Zur Rose Group: Börsengang soll 200 Mio. CHF Wachstumskapital in die Kassen spülen

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Die Anzeichen für einen baldigen Börsengang des Medikamentenversandhändlers Zur Rose Group AG verdichten sich. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, soll noch in diesem Jahr ein Börsengang an der SIX Swiss Exchange erfolgen. Voraussetzung dafür seien „geeignete Rahmenbedingungen“. Durch den Börsengang möchte Zur Rose „mindestens 200 Mio. CHF“ an frischen Mitteln aufnehmen. Die Grundlagen dafür soll eine ausserordentliche Generalversammlung am 19. Juni schaffen. Bei Ausschöpfung der Mehrzuteilungsoption („Green-Shoe“) könnten Zur Rose bis zu 230 Mio. CHF an Wachstumskapital zufliessen. Darüber hinaus beabsichtige die Gesellschaft, Altaktien von Verwaltungsrat, Gruppenleitung und weiteren Mitgliedern des Managements im Umfang von voraussichtlich rund 3% der vor dem Börsengang ausstehenden Aktien zu platzieren, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Für die übrigen Aktien von Verwaltungsrat, Gruppenleitung und weiteren Mitgliedern des Managements soll eine Verkaufsbeschränkung („Lock-up“) von zwölf Monaten zur Anwendung kommen. Der Lock-up der Zur Rose Group AG sowie der KWE Beteiligungen AG, welche den Anteil der Unternehmerfamilie Frey umfasst, liegt bei sechs Monaten.

Zur Rose möchte in Deutschland zukaufen

Das neue Geld soll in die Beschleunigung des Wachstums fliessen. Dazu gehören verstärkte Marktingaktivitäten in Deutschland, wo die niederländische Tochter DocMorris erfolgreich das Versandgeschäft für nicht rezeptpflichtige (OTC) und rezeptpflichtige Medikamente (RX) betreibt. Nach Unternehmensangaben betrug das Wachstum im ersten Quartal 2017 im Markt Deutschland allein 17.4%. Zudem sieht die Zur Rose-Gruppe auch eine Konsolidierung des Versandapothekenmarktes in Deutschland, an der sich das Unternehmen aktiv beteiligen möchte: „Die Gruppe will eine aktive Rolle in dieser Marktkonsolidierung einnehmen und hat dazu mit dem Eigentümer einer auf rezeptfreie Medikamente fokussierten deutschen Versandapotheke eine Absichtserklärung im Hinblick auf die Übernahme seines Geschäftsbetriebs unterzeichnet“, so Zu Rose in der Medienmitteilung. Neben der Konsolidierung in Deutschland böten sich durch die Liberalisierung in anderen europäischen Märkten Wachstumschancen. Auch in der Schweiz möchte die Zur-Rose-Gruppe mit ihrem Omni-Channel-Ansatz und durch die Kooperation mit Migros weiter wachsen.

Wie von uns bereits erwartet, kommt die IPO-Ankündigung nun sehr rasch, so dass der Börsengang noch vor der Sommerpause erfolgen könnte. Voraussetzung dafür bleibt allerdings ein stabiles Kapitalmarktumfeld. Der Aktienkurs der Zur-Rose-Aktie auf der OTC-X-Plattform der BEKB ist seit der Einladung zur ausserordentlichen Generalversammlung nach einer längeren Seitwärtsbewegung teilweise um rund 20% auf bis zu 137 CHF gestiegen. Derzeit wird der Titel für 120 CHF gesucht. Insgesamt nimmt der Kursanstieg schon einiges Potenzial vorweg. Zwar ist es durchaus möglich, dass der Aktienkurs nach dem Börsengang nochmals weiter steigt. Denn das Wachstumspotenzial ist intakt, und auch die Ausrichtung von Zur Rose auf die zwei interessanten Geschäftsfelder – OTC und RX – stimmt. Allerdings wird das Unternehmen aufgrund der Wachstumspläne in den kommenden zwei Jahren hohe Verluste einfahren. Das Risiko von Kursrückschlägen ist daher bei einem solchen aggressiven Wachstumskurs vorhanden. Anleger sollten zudem berücksichtigen, dass in der Vergangenheit bei ähnlichen Börsengängen von Unternehmen aus dem ausserbörslichen Bereich wie z.B. DKSH der Emissionspreis und auch die ersten Kurse an der SIX unter den Preisen der letzten OTC-Notierungen lagen. Daher sollten sie die Bekanntgabe der Preisspanne und den Aktienkurs auf OTC-X genau verfolgen.

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