der Verwaltungsrat kann sich über gute Zahlen freuen. (von links nach rechts: Josef Stalder, Ruth Neeser Steinmann, Arne Fischer, Charlie Matter, Hansueli Gloor) Quelle: Triba Partner Bank AG
Der Verwaltungsrat kann sich über gute Zahlen freuen. (Von links nach rechts: Josef Stalder, Ruth Neeser Steinmann, Arne Fischer, Charlie Matter, Hansueli Gloor.) Quelle: Triba Partner Bank AG

Die Triba Partner Bank AG konnte im ersten Semester 2016 eine anhaltend hohe Nachfrage nach Hypothekarkrediten verzeichnen. Die vorwiegend auf das Zinsdifferenzgeschäft fokussierte Regionalbank ist in der Zentralschweiz in den nördlichen Teilen des Kantons Luzern mit fünf Geschäftsstellen vertreten. Triba kooperiert mit der Bank Valiant. Seit 2010 besitzt Valiant zudem einen Anteil von 23% an der Zentralschweizer Regionalbank. Der Hauptsitz der Triba befindet sich in Triengen.

Weniger Kundengelder im 1. Semester

Während das Hypothekarvolumen um 14.9 Mio. CHF respektive 2% auf 759.8 Mio. CHF anstieg, gingen die sonstigen Ausleihungen um 11.9 Mio. CHF respektive 14.2% auf 71.9 Mio. CHF zurück. Insgesamt berichtet die Bank in einer Medienmitteilung zum ersten Semester 2016 von einem gesunden Wachstum im Kerngeschäft. Da die flüssigen Mittel im Vergleich zum Jahresende 2015 um 19.9 Mio. CHF auf 90.8 Mio. CHF fielen, sank die Bilanzsumme um 10.5 Mio. CHF auf 950 Mio. CHF. Zeitgleich legten allerdings die Forderungen gegenüber Banken um 6.3 Mio. CHF auf 16.4 Mio. CHF zu. Bei dieser Position kann davon ausgegangen werden, dass es sich um kurzfristig abrufbare Mittel mit dem Charakter flüssiger Mittel im Sinn einer Bewirtschaftung der Liquidität handelt. Auf der Passivseite der Bilanz musste Triba einen Rückgang der Kundengelder um 11.7 Mio. CHF respektive minus 1.6% auf 724.1 Mio. CHF verbuchen. Im Ergebnis führte dies zu einem Rückgang des Deckungsgrads der Kundenausleihungen um 1.7% auf nach wie vor überdurchschnittliche 87.1%.

Hypothekennachfrage lässt Zinserfolg steigen

Das höhere Hypothekarvolumen liess den Bruttozinserfolg im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 0.3 Mio. CHF respektive plus 6.3% auf 5.5 Mio. CHF anschwellen. Der Nettozinserfolg verbesserte sich hingegen wegen des Wegfalls positiver Wertveränderungen ausfallrisikobedingter Wertschriften um 0.2 Mio. CHF auf 5.5 Mio. CHF. Diese steuerten im 2015 noch einen Betrag von 0.1 Mio. CHF zum Nettozinserfolg bei. Analog dem Gros der Regionalbanken musste die Triba trotz der höheren Ausleihungen einen Rückgang des Zinsertrags verzeichnen. Dieser fiel um 4.4%. Im Gegenzug sanken die Zinskosten um beachtliche 25%. Einen eher hohen Anteil von rund 20% steuerte das zinsindifferente Geschäft zu den Gesamteinnahmen bei. Dessen Erfolg ging im ersten Halbjahr 2016 leicht um 1.4% auf 1.4 Mio. CHF zurück. Positiv auf das Ergebnis wirkten sich die um 0.1 Mio. CHF auf 4.2 Mio. CHF gesunkenen Geschäftsaufwendungen aus. Der Grossteil der Einsparungen geht auf die geringeren Personalausgaben zurück. Nach leicht höheren Wertberichtigungen und Abschreibungen zulasten der Erfolgsrechnung in Höhe von 0.7 Mio. CHF resultierte ein Plus des Geschäftserfolgs um 0.3 Mio. CHF respektive 17.9% auf 1.9 Mio. CHF. Da die Triba im Berichtssemester keine Äufnung der Reserven für allgemeine Bankrisiken vornahm, legte der Reingewinn dank des Wegfalls ausserordentlicher Aufwendungen, die das Vorjahresresultat mit 52’000 CHF belasteten, um 23.9% auf 1.7 Mio. CHF zu.

Gutes Jahresergebnis erwartet

Triba rechnet auch für das zweite Semester 2016 mit unverändert schwierigen Marktverhältnissen. Eine Entspannung an der Zinsfront zeichnet sich nicht ab. Auch wenn es weiterhin anspruchsvoll bleiben wird, gute Zahlen zu erreichen, wird für das Gesamtjahr 2016 ein gutes Resultat erwartet. Detailliertere Angaben zu den Zielen macht die Regionalbank nicht.

Die Geschäftszahlen von Triba für das erste Semester 2016 fallen positiv aus. Ein leichter Wermutstropfen stellt die Entwicklung der Kundengelder dar. Dies muss allerdings im Zusammenhang mit den sonstigen Forderungen gegenüber Kunden, die in ähnlichem Umfang wie die Kundengelder abgenommen haben, gesehen werden. Deutlich wird dies auch bei einem Blick auf die Entwicklung der Pfandbriefdarlehen, die trotz eines höheren Kreditvolumens und niedrigerer Kundeneinlagen im Berichtssemester unverändert geblieben ist. Pfandbriefdarlehen sind im aktuellen Umfeld eine sehr günstige Möglichkeit zur Refinanzierung für Banken. Noch günstiger sind eigene Mittel und die von der Triba gemäss erwähnter Medienmitteilung getätigte solide Abstimmung zwischen der Aktiv- und Passivseite der Bilanz. Insgesamt verfügt Triba über eine solide Bilanz.

Die Aktien der Triba werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 1’315 CHF weisen die Aktien einen Discount von 17% gegenüber dem Buchwert per 30. Juni 2016 auf. Dieser im Branchenvergleich nicht unübliche Abschlag begrenzt das Risiko von Kursrücksetzern. Unter der unserer Ansicht nach realistischen Annahme einer gleichbleibenden Ausschüttung haben die Titel eine im aktuellen Tiefzinsumfeld attraktive Dividendenrendite von 2.3%. Die Triba könnte ihren Aktionären die Dividende allerdings steuerfrei aus den gesetzlichen Kapitaleinlagereserven, über welche das Bankhaus seit 2010 verfügt, ausschütten. Bislang erfolgte dies nicht. Angesichts des schwierigen Umfelds erachten wir es als wenig wahrscheinlich, dass Triba im zweiten Halbjahr eine ähnlich hohe Steigerung des Geschäftserfolgs wie im ersten Halbjahr erreichen kann. Einen Anstieg für das Gesamtjahr auf 3.5 Mio. CHF nach 3.15 Mio. CHF für 2015 halten wir für möglich. Hieraus lässt sich ein KGV auf der Basis des Geschäftserfolgs von gut 20 für das laufende Jahr ermitteln, was keinesfalls als günstig angesehen werden kann. Angesichts der hohen Substanz, die den ausgewiesenen Wert nochmals übersteigen sollte, eignen sich die Titel als Ersatz für Obligationen, mit denen aktuell keine vernünftige Rendite erzielt werden kann, zur Anlage.


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