Meyer Burger Technology: Opfer des Handelsstreits zwischen den USA und China

Research Partners reduzieren 12-Monats-Kursziel von 1.80 CHF auf 1 CHF

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Die Halbjahreszahlen des Solarzulieferers Meyer Burger sind für die Analysten enttäuschend. Dem Unternehmen ist zwar nach einer langen Durststrecke im ersten Halbjahr 2018 die Rückkehr in die Gewinnzone geglückt. So lagen das Pro-forma-EBITDA und der Reingewinn von Meyer Burger zwar deutlich über dem Vorjahr, aber auch markant unter den Schätzungen der unabhängigen Analysten. Ein Einbruch beim Auftragseingang lässt das aber schon jetzt wie Geschichte aussehen.

Im Vorfeld der Berichterstattung am 16. August bestätigt Eugen Perger von Research Partners (RP) seine Kaufen-Empfehlung, senkt aber das 12-Monats-Kursziel von 1.80 CHF auf 1 CHF.

Während RP vom operativen Ergebnis des ersten Halbjahres angenehm überrascht waren, zwingt der anhaltend schwache Bestellungseingang im Solarbereich zu einer entsprechenden Anpassung des Modells.

Der Handelsstreit USA vs. China wirft seinen Schatten auf den Bestelleingang

Der Ausblick gestaltet sich angesichts der unmittelbaren Betroffenheit der Solarbranche durch den Handelsstreit zwischen den USA und China sehr vage, so Eugen Perger. Offensichtlich sei die chinesische Kundschaft durch den andauernden Schlagabtausch der beiden Länder tief verunsichert, so dass Bestellungen auf Eis gelegt würden. Besonders betroffen seien die hoch effizienten, aber auch relativ kostenintensiven Technologien wie PERC und Heterojunction.

Research Partners rechnen damit, dass ihre Umsatz-Schätzungen 2018 insgesamt verfehlt werden, obwohl das Jahr 2018 zu einem grossen Teil vom hohen Backlog (erzielter Umsatz minus Neubestellungen) Ende 2017 geprägt sein wird. Die Management-Guidance über einen Jahresumsatz 2018 zwischen 450 Mio. und 500 Mio. CHF bleibt vorderhand bestehen. Positiv überraschen dürfte laut Research Partners der Bereich „Specialised Technologies“, da dort das tägliche Geschäft befriedigend verlaufe und zwei Grossaufträge im Umfang von zusammen über 30 Mio. CHF noch 2018 gebucht werden dürften.

Die Aktie von Meyer Burger Technology hat seit Jahresbeginn um mehr als zwei Drittel an Wert verloren. Quelle: six-swiss-exchange.com

Sollte sich der schwache Umsatztrend längerfristig halten, würde Meyer Burger nach dem endgültigen Abbau des Order Backlogs mit einem Jahresumsatz von rund 300 Mio. bis 350 Mio. CHF wieder an den Rand der Verlustzone geraten und möglicherweise auch einen negativen Cashflow ausweisen, schreibt Perger.

RP hat die Umsatz- und Gewinnschätzungen für die Jahre 2018 bis 2020 deutlich nach unten korrigiert: beim Umsatz auf 463 Mio. CHF (2018), was einem Minus um 8,8 Prozent entspricht, 2019 ein Rückgang auf 480 Mio. CHF (-10,35%) und 2020 auf 356.5 Mio. CHF (-37,2%). Die EBITDA-Schätzungen liegen bei 42.1 Mio. CHF (-30,7%) in 2018, 49.7 Mio CHF in 2019 (-29,5%) und bei -7.3 Mio. CHF (-108,9%) in 2020.

An der Börse haben die MBTN-Aktien seit Jahresbeginn um mehr als zwei Drittel ihres Wertes verloren und werden zur Zeit bei 0.706 CHF gehandelt.

 

 

1 KOMMENTAR

  1. Besten Dank für den interessanten Beitrag. Eigentlich sind solche Kursrückgänge immer interessant für einen Einstieg. Auch wenn das KGV sehr tief ist und das KBV ebenfalls nicht zu hoch scheint ist bei Meyer Burger Technology fraglich, ob in diesem Umfeld der Turnaround gemeistert werden kann.

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