Gotthard Raststätte: Tiefere Benzinpreise belasten 2016er Umsatz, Gewinn steigt dennoch – Dividende konstant bei 6.50 CHF

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Die Luftaufnahme zeigt die Unterschiede des neuen Gebäudes in Süd-Nord-Richtung und des alten Gebäudes in Nord-Süd-Richtung deutlich auf. Quelle: Gotthardraststätte A2 Uri AG

Die Gotthard Raststätte A2 Uri AG verzeichnete im Geschäftsjahr 2016 einen leichten Rückgang der Umsätze um 0.2 Mio. CHF auf 23.3 Mio. CHF. Wie das Unternehmen im aktuellen Geschäftsbericht mitteilt, geht das Minus vor allem auf die „zusammengefallenen Treibstoffpreise“ zurück. Deutlich wird dies beim Vergleich der Verkaufsmenge, die bei den Treibstoffen um 3.4% auf 4.73 Mio. Liter angestiegen ist, während die Einnahmen im Berichtsjahr um 3.4% auf 6.9 Mio. CHF zurückgingen. Leicht tiefere Umsätze verzeichnete die Raststätte auch im Shopgeschäft mit minus 1.2% auf knapp 6.5 Mio. CHF. Belastend wirkten sich die infolge der neuen Visa-Bestimmungen ausbleibenden Gäste aus China aus.

Neues Gastrokonzept kommt gut an

Auch die Anzahl der Gruppenreisenden, die im Vorjahr wegen der Expo in Mailand zulegte, ging wieder zurück. Die Gesellschaft hat die Entwicklung zum Anlass genommen, um die Angebotspalette im Laden zu überprüfen und diese ab dem laufenden Jahr optimiert. Voll überzeugt hat indessen das neue Gastronomiekonzept. Eine höhere Qualität des Angebots bei mehr Serviceleistungen für die Kunden hat sich für die Raststätte gelohnt, obwohl die Waren- und Personalkosten angestiegen sind. Details zu den Kosten der Sparten legt das Unternehmen nicht offen. Publiziert werden hingegen die Sparteneinnahmen, die im Restaurant um 0.9% auf 8.5 Mio. CHF zulegten. Ebenfalls weiterhin auf dem Erfolgspfad in einem sehr schwierigen Umfeld befindet sich das Seerestaurant, welches das Rekordergebnis 2015 nochmals übertreffen konnte und die Grenze von 1 Mio. CHF nur knapp verfehlte.

Bau der zweiten Gotthardröhre positiv – Marke „My Stop“ wird aufgegeben

Die für die Gesellschaft wichtige Abstimmung des Stimmvolks über den Bau der zweiten Gotthardröhre fiel positiv aus. Dieser Entscheid stellt für die Raststätte einen wichtigen Meilenstein für die grossen Investitionen der nächsten Zeit dar. Nach einem ruhigen Jahr 2016 steht das laufende Jahr im Zeichen des Neubaus der Raststätte in Fahrtrichtung Süd. Das 1980 erstellte Gebäude wird neu gebaut. Baubeginn war im Frühjahr 2017. Bis im Frühsommer 2018 wird es fertiggestellt. Nicht mehr weiterverfolgt wird die Strategie, mit der Marke „My Stop“ Synergien mit anderen Raststätten zu generieren. Die Gotthard Raststätte bezeichnet das Experiment, die Marke landesweit zu etablieren, als gescheitert. „My Stop“ wird beendet und stattdessen die Marke „Gotthard Raststätte“ mit einem neuen Erscheinungsbild lanciert. Dabei setzt die Gesellschaft bewusst auf Regionalität mit Spezialitäten von lokalen Produzenten und beim Bau auf natürliche Materialien, gepaart mit einer grosszügigen Gebäude-Architektur.

Tieferer Unterhaltsaufwand lässt Gewinn steigen

Den um 0.2 Mio. CHF auf 23.3 Mio. CHF gesunkenen Einnahmen steht auf der Ausgabenseite ein Rückgang der Warenaufwendungen um 0.1 Mio. CHF auf 11.5 Mio. CHF gegenüber. Bei den Personalkosten schlugen sich das aufwendigere Restaurationskonzept und der Wechsel des CEO negativ nieder. Im April 2016 übernahm Daniel Kaufmann die Position des Geschäftsführers. Er hat die Strukturen vereinfacht und die Organisation der operativen Tätigkeit neu gestaltet. Die Umsetzung schlug sich in einem Anstieg der Lohnkosten um 2.1% auf 6.7 Mio. CHF nieder. Ein deutlich geringerer Unterhaltsaufwand liess die übrigen betrieblichen Ausgaben um 13.8% auf 1.9 Mio. CHF sinken. Im Ergebnis führte dies zu einem Plus des Betriebsgewinns vor Abschreibungen (EBITDA) um 0.1 Mio. CHF auf 3.2 Mio. CHF. Die Sachabschreibungen gingen um 0.1 Mio. CHF auf 1.5 Mio. CHF zurück, was zu einem Plus des EBIT auf 1.7 Mio. CHF führte. Analog legte der Reingewinn um 0.2 Mio. CHF respektive plus 18.4% auf 1.4 Mio. CHF zu. Die Aktionäre erhalten eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 6.50 CHF pro Aktie.

Die Geschäftszahlen der Gotthard Raststätte fallen nicht nur angesichts des harzigen Umfelds gut aus. Besonders erfreulich sind die Verbesserung der Margen und das Plus im schwierigen Restaurantgeschäft. Als grundsolide angesehen werden können auch die Bilanzkennzahlen mit einer ausgewiesenen Eigenmittelquote von 68%. Die aktuell laufenden Baumassnahmen dürften jedoch nicht ohne Wirkung auf den Eigenfinanzierungsgrad abgeschlossen werden können. Eine massive Verschlechterung ist hingegen nicht zuletzt dank der hohen liquiden Mittel von gut 5 Mio. CHF nicht zu erwarten.

Die Aktien der Gotthard Raststätte werden auf der ausserbörslichen Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank (BEKB) gehandelt. Auf der Basis des letztbezahlten Kurses von 213 CHF weisen die Papiere eine attraktive Dividendenrendite von gut 3% auf. Als eher teuer angesehen werden muss die Bewertung der Titel auf der Basis der übrigen Kennzahlen. So notieren die Titel mit einem Agio von rund 60% zum ausgewiesenen Buchwert und haben ein KGV von knapp 19 für 2016. Auch das Verhältnis des EBITDA/Enterprise Values fällt mit knapp 9 nicht günstig aus.

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