Zur Rose Group: Umsatz wächst 2016 um 5.4% auf 880 Mio. CHF, Wachstumstreiber DocMorris – Marketingaufwendungen werden Ergebnis belasten

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Hochmoderne Logistik ist bei DocMorris im Einsatz. Quelle: DocMorris, Tobias Zeit 2016
Bei DocMorris ist hochmoderne Logistik im Einsatz. Quelle: DocMorris, Tobias Zeit 2016

Die Versandapotheken-Gruppe Zur Rose konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr das Wachstum wieder beschleunigen. Wie das Unternehmen heute mitteilte, stieg der konsolidierte Jahresumsatz um 5.4% auf 880 Mio. CHF (Vorjahr: 834 Mio. CHF) an.

DocMorris setzt 50% mehr mit rezeptfreien Medikamenten um

Besonders erfreulich entwickelte sich nach Angaben des Unternehmens die im deutschen Markt tätige Tochter DocMorris. Aufgrund intensivierter Marketingmassnahmen sei es DocMorris gelungen, ihren Versandhandelsumsatz im 4. Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 13% zu erhöhen, so Zur Rose. Getrieben wurde das Wachstum vor allen Dingen durch die Verkäufe von rezeptfreien Medikamenten (sogenannte OTC-Präparate). „Die Verkäufe rezeptfreier Arzneimittel von DocMorris nahmen um 50% gegenüber Vorjahr zu und überschritten damit die 100-Millionen-Euro-Umsatzschwelle“, schreibt das Unternehmen weiter. Allein im 4. Quartal konnten die Verkäufe in diesem Segment um 65% zulegen. Noch keine grossen Effekte auf den Umsatz verzeichnete DocMorris in 2016 im Bereich der rezeptpflichtigen Medikamente (sogenannte RX-Präparate). Allerdings sei in den letzten drei Monaten 2016 erstmals seit dem Bonusverbot 2012 eine positive Neukundenentwicklung herbeigeführt worden. „Diese Trendwende wird im ersten Quartal 2017 positive Umsatzeffekte zur Folge haben“, ist die Zur-Rose-Gruppe zuversichtlich.

Schweizer Markt legt nur um 2% zu

Der Umsatz von DocMorris stieg in 2016 gesamthaft um rund 10% auf 361 Mio. CHF (Vorjahr: 331 Mio. CHF). Weniger stark gewachsen ist Zur Rose hingegen in der Schweiz. Der Umsatz legte um nur knapp 2% auf 531 Mio. CHF zu. Als Grund nennt das Unternehmen das in der Schweiz erfolgte Versandverbot von rezeptfreien Arzneimitteln. Für Stabilität habe wiederum das Ärztegeschäft im Heimmarkt Schweiz gesorgt. Das verstärkte Umsatzwachstum bestätige die Richtigkeit der erhöhten Marketingaufwendungen zulasten der Ergebnisentwicklung, schreibt zur Rose in der Medienmitteilung. Die Wachstumsstrategie war im letzten Jahr beschlossen worden. Aus diesem Grund hatte sich auch die Beteiligungsgesellschaft Corisol im Rahmen von zwei Kapitalerhöhungen an dem Unternehmen beteiligt und ist heute mit 22% grösster Aktionär von Zur Rose.

Das Umsatzwachstum von Zur Rose fällt erfreulich aus und liegt im Rahmen der Erwartungen. Positiv zu werten ist die Tatsache, dass sich der Fokus der Marketingmassnahmen von DocMorris auf die rezeptfreien Präparate im letzten Jahr ausgezahlt hat. Einerseits konnte das Unternehmen so – unabhängig von der EuGH-Entscheidung bezüglich der Boni auf rezeptpflichtige Medikamente – den Umsatz bei DocMorris kräftig erhöhen. Andererseits konterte DocMorris auch die Wachstumsambitionen von Konkurrenten wie der Shop Apotheke. Die Zahlen zeigen eindrücklich, dass dies gelungen ist. In 2017 dürfte nun mit etwas Verzögerung die Aufhebung des Bonusverbotes bei DocMorris zu einem Wachstumsschub im RX-Bereich führen. Auch die anderen Wachstumsfelder, wie bspw. das elektronische Rezept, werden mittelfristig das Wachstum der Zur-Rose-Gruppe absichern. Kurzfristig ist ergebnisseitig allerdings aufgrund der gestiegenen Aufwendungen insbesondere im Marketingbereich mit einem Abrutschen in die Verlustzone zu rechnen. Dies hatte Zur Rose auch bei der Bekanntgabe der Wachstumsstrategie so angekündigt, ebenso wie ein Aussetzen der Dividende. Bei Aktienkursen von 74.50 CHF, die zuletzt auf OTC-X für eine Zur-Rose-Aktie bezahlt wurden, beträgt die Marktkapitalisierung 307 Mio. CHF. Für einen ausserbörslich gehandelten Titel ist diese Bewertung sicherlich ambitioniert. Sollten sich allerdings die viel diskutierten Börsenpläne konkretisieren, wäre durchaus eine höhere Bewertung denkbar. Ein Risiko für Zur Rose bleibt auch weiterhin die politische Diskussion über ein Versandhandelsverbot für ausländische Apotheken. Diese Diskussion sollten Aktionäre aufmerksam verfolgen.


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